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ÖKOLOGIE

Sauberer Popo und saubere Nase ohne Urwaldzerstörung


Washington/Hamburg (6.8.09): Es begann 2004 mit einer Kampagne von Greenpeace, wonach Kimberly-Clark kanadische Urwälder für Toilettenpapier und Taschentücher abholzte. Nun ist es vorbei damit. Kimberly-Clark setzt ab sofort auf urwaldfreien Zellstoff. Eine gute Nachricht.
Ob Kleenex Schminktücher, Hakle Toilettenpapier oder Camelia Damenbinden: Kimberly-Clark ist weltweit einer der ganz Großen im Zellstoffgeschäft. Gestern Mittwoch gab der Hersteller bekannt, zukünftig bei seinen Produkten in Nordamerika auf Zellstoff aus Urwaldzerstörung zu verzichten. Ziel sei es weiters bis 2011 die Produktion völlig auf urwaldfreie Zellulose umzustellen. Jährlich werden alleine in Kanada rund 700.000 Hektar Urwald für Zellulose geopfert. Die Belastung wird so einen Schritt weit gesenkt.

Für Oliver Salge, Leiter der Waldkampagne bei Greenpeace, eine gute Nachricht: "Heute haben wir für den Erhalt der Urwälder des Nordens einen Erfolg verbucht. Zur Herstellung von Kleenex wurden in den USA und Kanada bisher vor allem boreale Urwälder in Kanada gefällt. Es ist gut, dass diese bedrohten Wälder nun nicht mehr in der Toilette runtergespült werden."

Kimberly-Clark ist einer der größten Hersteller von Klopapier und Schminktüchern. Gestern hat das Unternehmen in Washington gemeinsam mit Greenpeace eine neue Einkaufsrichtlinie für Zellstoff und Papierprodukte veröffentlicht. Die Verpflichtung ist der Durchbruch einer jahrelangen Greenpeace-Kampagne. Denn bisher hatte der Hersteller sein Umweltengagement zwar immer wieder betont, wirklich aktiv war Kimberly-Clark aber nicht.

In den letzten Monaten führte der Konzern mit Greenpeace intensive Verhandlungen, aus denen die neuen Richtlinien hervorgegangen sind. Demnach wird Kimberly-Clark ab sofort auf Zellstoff aus Urwaldzerstörung verzichten und zukünftig verstärkt auf Recyclingfasern und Zellstoff setzen, der nach dem Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert ist und aus ökologisch nachhaltiger Waldwirtschaft stammt. Ab Ende 2011 will der Hersteller aus den Kanadischen Wäldern nur noch Zellstoff verwenden, der FSC-zertifiziert ist. Mit dieser Regelung bleiben jährlich mehrere zehntausend Tonnen Urwaldholz im Wald.

Die Urwälder in den kanadischen Provinzen Ontario und Quebec sind seit den 90er Jahren ein Hauptschauplatz der weltweiten Urwaldzerstörung. 80 Prozent wurden zerstört oder verwüstet, um Zellstoff für Zeitungen, Zeitschriften und Toilettenpapier zu gewinnen. Kimberly-Clark hat dieses verantwortungslose Vorgehen jahrzehntelang unterstützt, indem der Konzern Holz aus diesen Urwäldern bezogen hat.

Dieser Schritt hat ohne Zweifel Symbol- und Beispielwirkung.

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