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ÖKOLOGIE

Wenn die Heizung Strom für den Computer liefert


Wien (25.11.09): In einem Symposium präsentierte gestern die Österreichische Energieagentur gemeinsam mit der Vereinigung Österreichischer Kessellieferanten (VÖK) die Zukunft der Heizsysteme. Diese sollen künftig auch Strom liefern und wünschen sich eine Förderung von Mikro KWK.
Moderne Heizsysteme sind bereits in der Lage, nicht nur den Wärmebedarf zu decken, sondern auch elektrischen Strom zu erzeugen, der im Eigenheim und eingespeist ins Stromnetz genutzt werden kann. In einer gestrigen Präsentation wurden bestehenden und zukünftige Lösungen und deren Potentiale vorgestellt.

In Zukunft ist die Heizung neu zu definieren:


Sie soll nicht nur Wärme und Warmwasser bereitstellen, sondern gleichzeitig auch Strom produzieren. Fernseher, Computer und Kühlschrank mit der eigenen Heizung betreiben zu können, erhöht auch die Unabhängigkeit und führt in die für die Zukunft prognostizierte notwendige Selbstversorgung und Energieautarkie.

Es fließt viel Steuergeld in Form von Förderungen in die thermische Sanierung von Gebäuden und gleichzeitig auch in den Ausbau der Nah- und Fernwärmenetze. Wenn die Häuser aber immer weniger Wärme brauchen, müsste Fernwärme um ein Vielfaches weiter transportiert werden. Dies ist weder ökologisch noch ökonomisch vertretbar", kritisiert Dr. Elisabeth Berger von der VÖK. Sie sieht die Zukunft viel mehr bei Heizanlagen die gleichzeitig Strom und Wärme mit geringen Verteilverlusten produzieren.

"Dies kann die Energieeffizienz im Heizungsbereich um zumindest 10 % steigern", pflichtet ihr Dr. Fritz Unterpertinger von der Österreichischen Energieagentur bei. "Die Erhöhung der Energieeffizienz ist insgesamt ein ambitioniertes Ziel: Durch eine konsequente Umsetzung von Effizienzmaßnahmen in allen Sektoren könnte insgesamt mit 7-10 TWh annähernd die Hälfte der zukünftig nötigen Strommenge eingespart werden. Jede einzelne Maßnahme dafür zählt." Und verweist damit auf die Wärmekraftkopplung als einen Baustein der künftigen Energieerzeugung.

Die Industrie hat bereits alltagstaugliche Lösungen entwickelt ist man sich einig und zählt dazu flüssiggasbetriebene Mini-BHKWs und holz- und pelletsbefeuerte Mikro KWKs. In naher Zukunft sollen Gaswandgeräte mit Stirlingmotor auf den Markt kommen und man arbeite bereits an Freikolben-Stirling-Micro-KWK-Anlagen. Noch nicht absehbar sei hingegen die Markteinführung der Brennstoffzelle. Zwar laufen seit 2002 Feldversuche, die Serienreife wird jedoch nach vorsichtigen Schätzungen frühestens in einigen Jahren sein.

Forderung nach Förderung von Mikro KWK

Bereits jetzt kann jedoch mit einer Mikro KWK rund die Hälfte des elektrischen Eigenverbrauches eines Durchschnittshaushalt produziert werden – wenn die Heizung läuft, dann produziert sie den Strom gleich mit! Eine bestechende Lösung – ist man sich einig!

Damit dies so rasch wie möglich auch Realität werden kann, sollte eine Markteinführungsprämie als "Anschubfinanzierung" beschlossen – wie bereits vom WIFO im Jahr 2005 angeregt – oder eine gesonderte steuerliche Abschreibungsmöglichkeit geschaffen werden, so die Forderung und wünscht sich eine fair abgegoltenen Preis für eingespeisten Strom. "Wärmegeführte Anlagen produzieren den Strom primär in der Heizperiode, da ist er besonders "wertvoll" – und dies sollte sich auch in den Einspeisetarifen niederschlagen" fordert die VÖK.

"Kommt die EU Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, wie jetzt in Vorbereitung, muss ab 2019 jedes neu errichtete Gebäude den eigenen Energiebedarf selbst decken können, Strom aus der Heizung kann ein Schritt sein, dieses Ziel zu erreichen", hält Unterpertinger von der Österreichischen Energieagentur fest.

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