Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe kritisieren die Kürzung von Hilfsgeldern durch das Auswärtige Amt.
Aus Anlass des Tages der Humanitären Hilfe, der am 19. August begangen wird, bezeichnen die beiden christlichen Hilfswerke die Kürzung des Haushaltstitels für Humanitäre Hilfe um 20 Prozent von 96 auf 76,8 Millionen Euro als falschen Schritt angesichts weltweit wachsender Not.
"Nicht nur, weil die Zahl der Naturkatastrophen wächst, wie dieser Sommer drastisch zeigt. Die Kürzung trifft die Ärmsten der Armen dieser Welt", so Caritas und Diakonie, da die Gelder vor allem für Menschen in „vergessenen Katastrophen“ eingesetzt werden, für die kaum private Spenden zu erhalten sind.
Banken werden gerettet, Opfer von Katastrophen nicht?
Oliver Müller, Leiter von Caritas international, ist besorgt angesichts der Auswirkungen der Kürzungen: "Es wird bei denen gespart, die die Hilfe am nötigsten haben: Flüchtlinge im Kongo, Minenopfer in Kolumbien oder Aidskranke in Simbabwe. Das ist trotz Sparzwängen nicht nachvollziehbar, zumal wir alle noch in Erinnerung haben, wie viel Geld für die Rettung der Banken zur Verfügung stand."
Eine vergessenen Katastrophe ist beispielsweise in Kivu/Ostkongo: Dort sind noch immer 1,5 Millionen Menschen, die mit Gewalt aus ihren Dörfern vertrieben wurden, auf Unterstützung angewiesen. Sie leben von der Barmherzigkeit ihnen unbekannter Gastfamilien, die selber kaum genug zum Leben haben. Mindestens die Hälfte aller Mädchen und Frauen sind außerdem Vergewaltigungen zum Opfer gefallen und leiden unter massiven Verletzungen, Traumatisierung und sozialer Ausstoßung. Sie alle sind vollständig auf auswärtige Hilfe angewiesen.
Bereits 2009/2010 waren die Ausgaben für die Humanitäre Hilfe vom Auswärtigen Amt um 6,2 Prozent gekürzt worden. Nachdem der jüngste Einschnitt um nochmals 20 Prozent bekannt geworden war, hatten Anfang August 14 deutsche Hilfsorganisationen, darunter Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe, in einem persönlichen Schreiben gegen die Kürzungen bei Außenminister Guido Westerwelle protestiert.
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Sonntag, 12. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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