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ÖKOLOGIE

Schwere Vorwürfe von WWF und ECA gegen Andritz


Wien (16.6.10): ECA Watch Österreich und der WWF Österrreich kritisieren die Entscheidung von Andritz, sich auch weiterhin am Ilisu-Projekt zu beteiligen, scharf und kündigten Konsequenzen an.
Die Argumente von Andritz-Chef Leitner für den Verbleib im Projekt widersprechen der Realität und sind eine Aneinanderreihung verdrehter Tatsachen, so der WWF und ECA Watch.

„Das Projekt ist noch lange nicht gebaut. Der Widerstand geht weiter. Wer am Untergang Hasankeyfs verdient, wird diesen Makel nicht mehr los. Derartige Profitgier darf sich nicht lohnen“, kündigt Ulrich Eichelmann von der Stop Ilisu - Kampagne weitere Schritte gegen die beteiligten Firmen an.

Ähnlich auch der WWF Österreich: "Es ist eine Schande, dass ein österreichisches Unternehmen auf Biegen und Brechen Profit aus diesem natur- und menschenverachtenden Projekt schlagen will. Andritz macht sich durch seine Beteiligung mitschuldig am Untergang eines globalen Natur- und Kulturerbes. Das ist völlig unakzeptabel", so Andreas Wurzer vom WWF Österreich.

Die Aussage Leitners, dass in „Ilisu ein besonders modernes Kraftwerk mit hoher sozialer und umweltmäßiger Absicherung“ entstehen wird, sei nicht nur eine Verdrehung der Tatsachen und eine gefährliche Verharmlosung der Realität, sondern auch ein verbaler Schlag ins Gesicht der drei europäischen Regierungen. Diese hatten nach jahrelanger Prüfung im Juli 2009 die Verträge gekündigt wie auf Glocalist berichtet.

Ausschlaggebend dafür waren die verheerenden Folgen des Projekts und die Verfehlung internationaler Standards. Gleiches gilt für die Aussage Leitners, es wäre "nicht verständlich, wenn wir uns nicht beteiligen würden." Das Gegenteil ist der Fall. Finanzminister Josef Pröll hatte vor einem Jahr zusammen mit Rudolf Scholten den Ausstieg für Österreich politisch beschlossen.

Auch der Hinweis Leitners auf das „funktionierende Rechtsystem der Türkei“ ist ein Beweis dafür, dass der Andritz-Chef offensichtlich die Realität verkennt oder diese absichtlich falsch darstellt. Denn nach wie vor wird in der Türkei vertrieben statt nach international gültigen Standards umgesiedelt. Nach wie vor wissen die Menschen vor Ort nichts von ihrer Zukunft, nichts von Umsiedlungsplänen oder davon, wie sie in Zukunft ihr Auslangen finden sollen.

Nach dieser Entscheidung stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen Andritz ein Projekt nicht machen würde, fragt der WWF. "Wer sich an Ilisu beteiligt, macht alles für Geld", so Eichelmann abschließend.


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