Anzeige
Donnerstag, 9. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!
POLITIK

Zwei Wochen lang waren Greenpeace-Aktivisten in Brandenburg gegen CO2-Verpressung unterwegs.

 

Protest gegen das geplante CO2-Endlager in Brandenburg


Potsdam (30.6.10): Mit einem Mahnmal vor der Brandenburger Staatskanzlei protestierte Greenpeace gestern gegen die geplante CO2-Verpressung. Sie wiesen damit auf die geologische Zeitbombe und die unkalkulierbaren Risiken hin, die ein Endlager mit sich bringt.
Gestern präsentiert Greenpeace auf fünf Bannern von je 15 Metern Länge die auf der zweiwöchigen Protesttour gesammelten Unterschriften gegen das Endlager. Geplant ist ein CO2-Endlager in Brandenburg, welches die Brandenburger Landesregierung zusammen mit Vattenfall gegen den Protest der Bevölkerung vor Ort durchsetzen will.

Von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Die Linke) fordern die Umweltschützer, kein kommerzielles CO2-Endlager zuzulassen. Brandenburg soll sich von der dreckigen Braunkohleverstromung verabschieden und stattdessen Erneuerbare Energien fördern, so die Forderung weiter.

Kohlestrom ist Gift fürs Klima. Die CO2-Lagerung verschiebt die Risiken nur in die Zukunft, sagt Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid. Vattenfall spekuliert auf ewige Dichtheit von geologischen Formationen, mögliche Folgen müssen die Anwohner ausbaden. Das ist riskant. In Ostbrandenburg soll derzeit ein erstes größeres CO2-Endlager entstehen. Darauf werden gerade zwei je 300 Quadratkilometer große Gebiete um Beeskow und Neutrebbin vorbereitet.

Die CO2-Verpressung soll das bei der Kohleverstromung entstehende Klimagas Kohlendioxid aus der Abgasluft abfangen und in stark salzwasserführende Gesteinsformationen tief unter der Erde verpressen. Dort soll das Klimagas dann zehntausend Jahre bleiben. Für mögliche Folgeschäden durch Lecks in den CO2-Speichern will Vattenfall gerade einmal 30 Jahre haften. Zudem versucht Vattenfall, die Haftungsauflagen zu verwässern, die derzeit die EU-Kommission zu CO2-Endlagern erarbeitet. Daran arbeiten Lobbyisten der Zero emission platform (ZEP). Dahinter steht ein Zusammenschluss der Industrie zur Durchsetzung der CCS-Technik, in der Vattenfall eine treibende Kraft ist.

CO2-Speicherung ist unsicher und unnötig

Mit der CO2-Verpressung setzt die Politik aufs falsche Pferd, so Smid. Keiner weiß, ob das funktionieren wird und wann. Es gibt andere Methoden, wie Strom sicher ohne das Klimagas Kohlendioxid erzeugt werden kann. Sonne, Wind und Wasserkraft liefern heute schon sauberen Strom. Diese Erneuerbaren Energien müssen in Zukunft noch mehr genutzt werden - darauf müssen Politik und Industrie ihre Kraft konzentrieren.

Inzwischen tauchen neue Zweifel an der CO2-Verpressung auf. Zum einen berechnete das Bundesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), dass die Kapazität von CO2-Speichern in salzwasserführenden Tiefengesteinen nur ein Drittel der ursprünglich erwarteten Größe beträgt. Damit wären die Speicher nach 18 Jahren voll, wenn wie bisher jährlich 350 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken anfällt. Zum anderen warnte der norddeutsche Wasserverband letzte Woche davor, dass eine CO2-Verpressung auch die Trinkwasserversorgung im gesamten norddeutschen Raum gefährden könne.

<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>EU-Subventionen könnten Millionen grüne Jobs schaffen
>Städte und Kommunen: Bündnis für Biodiversität
>Forderung: 1 Milliarde für Nachhaltigkeitsforschung
>"Wir sind die neuen Juden"
>Schröder im Glück:2 Millionen weniger für Zivilgesellschaft
>Es braucht ein Siegel für Ökostrom
>Gefahr für EEG und Energiewende
>Österreich will den Ball der Rechtsextremen durchtragen
>Bundesregierung: 400 Millionen für Gentechnik in Nahrung
>Umweltverbände: Forstwirtschaft zerstört Waldnaturerbe
>WKR-Ball, Hofburg, Rechtsextreme und UNESCO
>Rösler will Erneuerbare Energie kippen
>Kritik an Wirtschaftsminister
>Erste Absage für Bundespräsident
>Großdemo gegen Agrarindustrie
>Eine Superkoalition will Diäten für Politik erhöhen
>Roten Faden gefunden: Förderung Partikelfilter für PKW/LKW
>Zu wenige Investitionen in erneuerbare Wärme
>EU-Energy Roadmap 2050
>Staatsschutz ermittelt gegen amnesty?!
>WKR-Ball, Hofburg und Rechtsextremismus
>Pestizidgesetz ist Murks
>Hamburg: 13.000 für ein Transparenzgesetz.
>Strategie gegen Rassismus von Politik gefordert
>Dreht sich das Klima in Durban?
>Klimaschutz gut und schön, aber transparent bitte
>Globale WWF-Kampagne zur Rettung Regenwald
>Durban wird zum klimapolitischen Fiasko
>Ball der Rechtsextremen findet in der Wr. Hofburg statt
>Rechtsextremismus: Wir nehmen das nun in die Hand
>Will Regierung Energiewende stoppen?
>Pharmabranche patentiert Sex und Fortpflanzung?
>Imker kündigen Zusammenarbeit mit Bundesregierung auf
>Expertengremien der Bundesregierung: UN-Klimaprozess stärken
>Wir sind beschämt, wir trauern
>AI-Bericht zu Ägypten: Menschenrechtslage schlimmer
>Heiner Geißler für gemeinnützige Ratingagentur
>Rösler gegen Energiewende?
>Kinderrechte einklagbar
>Tanz der Rechtsextremen in der Hofburg am Holocaust-Tag
>Spitzensteuersatz: Da geht was
>AK fordert Entmachtung der Ratingagenturen
>Banken in die Schranken
>UN-Dekade der biologischen Vielfalt: Auch verloren?
>Fall der 5%-Hürde
>Investstau bei Gebäudesanierung: Politik gefordert
>Vattenfall Klage
>Volksabstimmung Griechenland
>NGOs gegen den Überwachungsstaat Österreich
>NGOs ziehen Halbzeit-Bilanz in Sachen Demokratiereform
Anzeige


Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"