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ÖKOLOGIE

Tag des Wassers und die Welt hat Durst


Berlin (22.3.10): Heute ist der internationale Weltwassertag und rund eine Milliarde Menschen hat keinen Zugang zu sauberen Wasser. Nur 10% des Oberflächenwasser in Deutschland hat das Prädikat guter ökologischer Zustand.
Und die Palette der Herausforderungen ist enorm. So haben nicht nur 1 Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberen Wasser, sondern auch rund 2,5 Milliarden Menschen ohne Abwassersystem auskommen.

Diese Tatsache führt dazu, dass Abwasser ungeklärt in den Kreislauf kommt und damit gravierende Gesundheitsprobleme induziert. Diese sind derart gravierend, dass rund 5 Millionen Kinder daran sterben: "Mehr als fünf Millionen Menschen, meist Kinder, sterben jährlich an den Folgen einer schlechten Wasserversorgung", sagt Geiger vom WWF.

Und Brot für die Welt stellt den Zusammenhang zu einer verfehlten Entwicklungspolitik dar: Sanitäre Grundversorgung ist dabei das am meisten verfehlte Entwicklungsziel der internationalen Gemeinschaft. Im Herbst 2000 hatte die Generalversammlung der Vereinten Nationen acht „Millennium-Entwicklungsziele“ formuliert, die bis zum Jahr 2015 umgesetzt werden sollen. Im Bereich sanitärer Grundversorgung sollte der Anteil der Menschen halbiert werden, der ohne Zugang dazu lebt. "Die Realität ist allerdings ernüchternd. Selbst das moderate Ziel einer Halbierung wird bei dem derzeitigen Umsetzungstempo in den Ländern des Südens erst im nächsten Jahrhundert erreicht werden“, sagt die Direktorin von „Brot für die Welt“, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht zunehmenden Konflikten um begrenzte Wasservorräte aufziehen. Der bis Ende dieses Jahrhunderts zu erwartende Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um bis zu fünf Grad Celsius führe zusammen mit expandierenden Wüsten, austrocknenden Flüssen und der Verschmutzung des Oberflächen- und Grundwassers zu vermehrten Streitigkeiten um die Ressource Wasser, meint der BUND-Wasserexperte Sebastian Schönauer.

"Schon heute haben rund eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Wenn Industrie und Landwirtschaft die Wasserreservoirs übernutzen und verschmutzen wie bisher, eine wachsende Weltbevölkerung immer mehr Wasser braucht und die Konflikte um knappe Wasservorräte zunehmen, wird sich diese Zahl noch erhöhen", so Schönauer.

Und die Prognose des BUND sieht düster aus: Bereits in fünfzehn Jahren könnten bis zu drei Milliarden Menschen vor allem in Afrika und Asien unter Trinkwasserknappheit leiden.

In den kommenden fünfzehn Jahren werde der globale Wasserverbrauch um weitere 40 Prozent steigen. Um diesen Bedarf zu decken, müsse vor allem in Wasserspartechniken und die Aufbereitung und Speicherung von Trinkwasser investiert werden. Um die Auswirkungen des Klimawandels auf natürliche Wasserkreisläufe zu begrenzen sei die Erhaltung von Flussauen, Seen und Mooren als Kohlendioxid-Speicher sowie der Schutz der Bodenfruchtbarkeit entscheidend.

Die Deutsche Welthungerhilfe spitzt pointiert zu, dass nicht die Menge des verfügbaren Wassers entscheidend ist, sondern vor allem die Qualität. "Viele Menschen haben zwar Zugang zu einer Wasserquelle, aber sie werden krank, weil das Wasser verunreinigt ist", sagt Stephan Simon, Wasserexperte der Deutschen Welthungerhilfe.

Lage in Deutschland

Nur zehn Prozent der Oberflächen-Gewässer in Deutschland erreichen das Prädikat „guter ökologischer Zustand“. UBA-Präsident Jochen Flasbarth erklärte anlässlich des Welttages des Wassers: „Viele Flüsse, Seen und Bäche sind mittlerweile weitgehend sauber. Sauerstoffmangel kommt kaum noch vor.

Allerdings sind zu viele Flüsse und Bäche in Deutschland immer noch eingeengt und begradigt. Deshalb können nur wenige Gewässer eine durchweg positive ökologische Qualität erreichen.“ Durch Fluss und Bachbegradigungen gehen Stromschnellen, Kiesbänke oder Überflutungsgebiete und damit auch die natürliche Vielfalt an Lebensräumen verloren. Die für viele Gewässer typischen Lebensgemeinschaften in Schotterstrecken oder Flachwasserzonen sind stark überformt oder ganz verschwunden.

Ein weiteres Problem sind Phosphor und Stickstoff, die vielerorts immer noch in zu großem Umfang in Seen und Küstengewässer gelangen. Probleme treten auch beim Grundwasser auf, vor allem durch Nitrat aus der Landwirtschaft.

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