Zum Start der Konsultationen der EU-Kommission zu Fragen der Klimaeffekte von indirekten Landnutzungsänderungen bei Biokraftstoffen, legt das Öko-Institut einen Vorschlag vor, wie die Treibhausgasemissionen von Bioenergie methodisch umfassend bilanziert werden können.
"Unsere Untersuchungen bestätigen verschiedene Studien, die zeigen, dass die Emissionen durch die indirekte Landnutzung bei Biokraftstoffen sehr hoch sein können, aber sie zeigen auch, dass es klimafreundliche Bioenergieträger gibt", erläutert Uwe R. Fritsche vom Bereich Energie & Klimaschutz am Darmstädter Büro des Öko-Instituts.
Treibhausgase (THG) aus indirekten Landnutzungsänderungen (indirect land use changes = ILUC) entstehen, wenn auf einer vorher z. B. für Nahrungs- oder Futtermittel genutzte Fläche Rohstoffe angebaut wurden, die nun für Biokraftstoffe eingesetzt werden.
Der vorherige Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln wird auf andere Flächen verdrängt – und dort ggf. Wald abholzt oder Grünland in Acker- oder Weideland umgewandelt. Dabei können hohe THG-Emissionen entstehen.
Die EU-Kommission fragt in den kommenden Monaten in einer öffentlichen Konsultation, wie die Treibhausgasemissionen bei Biokraftstoffen, die durch ILUC entstehen, in die Gesamtbilanz der europäischen Treibhausgase einbezogen werden sollen.
Denn Biokraftstoffe dürfen nur dann als „nachhaltig“ anerkannt werden, wenn sie insgesamt mindestens 35 Prozent weniger Treibhausgasemissionen verursachen als fossile Kraftstoffe. Nur "nachhaltige" Biokraftstoffe dürfen auf die EU-weit verbindliche Quote von 10 Prozent erneuerbaren Energien am Kraftstoffverbrauch in 2020 angerechnet werden
„Nach unseren Berechnungen sind die Emissionen aus der indirekten Landnutzung auch bei vorsichtiger Abschätzung so hoch, dass nur wenige Biokraftstoffe die erforderliche Grenze von 35 Prozent erreichen“, so Fritsche weiter. „Es ist deshalb sehr wichtig, dass die EU die THG-Emissionen aus ILUC in die Bilanz für Biokraftstoffe einbezieht. Nur so entsteht ein vollständiges Bild über Bioenergie und ihren Beitrag zum Klimaschutz.“
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Samstag, 11. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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