Beim G8 Gipfel vom 25. bis 26. Juni in Huntsville, Kanada, steht die Hungerbekämpfung nicht auf der Tagesordnung. „Beim letzten G8 Gipfel in L`Aquila wurden 22 Milliarden US-Dollar für die Verbesserung der globalen Ernährungssituation versprochen. Dieses Versprechen ist eine Luftblase, die zerplatzt ist“, sagt Rudolf Buntzel, Berater für Welternährung des EED.
Die Zahl der Hungernden ist 2009 auf 1,02 Milliarden angestiegen – das sind 100.000 mehr als im vergangenen Jahr laut der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft FAO in ihrem aktuellen Welthungerbericht. Grund für den dramatischen Anstieg sind die weltweite Wirtschaftskrise und hohe Lebensmittelpreise. Bereits 2008 hatte das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen vor einem "stillen Tsunami" gewarnt.
Besonders bemerkenswert ist, dass der Hunger trotz Rekordernten steigt (2009), was deutlich macht: Hunger ist ein Umverteilungsproblem und nicht Produktionsproblem. Trotz einer Rekordernte im vergangenen Jahr ist die Anzahl der Hungernden auf über eine Milliarde Menschen gestiegen. "Deshalb ist es unbegreiflich, dass Weltbank und die Welternährungsorganisation FAO in ihren Programmen fast ausschließlich auf Produktionssteigerung setzen", so Hausmann. "Diese Programme wirken als Konjunkturpakete für die Saatgut- und Düngerindustrie, helfen aber nicht den Hungernden."
Brot für die Welt und der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) kritisieren vor diesem Hintergrund, dass Lösungsvorschläge für die Hungerbekämpfung beim G8 Gipfel in Huntsville nicht weiterbearbeitet werden:
"Wahrscheinlich werden nur 6 Milliarden US-Dollar von den versprochenen 22 Milliarden von den G8 für die Lösung der Nahrungsmittelkrise in den nächsten 3 Jahren bereitgestellt. Diese 6 Milliarden sind zudem keine zusätzlichen Gelder, sondern sind schon für bestehende Entwicklungsprogramme bewilligt“, so Bernhard Walter, Ernährungsexperte von Brot für die Welt.
Hoffnung setzen Brot für die Welt und EED auf das neu geschaffene Komitee zur Ernährungssicherheit, das im November 2009 beim Welternährungsgipfel in Rom beschlossen wurde. Es bezieht internationale Organisationen, Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaft und Privatwirtschaft ein.
In diesem Zusammenhang muss man auch an die verfehlten Milleniumsziele erinnern, wo ja die Beseitigung von Armut und Hunger eines der Kernziele darstellen: Die Bundesregierung muss einen verbindlichen Aktionsplan erstellen, um einen Beitrag zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele (MDG) bis 2015 zu leisten. "Um die Entwicklungsziele noch zu erreichen, bedarf es einer besonderen Kraftanstrengung. Eine Kraftanstrengung der Regierungen, der Entwicklungsländer und der Industrieländer, auch in diesen schwierigen wirtschaftlichen Zeiten", so Ulrich Post, VENRO-Vorsitzender.
(Quelle: EED, VENRO, UN)
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Samstag, 4. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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