Anzeige
Donnerstag, 9. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!
POLITIK

CSR-Forum übergibt Aktionsplan für nationalen CSR-Plan


Berlin (5.7.10): Vorige Woche überreichte das "Nationale CSR-Forum" den Empfehlungsbericht für die Sichtbarmachung von CSR. Ursula von der Leyen zeigt sich beeindruckt.
Im Jänner 2009 wurde das so genannte "Nationale CSR-Forum" eingerichtet unter der Federführung des BMAS. In der Antrittspresseerklärung hieß es 2009: "Einerseits stärkt CSR die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen; andererseits ist sie ein wichtiger - und immer wichtiger werdender - Beitrag zur sozialen und ökologischen Dimension der Globalisierung." Seitdem ist nicht wirklich viel geschehen und der Aufmerksamkeitsfokus hat sich auch weg von CSR hin zu Nachhaltigkeit entwickelt.

Hintergrund zum Hintergrund ist, dass während des G8-Gipfels 2007 unter deutschen Vorsitz beschlossen worden ist, CSR mehr in den Fokus zu rücken. 2008 hat dann die Bundesregierung begonnen eine nationale CSR-Strategie auszuformulieren. Dies führte dann zur oben erwähnten Gründung des "Nationalen CSR-Forum" im Jänner. Im April gab man sich über sechs "Aktionsfelder" definiert seine Aufgaben bzw. Schwerpunkte, die da sind:

Aktionsfeld 1: Glaubwürdigkeit und Sichtbarkeit von CSR, Aktionsfeld 2: Förderung der Verbreitung des Themas CSR, insbesondere auch bei KMU , Aktionsfeld 3: Integration von CSR in Bildung, Qualifizierung, Wissenschaft und Forschung , Aktionsfeld 4: Stärkung von CSR in internationalen und entwicklungspolitischen Zusammenhängen, Aktionsfeld 5: Beitrag von CSR zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen und Aktionsfeld 6: Schaffung eines CSR-förderlichen Umfelds. Also, alles.

Schon vor mehr als einem Jahr hieß es dann weiter, dass "Mit ihrer nationalen CSR-Strategie die Bundesregierung das Thema "gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen" insgesamt, aber auch Wege und Formen ihrer Wahrnehmung in der breiten Öffentlichkeit sichtbarer machen will." Seitdem ist sehr wenig geschehen, was die Öffentlichkeitsarbeit betrifft und CSR ist nach wie vor eher unsichtbar. Nicht dass nicht gearbeitet wird; es werden viele Berichte gemacht. Aber das Kernthema (Aktionsfeld 1) ist bis dato schwer unterbeleuchtet und wenig konkretisiert.

Nun hat das "Nationale CSR-Forum" (Corporate Social Responsibility) vorige Woche in Berlin seinen Empfehlungsbericht an Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen, übergeben, der am 22. Juni durch das "Nationale CSR-Forum" Beschluss fand.

Darin empfiehlt das "Nationale CSR-Forum" der Bundesregierung, einen Nationalen Aktionsplan CSR zu erstellen und legt dazu konkrete Vorschläge vor. Und neuerlich kann man lesen, dass es um die Stärkung der Glaubwürdigkeit und Sichtbarkeit von CSR gehe, wie schon vor mehr als einem Jahr. Aber jetzt wirklich, könnte man so hinzufügen.

Weiters empfiehlt man die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), die Einbeziehung von CSR in Bildung und Forschung, mögliche Beiträge zur Bewältigung von Herausforderungen wie dem demografischen Wandel wie auch Vorschläge zu CSR in der internationalen Zusammenarbeit. Alles durchaus richtig und notwendig. Der Ansagen sind aber nun genug getroffen worden und man darf sich wohl auf bunte und leistungsstarke Umsetzungen erfahren, die, so darf man wohl davon ausgehen, selbstverständlich transparent und ohne Mauschelei ganz im Sinne von CSR vergeben worden sind.

Bundesministerin Ursula von der Leyen zeigt sich beeindruckt: "Ich bin beeindruckt davon, wie viele Unternehmen sich schon heute freiwillig und über das gesetzlich Geforderte hinaus engagieren - für ihre Angestellten, für energieeffizientes Wirtschaften oder das Wohl der Kommunen, in denen sie tätig sind. Eine bundesweite CSR-Strategie wird einen Schub für dieses wichtige Engagement auslösen. Ich finde, die vielen guten Ideen und Ansätze sollen Schule machen. Der Bericht des CSR-Forums bietet wertvolle Empfehlungen für die Nationale CSR-Strategie, die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zusammen mit den anderen Ressorts jetzt erarbeiten wird und die wir im Herbst als Aktionsplan im Bundeskabinett verabschieden wollen. Ich bin sicher: Wirtschaftliche, soziale und ökologische Ziele zahlen sich aus, sie gehören zusammen und alle haben einen Vorteil davon. Und genau darin liegen Reiz und Stärke von CSR."

Sprich, ob unter dem Wertvollen dann die Sichtbarmachung zu finden ist, wird sich zeigen. Neben sehr allgemeinen Formulierungen - "hochwertige Auftaktveranstaltung", zentrales Webprojekt zur Sichtbarmachung und Bündelung/Schaffung eines zentralen Preises - findet man wenig Konkretes, sprich wieviele Mittel denn zur Verfügung gestellt werden, verbindliche Zeitlinien und mehr; eben was so zu einem Plan alles halt gehört. Seltsam auch der Zug hin zu einer Zentralisierung, über die man recht wenig erfährt und man als grundsätzlich positiv verortet vorstelt, ohne nähere Begründung zu erfahren. Aber wenn sich vornehmlich Zentral- und Spitzenverbände zusammen setzen, darf es nur wenig wundern, dass eben Zentralisierung im Mittelpunkt steht. Ob Zentralisierung zu CSR, Nachhaltigkeit und Klein- und Mittelbetriebe passt, ist wohl eine andere, noch nicht öffentlich geführte Diskussion.

Download Bericht im Wortlaut > bit.ly/deXJ0H
Aktuelle Umfrage "Nachhaltige Beschaffung" > glocalist.com/umfrage/

<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>EU-Subventionen könnten Millionen grüne Jobs schaffen
>Städte und Kommunen: Bündnis für Biodiversität
>Forderung: 1 Milliarde für Nachhaltigkeitsforschung
>"Wir sind die neuen Juden"
>Schröder im Glück:2 Millionen weniger für Zivilgesellschaft
>Es braucht ein Siegel für Ökostrom
>Gefahr für EEG und Energiewende
>Österreich will den Ball der Rechtsextremen durchtragen
>Bundesregierung: 400 Millionen für Gentechnik in Nahrung
>Umweltverbände: Forstwirtschaft zerstört Waldnaturerbe
>WKR-Ball, Hofburg, Rechtsextreme und UNESCO
>Rösler will Erneuerbare Energie kippen
>Kritik an Wirtschaftsminister
>Erste Absage für Bundespräsident
>Großdemo gegen Agrarindustrie
>Eine Superkoalition will Diäten für Politik erhöhen
>Roten Faden gefunden: Förderung Partikelfilter für PKW/LKW
>Zu wenige Investitionen in erneuerbare Wärme
>EU-Energy Roadmap 2050
>Staatsschutz ermittelt gegen amnesty?!
>WKR-Ball, Hofburg und Rechtsextremismus
>Pestizidgesetz ist Murks
>Hamburg: 13.000 für ein Transparenzgesetz.
>Strategie gegen Rassismus von Politik gefordert
>Dreht sich das Klima in Durban?
>Klimaschutz gut und schön, aber transparent bitte
>Globale WWF-Kampagne zur Rettung Regenwald
>Durban wird zum klimapolitischen Fiasko
>Ball der Rechtsextremen findet in der Wr. Hofburg statt
>Rechtsextremismus: Wir nehmen das nun in die Hand
>Will Regierung Energiewende stoppen?
>Pharmabranche patentiert Sex und Fortpflanzung?
>Imker kündigen Zusammenarbeit mit Bundesregierung auf
>Expertengremien der Bundesregierung: UN-Klimaprozess stärken
>Wir sind beschämt, wir trauern
>AI-Bericht zu Ägypten: Menschenrechtslage schlimmer
>Heiner Geißler für gemeinnützige Ratingagentur
>Rösler gegen Energiewende?
>Kinderrechte einklagbar
>Tanz der Rechtsextremen in der Hofburg am Holocaust-Tag
>Spitzensteuersatz: Da geht was
>AK fordert Entmachtung der Ratingagenturen
>Banken in die Schranken
>UN-Dekade der biologischen Vielfalt: Auch verloren?
>Fall der 5%-Hürde
>Investstau bei Gebäudesanierung: Politik gefordert
>Vattenfall Klage
>Volksabstimmung Griechenland
>NGOs gegen den Überwachungsstaat Österreich
>NGOs ziehen Halbzeit-Bilanz in Sachen Demokratiereform
Anzeige


Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"