Anzeige
Samstag, 4. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!
ÖKOLOGIE

Studie: 400.000 Elektrofahrzeuge 2020 in Österreich


Wien (27.5.09): Ein steiles Wachstum sieht der Verkehrsclub Österreich für Elektrofahrzeuge: So sollen es im Jahr 2020 rund 400.000 Elektromobile in Österreich geben.
Die Zahl der Autos mit Elektromotor wird bis zum Jahr 2020 in Österreich von heute rund 2.750 auf 405.000 stark steigen, aber bis dahin die herkömmlichen Autos nicht verdrängen, so die VCÖ-Studie.

Zu erwarten ist auch ein Boom bei den Elektro-Fahrrädern. Doch Elektro-Autos sind nicht automatisch umweltfreundlicher, die Öko-Bilanz hängt von der Energiequelle ab. Der VCÖ fordert einen Strategieplan für Elektro-Mobilität und strengere CO2-Grenzwerte für Neuwagen.

Im Jahr 2008 waren in Österreich 146 Elektro-Autos zugelassen. Dazu kamen weitere 2.592 Hybridautos - von insgesamt 4,28 Millionen Pkw. "Die Zahl der Elektrofahrzeuge wird in den kommenden Jahren stark steigen", fasst VCÖ-Experte DI Martin Blum die heute präsentierte VCÖ-Publikation "Potenziale von Elektro-Mobilität" zusammen. Der VCÖ rechnet für das Jahr 2020 mit einem Anstieg der Zahl der Autos mit Elektro-Motor um das 148-Fache auf 405.000.

Der Elektro-Motor wird sich international gegenüber den anderen alternativen Antrieben durchsetzen. Studien prognostizieren für Europa je nach Ölpreisentwicklung einen Anteil von Elektro-Autos am Pkw-Bestand von drei bis 14 Prozent im Jahr 2020. Für das Jahr 2030 ist bei verschärften Emissionsgrenzwerten ein Anteil von 31 Prozent möglich.

Der größte Vorteil von Elektro-Fahrzeugen: Sie verringern die Abhängigkeit von Erdöl. Die Internationale Energieagentur rechnet nach Ende der weltweiten Wirtschaftskrise bereits ab den Jahren 2012 / 2013 mit einem massiven Anstieg der Ölpreise. "Der Verkehr muss unabhängiger vom Erdöl werden. Elektro-Mobilität ist eine von vielen wirksamen Maßnahmen", so die für den Bereich Internationales zuständige VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen.

Die VCÖ-Studie zeigt, dass Elektro-Autos nicht automatisch umweltfreundlich sind. Kommt der Strom von Kohlekraftwerken, dann ist die CO2-Bilanz ähnlich schlecht wie jene von Benzin- und Diesel-Pkw. "Hingegen ist die CO2-Bilanz deutlich besser, wenn der Strom aus Wasserkraft, Wind- oder Solarenergie kommt. Daher braucht es Nachhaltigkeitskriterien", betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Die EU kann mit strengeren CO2-Grenzwerten für Neuwagen Elektrofahrzeuge fördern. Der VCÖ fordert einen CO2-Grenzwert von 80 Gramm pro Kilometer für Neuwagen für das Jahr 2020.

Kopfzerbrechen bereiten die Batterien der Elektrofahrzeuge. Die leistungsstärksten Batterien sind Lithium-Batterien. Doch auch Lithium ist nicht unendlich vorhanden. 84 Prozent der bekannten Vorkommen von Lithium befinden sich in Südamerika, die Hälfte davon in Bolivien, so die VCÖ-Studie. Recycling Technologien für Lithium sind daher zu entwickeln.

Kein Problem bereitet der zusätzliche Strombedarf: Selbst wenn in Österreich 900.000 ausschließlich mit Elektro-Motor angetriebene Pkw unterwegs sind, steigt der Stromverbrauch um nur 2.649 Gigawattstunden. Das entspricht vier Prozent von Österreichs Stromverbrauch im Jahr 2008. Auch die kurze Reichweite - reine Elektro-Fahrzeuge der ersten Generation kommen etwa 100 bis 200 Kilometer weit - ist kein Problem. Die VCÖ-Studie zeigt, dass in Österreich rund 98 Prozent der Autofahrten kürzer als 100 Kilometer sind.

Ein sehr großes Potenzial gibt es in Österreich für Elektro-Fahrräder. Die VCÖ-Studie zeigt, dass zwei Drittel der Alltagswege kürzer als zehn Kilometer sind. Zudem steigt mit der wachsenden Zahl älterer Menschen die Zahl potenzieller Käufer. Auch für Business-Leute ist das Elektro-Fahrrad in der Stadt eine schnellere Alternative zum Auto. Die Topographie Österreichs mit den zahlreichen Steigungen erhöht die Marktchancen der Elektro-Fahrräder. "Die Energiebilanz ist sensationell. Ein heutiges Auto verbraucht 175 Mal mehr Energie als eine Elektro-Fahrrad", so VCÖ-Experte Blum.

Eines zeigt die VCÖ-Studie sehr deutlich: Ob sich die Elektrofahrzeuge durchsetzen, hängt von den Treibstoffpreisen ab. Für Österreich schlägt der VCÖ einen Strategieplan Elektro-Mobilität vor und fordert Nachhaltigkeitskriterien für die Stromerzeugung. Städte können über nach Schadstoffausstoß gestaffelte Parkgebühren Anreize für E-Fahrzeuge setzen.

<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Klimaschutz ist gut für die Wirtschaft
>Tiefsee durch Fischerei in Gefahr
>WWF-Studie warnt vor Überfischung
>Flächenfraß in der Landwirtschaft: Eine gute, böse Kampagne?
>81 Millionen faire Rosen
>Gentech-Reis "Goldener Reis"
>Deutsches Trinkwasser sei sehr gut
>Einsatz von Antibiotika reduzieren, Grenzwerte festlegen
>E-Mobilität und Klimaschutz braucht mehr erneuerbare Energie
>Antibiotika-Resistenzen und Essen
>Wale als Beifang gehört gestoppt
>Antibiotika und Massentierhaltung
>Biokerosin
>BUND zieht die Umweltbilanz und NABU erstellt Chronik
>Bank Austria/Unicredit ist Österreichs "Atombank" Nummer 1
>Energieverbrauch 2011 sinkt in Deutschland
>Banken als Klimakiller?
>Greenpeace-Aktivisten protestieren auf VW-Konferenz
>1. Afrikanische Ökodorf-Konferenz
>WWF wirft APP Greenwashing vor
>Weihnachtsbaumtest: Pestizide
>Durban gescheitert
>Studie: Gentechnologielobby sei korrupt
>Neu: Bundespreis für EcoDesign
>ÖGUT-Umweltpreis 2011
>Unsinn: EU gibt Milliarden aus, damit Meer tot gefischt wird
>Studie: Welche Staaten sind attraktiv für Solarenergie?
>Ökosiegel für Autos: Da ist was schief gegangen
>WWF-Bericht: Wald und Klima
>Schlechtes Zeugnis für Tunfisch in der Dose
>Klimaextreme verschärfen Armut und Hunger
>Unilever: Kritik hält an
>Tourismus und Klimagerechtigkeit
>Feinstaubkrise durch Strassenbau
>Ökostrom kein Preistreiber für Industrie, aber für Bürger
>Grüne Rechenzentren
>Siegel MSC verbessert Lage in den Meeren
>Kein Sondermüll als Nahrung: Fleisch
>30 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr weniger
>PIK: Hitzewellen und Wetterkapriolen
>Grüne Elektronik - neuer Ratgeber
>Stop Ölbohrungen im Wattmeer
>Höchster Zuwachs Co2-Emission
>G20 - Klima- und Verbraucherschutz rutschen in das Abseits
>Weniger Energieverbrauch 2011 weil milder Winter
>Nach DUH-Klage: Hornbach ohne Quecksilberlampen
>Klimaschutz: Kirchen gehen mit schlechtem Beispiel voran
>Unanständig: EDF spioniert Greenpeace aus
>Pflanzenschutzgesetz: Kritik der Umweltverbände
>Pellets bis zu 40% günstiger als Heizöl und weniger Co2
Anzeige


Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"