Anzeige
Mittwoch, 10. März 2010 - Eine andere Information ist möglich!
POLITIK

Bild: steuer-gegen-armut.org

 

Petition "Steuer gegen Armut" online


Berlin (12.11.09): Das Kampagnenbündnis hat eine Petition zum Thema Transaktionssteuer eingereicht: "Steuer gegen Armut". Der Finanzsektor soll einen dauerhaften und nachhaltigen Beitrag zur Folgenbewältigung der Krisen beiträgt, die durch ihn verursacht wurden. Heute hat das Sekretariat des Petitionssausschusses die Petition zugelassen. Sie steht nun online. 50 000 Mitunterzeichner innerhalb von drei Wochen gesucht.

Die Kampagne "Steuer gegen Armut" fordert eine Transaktionssteuer auf alle spekulationsrelevanten Finanztransaktionen. Diese Steuer umfasst deshalb nicht nur, wie der bekannte Vorläufer "Tobin Tax", Währungsspekulationen, sondern auch Spekulationen mit Aktien, Derivaten, Rohstoffen, Nahrungsmitteln usw. Die Kampagne hat zwei Ziele: Sie fordert die Einführung der Transaktionssteuer und, dass reiche Länder mit Einkünften aus der Steuer ärmere Länder unterstützen. Getragen wird die Kampagne derzeit von 37 Organisationen und 13 Personen.

 

Mit heutigem Tag hat das Sekretariat des Petitionssausschusses die Petition des Kampagnenbündnis "Steuer gegen Armut" für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer zugelassen und auf der Website des Deutschen Bundestags zur Mit-Unterzeichnung eingestellt. Jetzt werden innerhalb von drei Wochen 50.000 Mit-Unterzeichner gesucht, um dem Anliegen der Petition eine gründliche und öffentlichkeitswirksame Behandlung zu sichern.

 

Das Kampagnenbündnis sieht in der Petition zum eine Möglichkeit, alle Parteien zu zwingen, sich mit einem Anliegen der Bevölkerung zu befassen. Zum zweiten soll die Petition und ihre Unterstützung all jenen Politikern, die sich offen oder hinter den Kulissen für eine solche Steuer einsetzen, den Rücken stärken.

 

Wie die Finanztransaktionssteuer wirken soll

 

Dies kann über die Einführung einer geringen Steuer von etwa 0,05 % auf alle spekulationsrelevanten Finanztransaktionen (Währungen, Derivate, Aktien etc.) geschehen. Diese Steuer würde zunächst zur Stabilisierung des Finanzsystems beitragen, das so eingenommene Geld könnte sodann zur Folgenbewältigung der Weltwirtschaftskrise ebenso eingesetzt werden wie zur langfristigen Finanzierung von Entwicklung, von Armutsbekämpfung und der Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele. Ein doppelter Nutzen also ohne großen Schaden.

 

Öffentliche (Online) Petition - Wie nötig dies ist, zeigen drei Ereignisse der jüngsten Vergangenheit, so das Kampagnenbündnis:

 

1. Der G20 Gipfel der Finanzminister in St. Andrews endete am 7.11. erneut ohne Ergebnis dahingehend, welche konkreten Folgen nun aus der Weltfinanz- und Wirtschaftskrise ziehen soll.

 

2. Der auf dem Gipfel vorgetragene Vorschlag des britischen Premierministers Gordon Brown nach der Einführung einer Finanztransaktionssteuer wurde von US Finanzminister Timothy Geithner sowie IWF Chef Dominique Strauss-Kahn abgelehnt. Letzterer hält eine Art Risikoabgabe bei bestimmten Geschäften für denkbar, um Banken an den Kosten künftiger (!) Krisen zu beteiligen.

 

3. Zwei Tage nach dem G20 Gipfel meint der Chief Executive Officer der amerikanischen Investmentbank Goldman-Sachs, Lloyd Blankfein, dass die Banker "Gottes Werk" verrichten würden. Dieser Satz verrät das neu gefundene Selbstbewusstsein einer Branche, die eine der schwersten Weltwirtschaftskrisen verursacht hat. Während Goldman Sachs in diesem Jahr die Auszahlung von ca. 20 Milliarden US$ an Boni plant, kostete die Stützung des Bankensektors den europäischen Steuerzahler bis zu 2 Billionen Euro, was für jeden EU Bürger 3.500 Euro pro Kopf, Kinder und Greise eingerechnet, bedeutet.

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel bemerkte in ihrer Regierungserklärung am 10.11.2009 zu Recht: "Es scheint mir Zeit zu sein, in diesem Zusammenhang an etwas zu erinnern, und zwar daran, dass der Finanzsektor im Kern eine dienende Funktion für das Funktionieren der wirtschaftlichen Kreisläufe hat." Den Banken gegenüber den Primat der Politik im Interesse der Gesellschaft auch durchzusetzen, sie über eine Finanztransaktionssteuer an den von ihm verursachten Kosten zu beteiligen und sie zu zwingen, in Zukunft verantwortlicher zu agieren, ist nun Gebot der Stunde.

 

Petition und öffentliches Forum

 

Mit dem Instrument der Öffentlichen (Online) Petition an den Deutschen Bundestag "soll ein öffentliches Forum zu einer sachlichen Diskussion wichtiger allgemeiner Anliegen geschaffen werden, in dem sich die Vielfalt unterschiedlicher Sichtweisen, Bewertungen und Erfahrungen darstellt. Dieses Forum soll allen Teilnehmern – Bürgerinnen und Bürgern sowie den Abgeordneten des Deutschen Bundestages – eine Möglichkeit bieten, vorgetragene Sachverhalte und Bitten zur Gesetzgebung wie auch Beschwerden aus unterschiedlichen Sichtweisen kennen zu lernen und in die eigene Meinungsbildung einzubeziehen." (Aus der Richtlinie für die Behandlung Öffentlicher Petitionen). Dies kann geschehen durch das Mitunterzeichnen einer Petition sowie die Nutzung des mit der Petition verbundenen Diskussionsforum.

 

Weitere Informationen wir Träger der Kampagne, Petition und FAQ unter >> www.steuer-gegen-armut.org/home.html

 




<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Studie: Journalistisches Versagen in Leitmedien
>Datenschutz: Staat darf nicht schnüffeln
>Klimaschutz und Entwicklungspolitik: Kaum frisches Geld
>Kampagne: Transparenz in der Parteifinanzierung
>Steuermilliarden für extrabreite Dienstautos?
>Dienstwagen der Politiker: Kein "Walk the Talk"
>Wahlen NRW - Bürger fragen via Web
>Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung
>Staat als unfairer Auftraggeber
>Europäische Bürgerinitiativen am Start
>Umwelt - Der Bürger soll mitposten
>Verlängerung der Wahlperiode
>Bürgermeister für Frieden
>Menschenrechte China: Liu Xiaobo
>Dresden: Aufmarsch europäischer Nazis
>Regelsätze auch für Flüchtlinge verfassungswidrig
>Wo ist die EU-Klimastrategie?
>EU – die neue Kommission ist bestätigt
>Für Transparenz und Bankensteuer
>100 Tage Bilanz: Umwelt-NGOs enttäuscht von Bundesregierung
>„New Skills for New Jobs: Action Now“
>Die Sorgen Europas: Armut und Bürokratie
>Kopenhagener Vereinbarung: Nix passiert?
>GRÜNE und SPD wollen Klimaschutzgesetz
>Haiti: IWF will nix mehr wissen vom Schuldenerlass.
>Das Establishment vertraut sich nicht mehr
>Untersuchung Kriegsverbrechen Sri Lanka gefordert
>Exklusiv: OB Kiel Torsten Albig über Nachhaltigkeit
>Elektromobilität bekommt Geschäftsstelle in der Regierung
>Verbot von Parteispenden gefordert
>Hauff fordert wirkungsvollen Artenschutz
>Parteispenden
>90% der Bürger in Rheinland-Pfalz wollen mehr Demokratie
>Sachsen-Anhalt will mehr im Klimaschutz
>Westerwelle in China und die Pressefreiheit
>Treibhausgasbilanz 2008: Stagnation auf blamablem Niveau
>Arbeiterkammer verlangt Regulierung der Finanzmärkte
>Stop naturzerstörender Subventionen
>Parlamentarischer Beirat für Nachhaltigkeit
>Klausurtagung CSU: Nachhaltige Banken?
>Jahr der Biodiversität: DUH fürchtet Lippenbekenntnisse
>ver.di fordert 7% des BIP für Bildung
>NGOs durch die Bank enttäuscht von Kopenhagen
>Kopenhagen verlängert und UN-Bericht sorgt für Aufregung
>Und noch mehr NGOs ausgesperrt in Kopenhagen
>Parteispenden nicht transparent
>Schande in Kopenhagen
>Österreich droht nächste Pleite in Kopenhagen
>Klimaschutz: "Deutschland kann und muss mehr tun"
>Europarat: Politik und Korruption in Deutschland
Anzeige