Anzeige
Sonntag, 12. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!
POLITIK

EU fordert grenzübergreifenden Kampf gegen Kriminalität


Brüssel (24.8.10): Straftäter nutzen die offenen Grenzen der EU, um gestohlene Vermögenswerte oder illegale Waren zu verschieben. Seit 2006 gibt es in der EU eine Regelung die es ermöglicht, illegal erlangte Vermögenswerte auch im europäischen Ausland einzuziehen. Damit das Netz funktioniert, müssen noch 14 Staaten die Vorschrift umsetzen.
Im Juli haben italienische Behörden Mafia-Vermögen in Höhe von 60 Mio. EUR sichergestellt. In Großbritannien wurden 92,3 Mio. GBP von einem international agierenden Verbrecherring mit Besitz in Dubai konfisziert. Diese Beschlagnahmen machten nur einen Bruchteil des Gesamtvermögens dieser kriminellen Vereinigungen aus, denen es gegenwärtig leicht möglich ist, ihre Vermögenswerte über die Grenzen zu verschieben. Um hier Abhilfe zu schaffen, gilt in der EU seit 2006 eine Regelung, die es den Mitgliedstaaten ermöglicht, die Einziehung illegal erlangter Vermögenswerte auch im europäischen Ausland zu erwirken.

Dem von der Europäischen Kommission veröffentlichten Bericht zufolge hat allerdings die Hälfte der Mitgliedstaaten diese Vorschriften noch nicht umgesetzt. Das bedeutet, dass Vermögenswerte (Immobilien, gewaschenes Geld oder auch gestohlene Fahrzeuge) einer in Frankreich verfolgten kriminellen Vereinigung beispielsweise in der Slowakei oder in Bulgarien sicher sind.
Nach der EU-Regelung können die Justizbehörden eines Mitgliedstaats die jeweiligen Behörden des anderen Mitgliedstaats ersuchen, ihre Einziehungsentscheidungen zu vollstrecken. Wie der heute veröffentlichte Bericht zeigt, wird jedoch die Beschlagnahme illegal erlangter Vermögenswerte noch immer durch unzureichende Umsetzung und unnötige Bürokratie erschwert, ein Zeichen für das mangelnde Vertrauen in die Justizsysteme der anderen Länder.

Aus dem veröffentlichten Bericht geht hervor, dass bis Februar 2010 lediglich 13 der 27 EU-Mitgliedstaaten diese Vorschriften umgesetzt haben. Obwohl die Frist für die Umsetzung am 24. November 2008 auslief, haben sieben Mitgliedstaaten der Kommission mitgeteilt, dass das Rechtsetzungsverfahren noch nicht abgeschlossen sei; sieben weitere Mitgliedstaaten machten keinerlei Angaben.

Im Bericht der Kommission wird auch darauf hingewiesen, dass selbst in den Ländern, in denen die Vorschriften umgesetzt wurden, Einziehungsentscheidungen keinesfalls automatisch anerkannt werden, sondern dass häufig weitere rechtliche Formalitäten zu erfüllen sind, wie die in den nationalen Vorschriften von vier Ländern (Tschechische Republik, Polen, Rumänien und Slowenien) hinzugefügten öffentlichen Anhörungen.

„Dass die EU-Mitgliedstaaten in Zeiten der Wirtschaftskrise Vermögenswerte verurteilter Straftäter in Milliardenhöhe durchs Netz schlüpfen lassen, ist äußerst bedauerlich, zumal sich die Regierungen bereits vor vier Jahren auf Einziehungsmaßnahmen verständigt haben,“ erklärt Viviane Reding, für das Ressort Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft zuständige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission. „Die Nachlässigkeit, mit der viele Mitgliedstaaten Rahmenbeschlüssen des Rates, denen sie alle zugestimmt haben, Folge leisten, macht erneut deutlich, wie wichtig der Lissabon-Vertrag für die Verwirklichung des europäischen Rechtsraums ist. Für die Zukunft brauchen wir klarere Regelungen, eine systematischere Anwendung und Vollstreckung und – vor allem – gegenseitiges Vertrauen in unsere Justizsysteme. Bis wir dies erreicht haben, fordere ich die Mitgliedstaaten auf, Vorschriften zur Kriminalitätsbekämpfung umzusetzen, die es den Justizbehörden ermöglichen, zusammenzuarbeiten und illegal erlangte Vermögenswerte tatsächlich einzuziehen.“
(EU-Presse)


<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Kritik an Niebels Bildungsstragie
>EU-Subventionen könnten Millionen grüne Jobs schaffen
>Städte und Kommunen: Bündnis für Biodiversität
>Forderung: 1 Milliarde für Nachhaltigkeitsforschung
>"Wir sind die neuen Juden"
>Schröder im Glück:2 Millionen weniger für Zivilgesellschaft
>Es braucht ein Siegel für Ökostrom
>Gefahr für EEG und Energiewende
>Österreich will den Ball der Rechtsextremen durchtragen
>Bundesregierung: 400 Millionen für Gentechnik in Nahrung
>Umweltverbände: Forstwirtschaft zerstört Waldnaturerbe
>WKR-Ball, Hofburg, Rechtsextreme und UNESCO
>Rösler will Erneuerbare Energie kippen
>Kritik an Wirtschaftsminister
>Erste Absage für Bundespräsident
>Großdemo gegen Agrarindustrie
>Eine Superkoalition will Diäten für Politik erhöhen
>Roten Faden gefunden: Förderung Partikelfilter für PKW/LKW
>Zu wenige Investitionen in erneuerbare Wärme
>EU-Energy Roadmap 2050
>Staatsschutz ermittelt gegen amnesty?!
>WKR-Ball, Hofburg und Rechtsextremismus
>Pestizidgesetz ist Murks
>Hamburg: 13.000 für ein Transparenzgesetz.
>Strategie gegen Rassismus von Politik gefordert
>Dreht sich das Klima in Durban?
>Klimaschutz gut und schön, aber transparent bitte
>Globale WWF-Kampagne zur Rettung Regenwald
>Durban wird zum klimapolitischen Fiasko
>Ball der Rechtsextremen findet in der Wr. Hofburg statt
>Rechtsextremismus: Wir nehmen das nun in die Hand
>Will Regierung Energiewende stoppen?
>Pharmabranche patentiert Sex und Fortpflanzung?
>Imker kündigen Zusammenarbeit mit Bundesregierung auf
>Expertengremien der Bundesregierung: UN-Klimaprozess stärken
>Wir sind beschämt, wir trauern
>AI-Bericht zu Ägypten: Menschenrechtslage schlimmer
>Heiner Geißler für gemeinnützige Ratingagentur
>Rösler gegen Energiewende?
>Kinderrechte einklagbar
>Tanz der Rechtsextremen in der Hofburg am Holocaust-Tag
>Spitzensteuersatz: Da geht was
>AK fordert Entmachtung der Ratingagenturen
>Banken in die Schranken
>UN-Dekade der biologischen Vielfalt: Auch verloren?
>Fall der 5%-Hürde
>Investstau bei Gebäudesanierung: Politik gefordert
>Vattenfall Klage
>Volksabstimmung Griechenland
>NGOs gegen den Überwachungsstaat Österreich
Anzeige


Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"