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POLITIK

Hauff fordert wirkungsvollen Artenschutz


Berlin (22.1.10): Der Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Volker Hauff, hat ehrgeizigere und klarere Ziele zum weltweiten Schutz der Artenvielfalt gefordert.
Für ihn, so Hauff, mache das sehr begrüßenswerte Internationale Jahr der biologischen Vielfalt vor allem darauf aufmerksam, dass der Artenschwund fortschreite und ihm mit nur vagen Zielsetzungen kaum erfolgreich zu begegnen sei.

Bundeskanzlerin Merkel hatte sich in ihrer Festrede zur Eröffnung des Biodiversitätsjahres unter anderem für die Schaffung eines weltweiten Netzes aus Artenschutzgebieten zu Lande wie zu Wasser ausgesprochen. Es reiche nicht, in einem Teil der Welt etwas gegen den Artenschwund zu tun, und in anderen nicht, so Merkel. Bei international vernetzen Anstrengungen zum Schutz der Biodiversität komme es auf einen „fairen Interessenausgleich zwischen Industrie- und Entwicklungsländern“ an.

Hauff merkte zur Forderung der Kanzlerin an, die Vernetzung von Schutzgebieten könne nur ein Element des Kataloges konkreter Handlungen sein. Notwendig sei auch ein verstärkter Kampf gegen das illegale Jagen von Tieren zum wirtschaftlichen Profit. „Solange wir die Wilderei bedrohter Arten zulassen, verlieren wir den Kampf um die Biodiversität“, sagte Hauff. „Mit jeder gewilderten Art wird ein ökologischer Zusammenhang zerstört, der zugleich viele andere Arten betrifft.“ Werde die Wilderei nicht unterbunden, so Hauff, sei die Wirksamkeit von Schutzgebieten in Frage gestellt.

Für einen effektiven Artenschutz dringend erforderlich sei Konkretisierung, so Hauff. „Wir müssen mit Nachdruck die Diskussion über Zielstellungen und Indikatoren zur Erfolgskontrolle führen“, mahnte der Ratsvorsitzende und frühere Bundesminister für Forschung und Technologie während einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Auftaktveranstaltung des Biodiversitätsjahres. „Hat die Wissenschaft nicht bereits exakte Bezugsgrößen dafür geliefert?“ Seit Jahren, kritisierte das frühere Mitglied der Brundtland-Kommission, mache der Schutz der Biodiversität kaum Fortschritte. Zwar würden – zu Recht – mehr Schutzgebiete ausgewiesen, „aber dies übersetzt sich nicht in einen tatsächlichen Stopp der Ausrottung von Arten.“

Das Internationale Jahr der biologischen Vielfalt wurde eröffnet von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesumweltminister Norbert Röttgen, dem Exekutivsekretär der CBD, Ahmed Djoghlaf, und dem Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms, Achim Steiner. Basierend auf der Convention on Biological Diversity hatte die Generalversammlung der Vereinen Nationen 2010 zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt erklärt. Motiv ist die Schaffung eines Bewusstseins dafür, dass Biodiversität eine Grundvoraussetzung menschlichen Lebens ist.

(Quelle: RNE, Pressemitteilung)


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