BirdLife International, der europäische Dachverband des NABU, das Europäische Umweltbüro (EEB) und Transport & Environment (T&E) hatten zwei Studien in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse der Tage in Brüssel vorgestellt wurden.
Die erste Studie, durchgeführt von Joanneum Research (Österreich), brachte erhebliche Defizite in der Methodik zutage, nach der bisher die angeblichen CO2-Einsparungen durch die Nutzung von Biomasse aus Holz bilanziert werden, sowohl in der Europäischen Union als auch im Kontext der Klimarahmenkonvention und des Kyoto-Protokolls.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die energetische Nutzung der Biomasse aus Holz problematisch sein kann. Durch die Verbrennung werde das im Holz über viele Jahre gespeicherte CO2 unmittelbar frei gesetzt wird. Im Ergebnis kann die Klimabilanz der Biomasse-Nutzung aus Holz schlechter sein als die Bilanz der durch sie zu ersetzenden fossilen Energieträger. Der NABU fordert daher eine Überprüfung der EU-Ziele für die Gewinnung von Energie aus Biomasse.
Die zweite Studie von CE Delft (Niederlande) untersuchte die gesamte Kette der Klimaeffekte der in Europa genutzten Agrartreibstoffe. Im Fokus standen dabei vor allem die Auswirkungen der Zunahme der landwirtschaftlichen Anbaufläche von Energie-Rohstoffen in ökologisch sensiblen Gebieten. Dieser Effekt, dass statt Nahrungsmitteln große Mais- oder andere Monokulturen für die Energieerzeugung angebaut werden, ist auch als indirekte Änderung der Landnutzung bekannt.
Als Ergebnis der beiden alarmierenden Studien verlangt der NABU, diese Aspekte in der weiteren Bewertung der Bioenergienutzung zu berücksichtigen. Solange die Europäische Union sich weigert, die vollständigen Klima-Auswirkungen von Agrartreibstoffen zu berücksichtigen, sei ihre Klimastrategie für den Verkehrssektor zum Scheitern verurteilt. Die derzeitige EU-Politik für Biomasse und Agrartreibstoffe könne weltweit erhebliche ökologische Risiken nach sich ziehen.
(Quelle: NABU)
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Samstag, 4. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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