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POLITIK

Russland brennt: System Putin trägt Mitschuld


Moskau (9.8.10): Es ist eine nationale Katastrophe: Die Wälder Russlands brennen ungezügelt, Hitzewelle in Moskau und eine Stadt, die eigentlich im Notstand sein und evakuiert werden müsste.
Mehr als 7.000 Waldbrände lodern derzeit rund um Moskau und im russischen Fernen Osten. "Daran ist nicht allein die aktuelle Hitzewelle Schuld", betont Aurel Heidelberg, Waldreferent beim WWF Deutschland.

Die Gründe seien vielfältig, aber eine mangelhafte Vorsorge und ein miserables Waldmanagement seien die Hauptursachen für die Brandkatastrophen. "Hier rächen sich die Fehler aus den vergangenen Jahrzehnten", befürchtet der WWF. Illegaler Holzeinschlag, die Übernutzung der Wälder und großflächiger Kahlschlag hätten zu der aktuellen prekären Lage maßgeblich beigetragen.

Die Todesrate ist in Moskau sprunghaft angestiegen auf 50% und Putin hat einen Weizenexportstopp verhängt, was die Lebensmittelpreise weltweit mit in die Höhe schießen läßt. Die Zahl der Toten liegt pro Tag bei rund 700 Menschen, statt rund 350 Menschen. Diese Waldbrände sind eine globale Katastrophe. Und man fragt sich, was die Administration Putin macht. Durch die massiven Waldbrände sind auch bereits Atomwaffen-Forschungszentren bedroht. Die möglichen Auswirkungen sind da völlig unklar, aber sicher nicht harmlos.

Eine verfehlte Bewirtschaftung der Flächen, Kahlschlag und illegaler Holzeinschlag habe vielerorts zu einer Verbuschung und Versteppung geführt. Diese Wälder brennen jetzt wie Zunder. Darüber hinaus wurden vor allem im europäischen Teil Russlands im großen Stil Sümpfe trockengelegt. Ziel war es, den eingelagerten Torf abzubauen und ihn als Brennstoff für Privathaushalte zu nutzen oder den Torf als Rohmaterial für Gartenerde nach Mitteleuropa zu exportieren.

Die Feuer ersticken wohl erst mit Einbruch des Winters. Die Rauchschwaden aus solchen trockengelegten Moorflächen enthalten Kohlenmonoxid, Feinstaub, Formaldehyd und andere giftige Verbindungen, die zu starken gesundheitlichen Belastungen der Bevölkerung führen können.

Der WWF sieht darüber hinaus große Versäumnisse in der Brandbekämpfung. Durch die Vergabe von Konzessionen auf vielen Flächen unterblieben Vorsorgemaßnahmen. Zudem habe ein 2007 verabschiedetes Forstgesetz dazu geführt, dass Kapazitäten bei der Brandbekämpfung massiv abgebaut wurden. Überwachungsflüge und der Einsatz von so genannten „Feuerspringern“, die Brände bereits im Frühstadium bekämpfen sollen, seien kontinuierlich zurückgegangen. In der Folge werden die Flammen später entdeckt und können viel schwieriger bekämpft werden.


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