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Dienstag, 22. Mai 2012 - Eine andere Information ist möglich!
POLITIK

Die Spekulationsblase platzt © Mike Auerbach/Oxfam Deutschland

 

Keine exzessive Spekulation mit Lebensmittel


Berlin (28.6.11): Oxfam, Misereor und WEED warnen mit ihrer Aktion "Bis die Blase platzt" vor der Zunahme des Hungers in den armen Ländern, die durch maßlose Spekulation befördert werde. "Mit Essen spielt man nicht!", erklären sie und fordern die Abgeordneten auf, sich bei der Bundesregierung für die Eindämmung von exzessiven Nahrungsmittel-Spekulationen einzusetzen.
Seit Mitte 2000 nehme die Spekulation, insbesondere in den USA, dramatisch zu. Ungeheure Geldsummen würden in die Warenterminmärkte gepumpt und damit extreme Preissprünge ausgelöst.

Auf internationaler und europäischer Ebene böten sich jetzt die Chancen, die unkontrollierte Spekulation an den Warenterminmärkten zu bändigen und wirksame Regulierungen zu verabschieden. "Bundeskanzlerin Merkel sollte die Initiative des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy unterstützen und die skeptischen angelsächsischen G20-Mitglieder überzeugen, dass die Regulierung der Warenterminbörsen unverzichtbar ist", fordert Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale. Laut OECD und FAO sei die Wissenschaft sich fast einig, dass ein hohes Ausmaß an Spekulation an den Warenterminbörsen kurzfristige Preisbewegungen verstärke.


Auch auf europäischer Ebene bestünde aktuell die Chance, Transparenz zu verbessern, den außerbörslichen Handel (OTC) zu regulieren und exzessiven Spekulationen durch Handelsbeschränkungen wie Positionslimits vorzubeugen. "Die Bundesregierung darf sich nicht von der Finanzbranche einlullen lassen", erklärt Markus Henn, Finanzexperte bei der Entwicklungsorganisation WEED. Die Regulierung der Finanzmärkte sei wichtig, um die Warenterminmärkte funktionsfähig zu halten und die Weltagrarmärkte zu stabilisieren. "Davon profitieren sowohl Bauern und Bäuerinnen als auch Verbraucher/innen", so Henn. Die Rohstoffmärkte seien zu wichtig, als dass man sie allein den Finanzspekulanten überlassen könne.


"Es geht nicht nur um die Kontrolle von Terminmärkten. Um den Hunger weltweit zu bekämpfen und arme Menschen vor Preissprüngen zu schützen braucht es einen Paradigmenwechsel in der Rohstoffpolitik", betont Benjamin Luig, Agrarreferent bei Misereor. Die Bundesregierung müsse sich auf internationaler Ebene für den Aufbau öffentlicher Nahrungsmittelreserven einsetzen, um das Nahrungsmittelsystem unabhängiger von den Börsen zu machen. "Langfristig müssen auch die Kartellstrukturen im physischen Rohstoffhandel angegangen werden. Eine Handvoll Konzerne beherrscht heute weltweit den Handel mit Weizen und Soja. Spekulation mit Nahrungsmitteln beschränkt sich keineswegs nur auf die Terminmärkte", so Luig.


(Quelle: Oxfam)

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