Anzeige
Donnerstag, 2. September 2010 - Eine andere Information ist möglich!
POLITIK

Die Sorgen Europas: Armut und Bürokratie


Europa (3.2.10): Im Großen und Ganzen sind die Europäer mit ihrer persönlichen Situation zufrieden, jedoch mit manchen öffentlichen Dienstleistungen und mit der Sozialpolitik zusehends unzufrieden. Und der Spannungsbogen zwischen den einzelnen EU-Staaten ist sehr groß.
Der Bericht zur sozialen Lage ist ein jährlicher Bericht der Europäischen Kommission, in dem langfristige soziale Trends beobachtet werden. Der dieser Tage erschienene Bericht, zeigt, dass die Europäer im Großen und Ganzen recht zufrieden sind, jedoch machen ihnen der öffentliche Sektor und der Umgang mit Armut zu schaffen. Mit ihrer Situation am zufriedensten sind die Menschen in den nordischen Ländern und den Niederlanden.

Die Umfrageergebnisse

Gemäß der Eurobarometerumfrage sind die meisten Europäer mit ihrem Leben im Allgemeinen zufrieden (durchschnittlich +3,2 Punkte auf einer Skala von -10 bis +10). Doch zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten gibt es große Unterschiede: Am zufriedensten ist man in Dänemark (+8,0), und auch in Schweden, den Niederlanden und Finnland. Am unzufriedensten ist man in Bulgarien (-1,9), gefolgt von Ungarn, Griechenland und Rumänien.

Beim öffentlichen Dienst sind die Europäer im Durchschnitt recht unzufrieden mit dem Funktionieren ihrer öffentlichen Verwaltung (-1,2 Punkte). In allen Ländern – Luxemburg und Estland ausgenommen – haben die Europäer den Eindruck, dies hätte sich in den letzten fünf Jahren verschlechtert, und sie rechnen mit weiteren Verschlechterungen (einzige Ausnahme: Luxemburg).

Zu spezifischen Politikbereichen befragt, sind die Europäer allgemein zufrieden mit dem Gesundheitswesen (+1,3 Punkte) – in Belgien, den Niederlanden und Luxemburg wurden die besten Noten vergeben (über +5 Punkte), in Bulgarien, Griechenland und Rumänien hingegen die schlechtesten (höchstens -3 Punkte).

Am unzufriedensten waren die Europäer damit, wie sich ihr Land mit sozialer Benachteiligung und Armut auseinandersetzt (-2 Punkte). Punkte im Plusbereich gab es nur aus Luxemburg und den Niederlanden; am schlechtesten schnitten Lettland und Ungarn ab (-5 Punkte oder weniger).

Wohnen

Im letzten Jahresbericht der Europäischen Kommission zur sozialen Lage wird aufgezeigt, dass die Europäer heutzutage einen größeren Teil ihres Einkommens für Wohnkosten aufwenden als vor zehn Jahren (Steigerung um knapp vier Prozentpunkte). Auch die Hypothekenschulden sind in der EU signifikant angestiegen.

Im Durchschnitt geben die Europäer ein Fünftel ihres verfügbaren Einkommens für das Wohnen aus. Miet- und Hypothekenzahlungen machen nur 30 % der gesamten Wohnkosten in der EU aus – die restlichen 70 % entfallen auf Reparaturen, Instandhaltung und Heizkosten. Infolge der Privatisierung von Wohnraum sind die meisten Menschen in den mittel- und osteuropäischen EU-Mitgliedstaaten nun Eigentümer ihrer Wohnung, so dass Reparaturen, Instandhaltung und Heizkosten rund 90 % der gesamten Wohnkosten ausmachen.

In dem Bericht wird auch auf die Qualität der Wohnung eingegangen. Dabei wird festgestellt, dass viele Europäer nach eigenen Angaben in Unterkünften wohnen, die durchschnittlichen Ansprüchen nicht genügen, und dass mehr Menschen mit niedrigen Einkommen über eine problematische Wohnsituation berichten.

Soziale Auswirkungen der Krise

Es ist zwar noch zu früh, um die gesamten sozialen Auswirkungen der Krise zu bewerten – so die Kommission, doch wird in dem Bericht die Frage untersucht, welche Lehren aus den Erfahrungen früherer Rezessionen gezogen werden können. So spielen die Sozialausgaben eine Rolle für den Schutz der Opfer der Rezession, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Arbeitslose Einkommensunterstützung erhalten, in der EU unterschiedlich hoch.

Den Report gibt als als Download:
ec.europa.eu/social/BlobServlet

<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Längere Atomkraftlaufzeiten: NGOs empört
>Berlin: Wasserprivatisierungsverträge auf den Tisch
>Energiedebatte: Subventionierung von Atomkraft beenden
>NABU fordert Festhalten an Brennelementesteuer
>Thüringen Vorbild für Solarwirtschaft
>EU fordert grenzübergreifenden Kampf gegen Kriminalität
>Umfrage: 90% der Deutschen wollen eine neue Wirtschaft
>Förderprogramm „Thüringen-GreenTech“: 280 Millionen
>Caritas und Diakonie kritisieren Kürzung von Hilfsgeldern
>Thüringen: 20 Jahre Freistaat, aber nix Bürgerbeteiligung
>Google Street View: Klare Regeln notwendig
>Kriegsverbrechen der Taliban müssen verfolgt werden
>Waldbrand in Russland droht atomar zu werden
>NGOs unzufrieden mit UN-Klimaverhandlungen
>Kampagne: Existenzlohn für Textilbranche
>Russland brennt: System Putin trägt Mitschuld
>Schwach, schwächer, am schwächsten: Nationaler Energieplan
>Auslandsbestechung: Deutschland auf gutem Wege
>Beck will Hürden für Volksbegehren senken
>UN: Recht auf Wasser ein Menschenrecht
>Indikatorenbericht zur nachhaltigen Entwicklung
>Jugend zweifelt an Politik und will Bürgerbeteiligung
>WVM gegen Ökosteuerpläne der Regierung
>Ausnahmen für Ökosteuer streichen
>Wem gehört die Tomate? Gegen Patentierungswahn
>Bahn: Verbraucherschützer prüfen Klage
>Wärmstes Halbjahr seit 130 Jahren
>CCS-Gesetz: Kritik und Zustimmung
>Österreich bleibt Gentechnikfrei
>Gabriel: Mehr direkte Demokratie
>Umweltverbände steigen aus Runden Tisch Gen aus
>DUH kündigt Klage gegen Wirtschaftsministerium an
>Einigungsvorschlag zur Solarförderung
>CSR-Forum übergibt Aktionsplan für nationalen CSR-Plan
>Wulff: Mehr Demokratie, mehr Integration
>Im 3.Anlauf: Wulff ist Präsident
>Protest gegen das geplante CO2-Endlager in Brandenburg
>Klage wegen Gen gegen die Niedersächsische Landesregierung
>Green Race: Deutschland hat Handlungsbedarf
>NGOs kritisieren Regierung: Klimaschluderei
>G8 - Gipfel: Hunger kein Thema
>Finanzlobby: Hilferuf europäischer Parlamentarier
>UN zu Besuch in Deutschland: Rassismus ist Problem
>UN-Wissenschaftsrat für Biodiversität eingerichtet
>Obama: Energiewende jetzt
>Bund der Steuerzahler: Sparpaket ist Etikettenschwindel
>Regierung muss mehr für Verbraucher machen
>Faire Regeln für Bürgerbegehren
>22.000 Bürger fordern mehr Transparenz
>Web 2.0. schlägt für Gauck auf
Anzeige

Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"