Anzeige
Sonntag, 12. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!
POLITIK

Untersuchung Kriegsverbrechen Sri Lanka gefordert


Göttingen (27.1.10): Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert eine unabhängige internationale Untersuchung von Kriegsverbrechen, die zwischen Januar und Mai 2009 von der Armee Sri Lankas und den aufständischen Tamil Tigers verübt wurden.
"Es ist eine Verhöhnung des Rechtsstaates, wenn die zwei Favoriten auf das Präsidentenamt der Kriegsverbrechen verdächtig sind", erklärte GfbV-Asienreferent Ulrich Delius. "Ohne Gerechtigkeit wird es keinen Frieden auf Sri Lanka geben."

Sowohl der amtierende Präsident Rajapaksa als auch sein schärfster Konkurrent, der ehemalige Armee- Oberbefehlshaber General Sarath Fonseka, seien für den gewaltsamen Tod von bis zu 20.000 tamilischen Zivilisten sowie für Folter und andere schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich. Bislang hat die Regierung Sri Lankas alle Appelle der Vereinten Nationen und der internationalen Staatengemeinschaft nach einer unabhängigen Untersuchung der Vorwürfe zurückgewiesen.

"Statt glaubwürdige Konzepte für einen dauerhaften Frieden in Sri Lanka vorzulegen, umwerben beide Kandidaten die vielleicht wahlentscheidende tamilische Minderheit mit leeren Worthülsen und unglaubwürdigen Versprechen", erklärte Delius. Um sich die Stimmen der Tamilen zu sichern, die rund 17 Prozent der Bevölkerung stellen, habe General Fonseka der amtierenden Regierung vorgeworfen, die Freilassung von mehr als 100.000 internierten tamilischen Zivilisten zu verschleppen. Fonseka wolle um jeden Preis die Macht, Friedenspolitik sei von ihm nicht zu erwarten. Er sei ein radikaler Nationalist der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit.

Der amtierende Präsident Rajapaksa sei auch für zahllose Übergriffe auf Journalisten sowie für einen Großteil der massiven Gewalt während des Wahlkampfes verantwortlich. Mehr als 770 politische Gewalttaten und vier politisch motivierte Morde seien während der Wahlkampagne bereits registriert worden.

Auch zweifle die Regierung Rajapaksa bis heute die Echtheit eines Videos aus dem Januar 2009 an, das eine Massenhinrichtung von Gefangenen durch reguläre Soldaten zeigt. Dabei hätten mehrere unabhängige Gutachter die Authentizität des Videos bestätigt. Auch der UN-Experte für die Untersuchung extralegaler Hinrichtungen, Philip Alston, sei von der Echtheit der Aufnahmen überzeugt und fordere eine internationale Untersuchung der Erschießungen, sagte Asienreferent Delius.

(Quelle: GfbV)



>>>
Werbung: Fördern Sie eine unabhängige Berichterstattung und Presse für Nachhaltigkeit auf Social Business Grundlagen. Werden auch Sie Abonnent der Glocalist Medien - Medien für Nachhaltigkeit > www.glocalist.com/abonnement/

<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Kritik an Niebels Bildungsstragie
>EU-Subventionen könnten Millionen grüne Jobs schaffen
>Städte und Kommunen: Bündnis für Biodiversität
>Forderung: 1 Milliarde für Nachhaltigkeitsforschung
>"Wir sind die neuen Juden"
>Schröder im Glück:2 Millionen weniger für Zivilgesellschaft
>Es braucht ein Siegel für Ökostrom
>Gefahr für EEG und Energiewende
>Österreich will den Ball der Rechtsextremen durchtragen
>Bundesregierung: 400 Millionen für Gentechnik in Nahrung
>Umweltverbände: Forstwirtschaft zerstört Waldnaturerbe
>WKR-Ball, Hofburg, Rechtsextreme und UNESCO
>Rösler will Erneuerbare Energie kippen
>Kritik an Wirtschaftsminister
>Erste Absage für Bundespräsident
>Großdemo gegen Agrarindustrie
>Eine Superkoalition will Diäten für Politik erhöhen
>Roten Faden gefunden: Förderung Partikelfilter für PKW/LKW
>Zu wenige Investitionen in erneuerbare Wärme
>EU-Energy Roadmap 2050
>Staatsschutz ermittelt gegen amnesty?!
>WKR-Ball, Hofburg und Rechtsextremismus
>Pestizidgesetz ist Murks
>Hamburg: 13.000 für ein Transparenzgesetz.
>Strategie gegen Rassismus von Politik gefordert
>Dreht sich das Klima in Durban?
>Klimaschutz gut und schön, aber transparent bitte
>Globale WWF-Kampagne zur Rettung Regenwald
>Durban wird zum klimapolitischen Fiasko
>Ball der Rechtsextremen findet in der Wr. Hofburg statt
>Rechtsextremismus: Wir nehmen das nun in die Hand
>Will Regierung Energiewende stoppen?
>Pharmabranche patentiert Sex und Fortpflanzung?
>Imker kündigen Zusammenarbeit mit Bundesregierung auf
>Expertengremien der Bundesregierung: UN-Klimaprozess stärken
>Wir sind beschämt, wir trauern
>AI-Bericht zu Ägypten: Menschenrechtslage schlimmer
>Heiner Geißler für gemeinnützige Ratingagentur
>Rösler gegen Energiewende?
>Kinderrechte einklagbar
>Tanz der Rechtsextremen in der Hofburg am Holocaust-Tag
>Spitzensteuersatz: Da geht was
>AK fordert Entmachtung der Ratingagenturen
>Banken in die Schranken
>UN-Dekade der biologischen Vielfalt: Auch verloren?
>Fall der 5%-Hürde
>Investstau bei Gebäudesanierung: Politik gefordert
>Vattenfall Klage
>Volksabstimmung Griechenland
>NGOs gegen den Überwachungsstaat Österreich
Anzeige


Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"