Fast 90 Prozent fordern demgegenüber eine neue Wirtschaftsordnung, in der der Umweltschutz einen höheren Stellenwert hat als bisher und die den sozialen Ausgleich in der Gesellschaft anstrebt. Weiterhin glauben die Befragten, dass diese Anforderungen prinzipiell miteinander vereinbar sind.
So der zusammenfassende Befund einer aktuellen Umfrage von TNS Emnid im Auftrag der Bertlesmann Stiftung, die neuerlich und aktuell in Kritik gekommen (Thomas Schuller, "Bertelsmann Republik Deutschland", Campus Verlag 2010). Der Vorwurf lautet sie sei undemokratisch und diene der Steuerersparung. Schuller schreibt in der taz: "Doch wie demokratisch muss eine Stiftung sein, die Einfluss nimmt auf die Demokratie? Eine Stiftung wie die Bertelsmann Stiftung ist das Gegenteil von Demokratie: Sie ist niemandem verantwortlich, legt keine Rechenschaft ab, ist in den entscheidenden Macht- und Finanzfragen intransparent und sie beantwortet nur Fragen, die sie selbst stellt." Es ist dies tatsächlich eine Grundsatzfrage, die auch einige NGOs zu beantworten haben, und, wenn man auf die Umfrage wieder zurückkommt, den großen Bogen zeigt: In Deutschland will man offensichtlich ein nachhaltigeres Zusammenleben.
"Vertrauen, Nachhaltigkeit und sozialer Ausgleich müssen die Grundpfeiler einer solchen Strategie sein", so Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung.
Man sieht, die Ansprüche liegen nicht so weit auseinander, die Knackpunkt sind, was meint man darunter konkret und wie sehr möchte man vor seiner eigenen Haustüre kehren? So mag es auch nicht verwundern, wenn 90% der Bevölkerung in Deutschland mehr sozialen Ausgleich, Umweltschutz und ein neues, menschlicheres Wirtschaften wollen. Was dies jeweils aber meint, bleibt im Dunklen.
Wachstum nicht um jeden Preis
Wirtschaftliches Wachstum ist zwar für 93 Prozent wichtig, um die Lebensqualität zu erhalten, allerdings nicht um jeden Preis. Einen Wohlstand, der durch Schädigung der Umwelt oder hohe Staatsverschuldung erkauft wird, lehnen mehr als 80 Prozent ab, fasst die Umfrage zusammen. Bei der Frage, ob immer mehr Wirtschaftswachstum auch zu mehr Lebensqualität führt, zeigt sich die Bevölkerung deutlich gespalten. 36 Prozent der Bundesbürger bejahen die Frage, 61 Prozent teilen die Ansicht nicht.
Glück liegt wo anders
Die Quellen persönlicher Lebensqualität, so zeigt die Umfrage, werden überwiegend im seelischen und immateriellen Bereich verortet, ob der Einzelne sich dann im Alltag davon führen läßt, ist wohl eine andere Frage. Aber die Ergebnisse selbst zeigen eine deutliche Richtung an: Gesundheit (80 Prozent), eine intakte Familie und Partnerschaft (72 Prozent), sein Leben selbst zu bestimmen (66 Prozent) und das friedliche Zusammenleben mit Menschen sowie soziales Engagement (58 Prozent) werden mit Abstand für wichtiger gehalten, als "Geld und Besitz zu mehren" (12 Prozent).
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Sonntag, 12. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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