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ÖKOLOGIE

Zerstörung Baikalsee: Erste Investoren ziehen sich zurück


Bonn (29.1.10): Gute Nachricht: Die Schweizer Bank Clariden Leu steigt nicht in die Finanzierung des Zellulosewerks am Baikalsee ein.
Die Privatkundenbank Clariden Leu, eine Tochter der Credit Suisse, wird nach einem Bericht der Basler Zeitung keine Aktien des Aluminiumkonzerns Rusal in ihren Emerging Markets Fund aufnehmen. Hauptaktionär von Rusal ist der Oligarch Oleg Deripaska, der zugleich Mitinhaber des umstrittenen Zellulosewerks am sibirischen Baikalsee ist. Die Fabrik galt lange Zeit als größter Verschmutzer am Baikalsee. Ihre Schließung im März 2009 wurde von Umweltschützern weltweit begrüßt. Aufgrund einer Anfang dieses Jahres erlassenen Verordnung (Dekret 1) von Ministerpräsident Wladimir Putin soll das Kombinat nun wieder die Produktion ohne Umweltauflagen aufnehmen.

Die Schweizer Bank Clariden Leu verzichtet wegen der Gefährdung des Baikalsees durch die Wiederinbetriebnahmen eines Papier- und Zellulosewerks auf Investitionen in das russische Unternehmen Rusal. Die Entscheidung wird von der Umweltstiftung Global Nature Fund (GNF) als wegweisender Schritt eines Finanzinstituts zur Erhaltung eines bedrohten Ökosystems begrüßt.

"Die Entscheidung der Züricher Bank Clariden Leu zeigt, dass neben Umweltschützern auch Investoren kein Verständnis für den fahrlässigen Umgang mit einem extrem sensiblen Ökosystem haben", so Udo Gattenlöhner, Geschäftsführer des GNF. "Die Finanzwirtschaft sollte sich ein Beispiel nehmen und im Internationalen Jahr der Biodiversität ihr Engagement für die Erhaltung bedrohter Natur ausbauen".

Am Baikalsee arbeitet der GNF seit über 10 Jahren mit lokalen Naturschützern zusammen und unterstützt sie bei der Umsetzung von Projekten und Aktionen zum Erhalt der „Perle Sibiriens". Dort leitete die Zellstoff- und Papierfabrik BPPM mehr als vier Jahrzehnte ihre anfallenden Produktions- und Abwässer ungeklärt in den Baikalsee, pro Tag fielen ca. 100.000 m³ giftiges Abwasser an. Der Baikalsee gilt als die größte Süsswasserreserve der Welt; rund 20% des gesamten Süsswassers der Welt befinden sich am Baikalsee. Im Jahr 1996 hat die UNESCO den Baikalsee in die Liste der Weltnaturerbestätten aufgenommen.

Mit dem Verzicht auf Investitionen und Kreditvergabe können Banken die Geschäftspolitik von Firmen, die an Naturzerstörung beteiligt sind, beeinflussen. Unterstützung bei der Bewertung und strategischen Einbindung von Biodiversität in ihr Risikomanagement erhalten Finanzdienstleister durch die kürzlich gestartete Europäische Business and Biodiversity Kampagne.



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