Anzeige
Sonntag, 12. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!
POLITIK

Atomkraft: Verlängerung Laufzeit sei Klientelpolitik


Berlin (6.9.10): Scharfer Protest von NGOs wie dem BUND und Greenpeace gegen die Beschlüsse zum Energiekonzept der Regierung. Der BDI begrüßt die getroffene Entscheidung.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in den gestrigen Beschlüssen der Koalitionsparteien zur Energiepolitik inklusive einer Verlängerung der Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke einen beispiellosen Fall von Klientelpolitik. Noch nie habe sich eine Bundesregierung so den Interessen einer bestimmten Branche der Wirtschaft unterworfen. Die Entscheidung, Atommeiler im Durchschnitt zwölf Jahre länger betreiben zu lassen als bisher vorgesehen, stärke das Oligopol der vier großen Energieunternehmen, die 80 Prozent des Strommarktes beherrschten, so der BUND zusammenfassend.

Für Greenpeace stellt die Laufzeitverlängerung der deutschen
Atomkraftwerke einen Kniefall der Bundeskanzlerin Merkel vor der
Atomindustrie dar. „Obwohl sich zwei Drittel der deutschen Bevölkerung
gegen die Atomkraft ausspricht, hört Bundeskanzlerin Merkel lieber auf
Einflüsterer aus der Atomindustrie. Damit hat sie ihr Image als engagierte
Klima- und Umweltschützerin auf dem internationalen Parkett endgültig
verspielt“, meint Niklas Schinerl, Anti-Atom-Sprecher von Greenpeace.

Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND: „Es gibt keinen vernünftigen Grund, die Laufzeiten der Atommeiler in Deutschland zu verlängern, außer man folgt den Gewinninteressen der vier Atomstromkonzerne. Nachdem es der Bundesregierung mit ihren fragwürdigen Energiegutachten nicht gelungen ist, glaubwürdige Begründungen für die Verlängerung der Atomkraftwerks-Laufzeiten zu erhalten, wollte die schwarz-gelbe Koalition offensichtlich schnell Fakten schaffen. Nicht das für Ende September angekündigte Energiekonzept, sondern die Gier der Atomstromkonzerne nach Extra-Profiten bestimmt die Energiepolitik der Bundesregierung.“

Als Reaktion auf die Regierungspläne kündigte Weiger die Fortsetzung der Anti-Atom-Proteste an. Bereits für den 18. September plant die Umweltorganisation zusammen mit anderen Verbänden in Berlin eine Großdemonstration. Dabei soll das Regierungsviertel umzingelt werden. Weitere Aktionen der Atomgegner sind im Oktober in Stuttgart und München sowie im November in Gorleben geplant.

Die Mehrheit der Bevölkerung lehne die Atomenergie ab. Das werde sich auch nicht ändernd, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel jetzt versuche, die fragwürdigen energiepolitischen Entscheidungen vom Wochenende schönzureden. „Wer einseitig Politik zugunsten der AKW-Betreiber macht, muss mit weiter zunehmendem Protest rechnen“, sagte Weiger.

Der BDI sieht die Beschlüsse der Bundesregierung positiv und sieht nun Planungssicherheit am Horizont und macht einen Preisdämpfungseffekt aus:

„Mit der Entscheidung zur Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke hat die Bundesregierung einen wichtigen Baustein für das Energiekonzept festgelegt. Nun kommt es darauf an, möglichst schnell auch die weiteren Eckpunkte des Energiekonzepts zu entscheiden und für Planungssicherheit zu sorgen.“ Das erklärte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf anlässlich der Einigung der schwarz-gelben Koalition.
Und führt weiter aus: „Die gefundene Regelung wirkt preisdämpfend auf die Strompreise in Deutschland. Diese Entscheidung ist auch wichtig für das Industrieland Deutschland, denn sie trägt dazu bei, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu erhalten und sichert damit Arbeitsplätze in Deutschland. Dies sollte die Akzeptanz der Entscheidungen in der Öffentlichkeit fördern."

<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Kritik an Niebels Bildungsstragie
>EU-Subventionen könnten Millionen grüne Jobs schaffen
>Städte und Kommunen: Bündnis für Biodiversität
>Forderung: 1 Milliarde für Nachhaltigkeitsforschung
>"Wir sind die neuen Juden"
>Schröder im Glück:2 Millionen weniger für Zivilgesellschaft
>Es braucht ein Siegel für Ökostrom
>Gefahr für EEG und Energiewende
>Österreich will den Ball der Rechtsextremen durchtragen
>Bundesregierung: 400 Millionen für Gentechnik in Nahrung
>Umweltverbände: Forstwirtschaft zerstört Waldnaturerbe
>WKR-Ball, Hofburg, Rechtsextreme und UNESCO
>Rösler will Erneuerbare Energie kippen
>Kritik an Wirtschaftsminister
>Erste Absage für Bundespräsident
>Großdemo gegen Agrarindustrie
>Eine Superkoalition will Diäten für Politik erhöhen
>Roten Faden gefunden: Förderung Partikelfilter für PKW/LKW
>Zu wenige Investitionen in erneuerbare Wärme
>EU-Energy Roadmap 2050
>Staatsschutz ermittelt gegen amnesty?!
>WKR-Ball, Hofburg und Rechtsextremismus
>Pestizidgesetz ist Murks
>Hamburg: 13.000 für ein Transparenzgesetz.
>Strategie gegen Rassismus von Politik gefordert
>Dreht sich das Klima in Durban?
>Klimaschutz gut und schön, aber transparent bitte
>Globale WWF-Kampagne zur Rettung Regenwald
>Durban wird zum klimapolitischen Fiasko
>Ball der Rechtsextremen findet in der Wr. Hofburg statt
>Rechtsextremismus: Wir nehmen das nun in die Hand
>Will Regierung Energiewende stoppen?
>Pharmabranche patentiert Sex und Fortpflanzung?
>Imker kündigen Zusammenarbeit mit Bundesregierung auf
>Expertengremien der Bundesregierung: UN-Klimaprozess stärken
>Wir sind beschämt, wir trauern
>AI-Bericht zu Ägypten: Menschenrechtslage schlimmer
>Heiner Geißler für gemeinnützige Ratingagentur
>Rösler gegen Energiewende?
>Kinderrechte einklagbar
>Tanz der Rechtsextremen in der Hofburg am Holocaust-Tag
>Spitzensteuersatz: Da geht was
>AK fordert Entmachtung der Ratingagenturen
>Banken in die Schranken
>UN-Dekade der biologischen Vielfalt: Auch verloren?
>Fall der 5%-Hürde
>Investstau bei Gebäudesanierung: Politik gefordert
>Vattenfall Klage
>Volksabstimmung Griechenland
>NGOs gegen den Überwachungsstaat Österreich
Anzeige


Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"