Aktuell findet bei klirrender Kälte in Kopenhagen gerade eine Abschlusskundgebung statt für ein gerechtes Klimaabkommen. Es fanden sich rund 2.000 Demonstranten ein, die Polizei verhält sich ausnahmsweise hier korrekt und zurückhaltend wie verschiedene NGO-Teilnehmer Glocalist Medien am Telefon berichten, was aber so nicht bleiben muss.
Am späten Nachmittag gegen 16.00 Uhr hat UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon verkündet, dass die Konferenz bis morgen Samstag dauern soll und bereits seine Beamten angewiesen, die Hotels entsprechend verlängernd zu buchen. Laut New York Times steht sogar eine Verlängerung bis Sonntag an. Bei den Regerungsdelegationen will man davon noch nichts so genaues wissen und man hofft noch in den verbleibenden Stunden ein Kompromißpapier zustande zu bringen.
Grund ist, dass man sich zwar einig über das Ziel - globale Erwärmung darf nicht über 2 Grad Celsius steigen -, aber man über die Verteilung der Lasten und Maßnahmen nicht einig ist. China als der größte Treibhausgasemittent blockiert zunehmend und auch die USA und Europa haben nicht viel zu bieten. Europa will keinen Alleingang wagen, USA sich nicht zum Kyoto-Protokoll verpflichten und China will jegliche Kontrolle verweigern und beharrt auf seinen Staus als Schwellenland, womit die Kyoto-Ziele nicht bindend sind. USA und China zusammen sind für 40% der Treibhausgase verantwortlich.
Die ganze Verfahrenheit zeigt sich in dem wirklich unnötigen Spielchen des chinesischen Präsidenten: Der chinesische Premier Wen Jiabao war während der Rede von Obama nicht anwesend, berichtet die New York Times. Er ließ sich vom Außenminister He Yafei vertreten - europäische und US-amerikanische Diplomaten waren brüskiert.
Die Schwellenländer und Entwicklungsländer verharren ebenfalls in ihrer Position. Derweil dürfte das Klimapaket mit rund 100 Milliarden fix sein, welches vor allem den Entwicklunglsändern zu Gute kommen soll. Die Summe erscheint aber im jeden Fall als zu gering, um einen ernsthaften Technologieschub möglich zu machen. Und auch buchhalterische Tricks stehen zu befürchten. "Allerdings darf es sich dabei um keine Luftbuchungen handeln, indem die Mittel weitgehend aus dem Topf der öffentlichen Entwicklungshilfe stammen", kritisierte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen in Kopenhagen die Zusage der 100 Milliarden für die Entwicklungsländer.
Vielmehr müssten diese Gelder durch eine Abgabe auf den internationalen Flug- und Schiffsverkehr aufgebracht werden, forderte der DNR. Weitere erhebliche Gelder könnten aus dem Abbau umweltschädlicher Subventionen in allen Staaten stammen, so der Dachverband.
Ziele des IPCC werden klar verfehlt
Nach Abschluss der Reden wichtiger Regierungschefs, darunter der USA und Chinas, die zusammen etwa die Hälfte der weltweiten CO2-Emissionen verursachen, werden die vom IPCC gesetzten Ziele zur Erreichung einer globalen Tempera–turerhöhung von zwei Grad Celsius klar verfehlt. So hat US-Präsident Obama lediglich eine Reduzierung von ganzen vier Prozent der CO2-Emissionen bis 2020 und von 34 Prozent bis 2050 auf der Basis des Jahres 1990 zugesagt. Viele Klimaschützer meinen angesichts der verfahrenen Lage und auch auf Grund des schwachen Entwurfs, dass keine Vereinbarung besser sei.
Vertraulicher UN-Bericht
Ein vertraulicher UN-Bericht zeigt, dass die bislang in Kopenhagen verhandelten Emissionssenkungen weltweit zu einem weiteren Temperaturanstieg von rund drei Grad Celsius führen werden. "Das Leben von Millionen von Menschen steht auf dem Spiel, doch der Gipfel droht an Uneinsichtigkeit und nationalen Egoismen zu scheitern.", so Greenpeace.
"Dieses UN-Papier ist heute das wichtigste Papier weltweit", sagt Kumi Naidoo, Geschäftsführer von Greenpeace International. Es zeigt unverblümt, dass der Klimavertrag, der in Kopenhagen auf dem Tisch liegt, die Überlebensfähigkeit unserer Zivilisation auf der Erde aufs Spiel setzt.
Das vertrauliche UN-Papier macht eine Lücke von bis zu 4,2 Gigatonnen CO2 zwischen den gegenwärtigen Zusagen und den Kürzungen aus, die notwendig sind, den Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius zu begrenzen.
Download UN-Bericht > bit.ly/5IZS2S
Rede Obama > www.youtube.com/watch
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Freitag, 10. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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