Es ist die dritte Bestandsaufnahme nach 2006 und 2008. Der Bericht zeigt anhand von 35 Indikatoren, für die von der Politik in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie konkrete Ziele festgelegt wurden, den aktuellen Stand der Entwicklung.
Bei der Bewertung wird dabei auf plakative Wettersymbole, also einer Art von Ampel, zurückgegriffen, die einer ersten Orientierung hinsichtlich der Erfolge der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie dienen.
Dem Indikatorenbericht 2010 ist zu entnehmen, dass sich über die Hälfte der Indikatoren im Hinblick auf eine Zielerreichung günstig entwickelten: von 35 Indikatoren erhielten 14 das Wettersymbol „sonnig“ und fünf weitere das Symbol „leicht bewölkt“. Als "sonnig" stellt sich beispielsweise die der Klimaschutz oder die Entwicklung der erneuerbaren Energien dar.
Zehn Indikatoren dagegen zeigen sich „bewölkt“. Sie entwickelten sich zwar ebenfalls noch in die von der Nachhaltigkeitsstrategie gewünschte Richtung, es könnten ihnen im Zieljahr aber noch mehr als 20% des Wegs bis zum Ziel fehlen. Hier sind als Beispiele anzuführen, die Entkoppelung von Energieverbrauch und Wirtschaftswachstum, der Einsatz von Rohstoffen bis hin zum Flächenverbrauch. Bewölkt wird auch die Entwicklungszusammenarbeit beurteilt. Hier ist man nicht hinreichend nachhaltig.
Für sechs Indikatoren stehen die Zeichen auf „Gewitter“ und damit besonders ungünstig. Ihre Entwicklung hat in den letzten Jahren entweder weitgehend stagniert (Artenvielfalt; Verdienstabstand zwischen Männern und Frauen), der Indikator überschritt einen vorgegebenen Grenzwert (Staatsdefizit) oder die Indikatoren entwickelten sich sogar weg vom angestrebten Ziel (Gütertransportintensität, Anteil der Binnenschifffahrt an der Gütertransportleistung, Anteil der Fettleibigen). Soweit die zusammenfassende Darlegung vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden.
Bundesminister Pofalla sieht die Ergebnisse naturgemäß sehr sonnig: "Der Bericht ist uns Ansporn, bei unseren Anstrengungen zur Umsetzung der Strategie nicht nachzulassen.“ und will vorrangig wahrgenommen wissen, dass sich lediglich nur ein Indikator verschlechtert hat, nämlich die Staatsverschuldung und dies auf Grund der Finanz- und Wirtschaftskrise, wie der Minister hervorhebt.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen zeigte sich erfreut, dass die Entwicklungen vor allem in zwei wichtigen umweltpolitischen Handlungsfeldern in die richtige Richtung weisen: "Das kontinuierliche Sinken der Treibhausgasemissionen zeigt, dass Deutschland einer der Vorreiter im Klimaschutz ist. Wir werden auch zukünftig daran arbeiten, diese Rolle beizubehalten. Dazu gehört auch, Klimaschutz im eigenen Land mit konkreten Maßnahmen voran zu bringen. Dass die erneuerbaren Energien hier eine treibende Kraft sind, zeigt deren beständig steigender Anteil am Energieverbrauch. Je mehr erneuerbare Energien wir einsetzen, desto stärker sinkt der Ausstoß Klima schädigender Gase."
Naturgemäß kritisch sieht es die Opposition. Valerie Wilms von Bündnis 90/DIE GRÜNEN führen aus, dass "Von vielen Nachhaltigkeitszielen seien wir jedoch weit entfernt. Mir scheint, als wäre der Nachhaltigkeitsstrategie die Strategie abhanden gekommen." Dies verortet Wilms beispielhaft in den Bereichen Verkehr oder Artenschutz (s.h. Kommentar auf Glocalist von Valerie Wilms > bit.ly/cxdT9E ).
Bericht im Download > bit.ly/bzPyZw






