Im Jänner 2009 wurde das so genannte "Nationale CSR-Forum" eingerichtet unter der Federführung des BMAS. In der Antrittspresseerklärung hieß es 2009: "Einerseits stärkt CSR die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen; andererseits ist sie ein wichtiger - und immer wichtiger werdender - Beitrag zur sozialen und ökologischen Dimension der Globalisierung." Seitdem ist nicht wirklich viel geschehen und der Aufmerksamkeitsfokus hat sich auch weg von CSR hin zu Nachhaltigkeit entwickelt.
Hintergrund zum Hintergrund ist, dass während des G8-Gipfels 2007 unter deutschen Vorsitz beschlossen worden ist, CSR mehr in den Fokus zu rücken. 2008 hat dann die Bundesregierung begonnen eine nationale CSR-Strategie auszuformulieren. Dies führte dann zur oben erwähnten Gründung des "Nationalen CSR-Forum" im Jänner. Im April gab man sich über sechs "Aktionsfelder" definiert seine Aufgaben bzw. Schwerpunkte, die da sind:
Aktionsfeld 1: Glaubwürdigkeit und Sichtbarkeit von CSR, Aktionsfeld 2: Förderung der Verbreitung des Themas CSR, insbesondere auch bei KMU , Aktionsfeld 3: Integration von CSR in Bildung, Qualifizierung, Wissenschaft und Forschung , Aktionsfeld 4: Stärkung von CSR in internationalen und entwicklungspolitischen Zusammenhängen, Aktionsfeld 5: Beitrag von CSR zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen und Aktionsfeld 6: Schaffung eines CSR-förderlichen Umfelds. Also, alles.
Schon vor mehr als einem Jahr hieß es dann weiter, dass "Mit ihrer nationalen CSR-Strategie die Bundesregierung das Thema "gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen" insgesamt, aber auch Wege und Formen ihrer Wahrnehmung in der breiten Öffentlichkeit sichtbarer machen will." Seitdem ist sehr wenig geschehen, was die Öffentlichkeitsarbeit betrifft und CSR ist nach wie vor eher unsichtbar. Nicht dass nicht gearbeitet wird; es werden viele Berichte gemacht. Aber das Kernthema (Aktionsfeld 1) ist bis dato schwer unterbeleuchtet und wenig konkretisiert.
Nun hat das "Nationale CSR-Forum" (Corporate Social Responsibility) vorige Woche in Berlin seinen Empfehlungsbericht an Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen, übergeben, der am 22. Juni durch das "Nationale CSR-Forum" Beschluss fand.
Darin empfiehlt das "Nationale CSR-Forum" der Bundesregierung, einen Nationalen Aktionsplan CSR zu erstellen und legt dazu konkrete Vorschläge vor. Und neuerlich kann man lesen, dass es um die Stärkung der Glaubwürdigkeit und Sichtbarkeit von CSR gehe, wie schon vor mehr als einem Jahr. Aber jetzt wirklich, könnte man so hinzufügen.
Weiters empfiehlt man die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), die Einbeziehung von CSR in Bildung und Forschung, mögliche Beiträge zur Bewältigung von Herausforderungen wie dem demografischen Wandel wie auch Vorschläge zu CSR in der internationalen Zusammenarbeit. Alles durchaus richtig und notwendig. Der Ansagen sind aber nun genug getroffen worden und man darf sich wohl auf bunte und leistungsstarke Umsetzungen erfahren, die, so darf man wohl davon ausgehen, selbstverständlich transparent und ohne Mauschelei ganz im Sinne von CSR vergeben worden sind.
Bundesministerin Ursula von der Leyen zeigt sich beeindruckt: "Ich bin beeindruckt davon, wie viele Unternehmen sich schon heute freiwillig und über das gesetzlich Geforderte hinaus engagieren - für ihre Angestellten, für energieeffizientes Wirtschaften oder das Wohl der Kommunen, in denen sie tätig sind. Eine bundesweite CSR-Strategie wird einen Schub für dieses wichtige Engagement auslösen. Ich finde, die vielen guten Ideen und Ansätze sollen Schule machen. Der Bericht des CSR-Forums bietet wertvolle Empfehlungen für die Nationale CSR-Strategie, die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zusammen mit den anderen Ressorts jetzt erarbeiten wird und die wir im Herbst als Aktionsplan im Bundeskabinett verabschieden wollen. Ich bin sicher: Wirtschaftliche, soziale und ökologische Ziele zahlen sich aus, sie gehören zusammen und alle haben einen Vorteil davon. Und genau darin liegen Reiz und Stärke von CSR."
Sprich, ob unter dem Wertvollen dann die Sichtbarmachung zu finden ist, wird sich zeigen. Neben sehr allgemeinen Formulierungen - "hochwertige Auftaktveranstaltung", zentrales Webprojekt zur Sichtbarmachung und Bündelung/Schaffung eines zentralen Preises - findet man wenig Konkretes, sprich wieviele Mittel denn zur Verfügung gestellt werden, verbindliche Zeitlinien und mehr; eben was so zu einem Plan alles halt gehört. Seltsam auch der Zug hin zu einer Zentralisierung, über die man recht wenig erfährt und man als grundsätzlich positiv verortet vorstelt, ohne nähere Begründung zu erfahren. Aber wenn sich vornehmlich Zentral- und Spitzenverbände zusammen setzen, darf es nur wenig wundern, dass eben Zentralisierung im Mittelpunkt steht. Ob Zentralisierung zu CSR, Nachhaltigkeit und Klein- und Mittelbetriebe passt, ist wohl eine andere, noch nicht öffentlich geführte Diskussion.
Download Bericht im Wortlaut > bit.ly/deXJ0H
Aktuelle Umfrage "Nachhaltige Beschaffung" > glocalist.com/umfrage/
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Donnerstag, 9. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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