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POLITIK

Schwach, schwächer, am schwächsten: Nationaler Energieplan


Berlin (4.8.10): Das Bundeskabinett hat in seiner heutigen Sitzung den von Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen vorgelegten Nationalen Aktionsplan für erneuerbare Energie beschlossen. Knapp 20 Prozent erneuerbare Energien bis 2020 sind erreichbar.
Das ist kein besonders ambitioniertes Ziel und Atomkraft wird noch immer als so genannte Brückentechnologie abgefeiert. Alle einschlägigen Studien, wie auf Glocalist berichtet, gehen davon aus, dass eine 100%ige Versorgung bis spätestens 2050 möglich sei. Die Branche der erneuerbaren Energien sieht bis 2020 hingegen rund 50% Versorgung als realistisch an, wie der BEE Anfang 2009 berechnet hat. Da ist noch viel Luft, kann man sagen.

Und zwischen Atomkraft und mangelhafter Ausbau der erneuerbaren Energie gibt es einen Zusammenhang; der heißt Geld wie der BUND ausführt:

"Die Branche der erneuerbaren Energien könne ihr Ziel, 2020 die Hälfte des Stroms in Deutschland zu liefern, nur erreichen, wenn die Atomenergie und die Kohleverstromung zu Auslaufmodellen würden. Diese Tatsache sowie die Skandale um die Atommülllager Asse und Gorleben müssten Umweltminister Röttgen und Kanzlerin Merkel dazu bewegen, Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke abzulehnen und stattdessen kürzere Laufzeiten durchzusetzen.", so der BUND in seiner Pressemitteilung.

Im beschlossenen Entwurf geht die Bundesregierung davon aus, dass das verbindliche Ziel von 18 Prozent erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch im Jahre 2020 nicht nur erreicht, sondern mit einem erwarteten Anteil von knapp 20 Prozent sogar übertroffen wird. Heute liegt der Anteil der Erneuerbaren bei 10 Prozent.

Röttgen: "Der Weg ins regenerative Zeitalter ist ehrgeizig und technisch anspruchsvoll. Um unsere Ziele zu erreichen, muss auch die Energieeffizienz deutlich steigen. Zudem ist für den erwarteten Ausbau der Offshore-Windenergie und den wachsenden Stromhandel auch der Ausbau der Stromnetze und der Speicherkapazitäten erforderlich. Hier wird das Energiekonzept der Bundesregierung deutliche Akzente setzen."

Für die einzelnen Sektoren ergeben sich im Aktionsplan für 2020 ein Anteil von 15,5 Prozent erneuerbaren Energien im Bereich Wärme/Kälte, ein Anteil von 38,6 Prozent am Strom und ein Anteil von 13,2 Prozent im Verkehr. Bis 2020 mindestens 30 Prozent erneuerbare Energien am Stromverbrauch und 14 Prozent im Wärmebereich erreicht sein.

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