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POLITIK

 

700 Veranstaltungen gegen Rassismus


Berlin (16.3.10): 700 Veranstaltungen gegen Rassismus in rund 250 Städten und gesponsert von der Wirtschaft wie Unternehmen OTTO, LIDL, Deutsche Post oder ERGO.
Die Internationalen Wochen gegen Rassismus werden in Deutschland ab heute bis zum 28. März mit mehr als 700 Veranstaltungen begangen. Und das ist gut so, vor allem die wichtige Allianz zwischen Zivilgesellschaft, Gemeinden und Wirtschaft. Das kann sich tatsächlich als eine tragfähige Achse herausstellen.

"Über 700 Veranstaltungen in etwa 250 Städten und Gemeinden sind ein eindrucksvoller Beleg für das vielfältige Engagement gegen Rassismus in Deutschland", sagt Jürgen Micksch, der Vorsitzende des Interkulturellen Rates anlässlich des Beginns der „Internationalen Wochen gegen Rassismus."

Angesichts der erschreckenden Zahl von rassistisch motivierten Straf- und Gewalttaten und rassistischer Einstellungen auch in der Mitte der Gesellschaft ist das Engagement gegen Rassismus besonders wichtig.

Während sich Hunderte von gesellschaftlichen Gruppen und Initiativen gegen Rassismus und Diskriminierung stark machen, gibt es im politischen Bereich noch viele Defizite, die da sind: Beratungs- und Informationsstellen für die Opfer rassistischer Gewalt sind auszubauen, zivilgesellschaftliches Engagement ist durch Förderprogramme gegen Rassismus und Rechtsextremismus dauerhaft zu unterstützen, ein unabhängiges Gremium aus Wissenschaftlern und Praktikern ist einzurichten, das in regelmäßigen Abständen einen Bericht zum Rassismus in Deutschland erstellt, Empfehlungen zur Ausgestaltung und Weiterentwicklung von Programmen gegen Rassismus abgibt und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz als Instrument gegen rassistische Diskriminierung ist weiterzuentwickeln und den europäischen Vorgaben anzupassen.

Migrantinnen und Migranten, die besonders häufig von Rassismus betroffen sind, müssen endlich gleiche gesellschaftliche und politische Teilhabechancen bekommen. "Wahlkämpfe und politische Entscheidungen können dann nicht mehr so einfach auf ihrem Rücken ausgetragen werden", so Micksch.

Der Interkulturelle Rat setzt sich deshalb dafür ein, Migrantinnen und Migranten den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit zu erleichtern, die Optionspflicht für Kinder nichtdeutscher Eltern aus dem Staatsangehörigkeitsrecht zu streichen und den Weg zu einem umfassenden kommunalen Wahlrecht freizumachen. "Volle gesellschaftliche und politische Gleichberechtigung ist die beste Prävention gegen rassistische Diskriminierung" erklärte Micksch abschließend.

Zu den Aktionswochen im Jahr 2010:

Es zeichnet sich ab, dass die diesjährigen „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ vom 15. bis 28. März die bislang umfangreichsten in der Geschichte der Kampagne sein werden. Mehr als 80.000 vorbereitende Materialien wurden abgerufen, der Veranstaltungskalender beim In-terkulturellen Rat verzeichnet bereits jetzt über 700 Maßnahmen in etwa 250 Kommunen. Städte und Gemeinden wie Berlin, Leipzig, Erlangen oder Saarbrücken beteiligen sich mit einem eigenen Veranstaltungsprogramm.

Einige Beispiele für die Vielfältigkeit der Aktionen, mit denen sich lokale Initiativen, Schulen, Gewerkschaften, Vereine, Sportverbände und Unternehmen an den Aktionswochen beteiligen und Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzen:

- Unter dem Titel „Vorurteile und Ressentiments gegen Muslime – ein neuer Rassismus?“ veranstaltet der Ausländer- und Integrationsbeirat der Stadt Erlangen am 21. März eine Fachtagung, die sich mit der Frage beschäftigt, welche gesamtgesellschaftliche Entfaltung der Islamdiskurs erfährt.

- Die Forderung „Politische Partizipation – Demokratie braucht jede Stimme“ wird am 23. März bei einer Veranstaltung der IG Metall in Frankfurt/M. mit Vertretern der politischen Parteien diskutiert.

- Die DGB-Jugend Saar veranstaltet zusammen mit dem Cafe Exodus, dem örtlichen Jugendzentrum und der Initiative Laut gegen Nazis in Saarbrücken ein umfangreiches Programm gegen Rassismus. Dieses umfasst Workshops, Filmvorführungen, Konzerte, Infoveranstaltungen und Podiumsdiskussionen.

- Der Deutsche Fußball Bund mit seinen Regional- und Landesverbänden und die Deutsche Fußball Liga rufen in Stadiondurchsagen dazu auf, Rassismus und Diskriminierung innerhalb und außerhalb der Fußballstadien entschieden zu begegnen. Viele Vereine der Profiligen und viele Fanprojekte beteiligen sich darüber hinaus mit eigenen Aktivitäten.

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