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POLITIK

Das Establishment vertraut sich nicht mehr


Frankfurt a.M. (27.1.10): Edelman Trust Barometer 2010 hat weltweit rund 5.000 Meinungsführer und Entscheidungsträger nach ihrem Vertrauen in Wirtschaft und Politik befragt. Das Ergebnis: Das Establishment mißtraut sich selber.
Das Edelmann Trust Barometer sieht die Regierungen der Welt als Vertrauensgewinner, so auch in Deutschland und das Vertrauen in die Wirtschaft steigt weltweit. Anmerken muss man aber, dies auf sehr niedrigen Niveau. Und die Ergebnisse lassen sich auch anders interpretieren: Das Establishment vertraut sich selbst nicht mehr. Und auch in der Bevölkerung scheint das Vertrauen in Politik und Wirtschaft wegzubrechen, wie eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung unterlegt: 70% der Bevölkerung vertrauen nicht mehr (s.h. Bericht auf Glocalist Daily News > bit.ly/8gFBLU ).

Denn im Rahmen der mindestens einmal jährlich durchgeführten Studie wurden in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres weltweit 4.875 Meinungsführer und damit auch tendenziell Entscheidungsträger zum Thema Vertrauen in Institutionen (Regierung, Wirtschaft, NGOs und Medien) befragt. Man kann diese befragte Gruppe daher mit Fug und Recht als Teil des Establishments begreifen bzw. zuzählen.

Am meisten Vertrauen haben - wenig überraschend - bei den Meinungsträgern die Banken verloren: Deutschlands Banken tümpeln bei nur mehr 19%. Wie üblich wird es den Banken genau egal sein und lediglich einige PR-Agenturen werden von diesem Ergebnis profitieren, die ihrem Kunden Angst und Schrecken einjagen, um eine neue PR- und Werbeoffensive beauftragt zu erhalten.

Die deutsche Regierung genießt mit 43 Prozent den höchsten Vertrauenswert bei Meinungsträgern seit zehn Jahren, fasst Edelmann zusammen. Das kann aber kein Anlass zum Jubel sein, denn nur 43% sind zu wenig. Auch hier Handlungsbedarf, aber der Wille dazu wird sich wohl auch rasch erschöpfen.

Vertrauen steigt, aber Banken verlieren Vertrauen

Demnach gaben weltweit 54 Prozent der befragten Entscheider an, darauf zu vertrauen, dass Wirtschaftsunternehmen "das Richtige" tun im Vergleich zu 2009, wo 50 Prozent dies meinten. Das Ergebnis aber runtergebrochen auf Deutschland sieht etwas anders aus: Nur 40 Prozent der hiesigen Entscheider konnten dieser Aussage zustimmen, was zwar ein Anstieg um 6 Prozentpunkte gegenüber 2009 ist, aber noch immer auf niedrigem Niveau sich befindet.

Und 78 Prozent der befragten Entscheider in Deutschland gehen davon aus, dass die Unternehmen nach der Rezession zur Tagesordnung zurückkehren und keine Konsequenzen ziehen werden. Besonders kritisch wirkt sich diese Haltung auf den Bankensektor aus. Nur 19 Prozent vertrauen der Bankenbranche, das sind nochmal fünf Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Die Banken bilden damit das Schlusslicht im Vertrauensranking der Branchen, fasst Edelmann zusammen.

NGOs sind nicht nur in Deutschland die Vertrauensprofiteure der Krise: NGOs legten auf traditionell hohem Niveau um drei Punkte auf 57 Prozent zu und NGOs sind mit 51 Prozent am vertrauenswürdigsten in Deutschland. Dazu wird gerade ein aktuelles Voting auf Glocalist durchgeführt > www.glocalist.com/36.0.html


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