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Sonntag, 12. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!
ÖKOLOGIE

Greenpeace-Aktivisten protestieren an einer der groessten Anbauflaechen fuer genmanipulierten Mais in Brandenburg gegen die Aussaat von Gen-Pflanzen.

 

Verbotener Genmais auf nicht existentem Acker? Geht das?


Berlin (10.2.10): Offenbar gibt es Schlampereien bei der Anmeldungen von Gen-Mais. So gibt es, laut einer Nachforschung von Greenpeace, Flächen im Standortregister mit anderen als eingetragenen Größen oder existieren gar nicht. Für Verwirrung sorgt auch die Regelung, dass Landwirte Gen-Pflanzen anmelden dürfen, obwohl der Anbau verboten ist oder, wie im Fall der Gen-Kartoffel Amflora, die EU-Zulassung fehlt.
Teile der Angaben im Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Braunschweig sind offenbar falsch. Wie Greenpeace nachforschte gibt es eingetragene Flächen die so gar nicht existieren oder andere Größen aufweisen. Dass Gen-Pflanze ohne EU-Zulassung zum Anbau kommen ist eine Regelung die mehr als nur verwirrt.

Dieses Jahr sind 2.650 Hektar weniger Anbauflächen im Standortregister eingetragen als noch im Vorjahr. Grund dafür ist das Anbauverbot für den Gen-Mais MON810. Ilse Aigner beschloss das Anbauverbot im April 2009, weil es Zweifel an der Sicherheit des Gen-Maises gibt. Trotz dieses Verbotes können Landwirte unter Vorbehalt den Anbau anmelden.

Greenpeace analysierte die Daten aus Bayern, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommen. Von 24 angemeldeten Flächen in diesen drei Bundesländern sind 6 falsch eingetragen. Die Angaben können nicht stimmen, weil es entsprechende Flächen in den Gemeinden entweder gar nicht gibt oder diese völlig andere Größen aufweisen. Somit erfüllt das Standortregister nicht seine Aufgabe, für Transparenz beim Anbau der Risiko-Pflanzen zu sorgen. Greenpeace fordert von Landwirtschaftministerin Ilse Aigner (CSU), diese verwirrenden Anmeldungen sofort zu unterbinden.

Der schlampige Umgang der Behörden mit den Anmeldungen macht das wichtige Standortregister fast unbrauchbar, sagt Stephanie Töwe, Gentechnikexpertin von Greenpeace. Für alle Landwirte und Imker, die gentechnikfrei produzieren, ist die mangelnde Kontrolle eine Katastrophe. Sie wissen nicht, ob auf Nachbarfeldern Gen-Pflanzen wachsen werden und ob sie Vorkehrungen treffen müssen. Die große Mehrheit der Bevölkerung lehnt Gentechnik auf dem Acker ab. Dann müssen die Behörden auch zuverlässig dafür sorgen, dass alles mit rechten Dingen zugeht.

Greenpeace hat eine interaktive Karte veröffentlicht ( bit.ly/bURIlt ), auf der alle angemeldeten Flächen eingetragen sind. Sie können bis auf das Flurstück genau betrachtet werden. In Bayern entdeckte Greenpeace ein Flurstück, das laut Anmeldung sechs mal größer ist als möglich sein kann. Besonders heikel: Die falschen Angaben betreffen fränkische Landwirte, von denen einige auch dieses Jahr Schadensersatz vom BVL fordern wollen, wenn ein weiteres Verbot sie daran hindert, den Gen-Mais Mon810 anzubauen.

Aigner muss am Verbot für Mon810 festhalten. Sie muss auch im Falle einer EU-Zulassung der Gen-Kartoffel deren Anbau in Deutschland stoppen, erklärt Töwe. Eine von Greenpeace im Januar in Auftrag gegebene Emnid-Umfrage zeigt, dass 79 Prozent der Deutschen das Verbot für Mon810 erhalten wollen. 77 Prozent sind zudem gegen den Anbau der Gen-Kartoffel Amflora.



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