Seit 1983 erinnern jedes Jahr am 15. März weltweit Verbraucherorganisationen und ihre verbündeten Organisationen an die Schutzinteressen von Verbrauchern und Verbraucherinnen. Die internationale Verbraucherorganisation Consumer's International (CI) hat den diesjährigen Weltverbrauchertag unter das Motto "Our money, our rights" gestellt.
"Verbraucherschutz in die Finanzaufsicht" fordert daher der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) anlässlich des Weltverbrauchertages 2010. "Jährlich verlieren Verbraucher durch teure Finanzprodukte, unfairen Vertrieb und mangelnde Transparenz viel Geld", so Vorstand Gerd Billen.
Mit einer öffentlichen Aktion unterstrich der vzbv seine Forderung: Gerd Billen schredderte in Sichtweite von Kanzleramt und Bundestag "Finanzschrott", unter anderem mangelhafte Produktinformationen und unvorteilhafte Finanzprodukte.
Als eines von sechs Beispielen führt der vzbv den "Beipackzettel" des Bundesverbandes der Deutschen Banken an, den man als Realsatire betrachten muss. Ein Kauderwelsch, dessen Sinn sich wohl auch Experten auf den ersten Blick entzieht:
In dem Informationsblatt heißt es zum Thema Discount-Zertifikat: „Die Kursentwicklung des Zertifikats sowie die Höhe der Auszahlung hängen von der Entwicklung des Basiswertes ab. Der Anleger erwirbt das Zertifikat am Emissionstag zu einem Preis, der niedriger ist als der Kurswert des Basiswertes am Emissionstag (Diskont). Im Gegenzug kann er nur begrenzt (max. bis zum Höchstbetrag) an einer Wertsteigerung des Basiswertes partizipieren. Dem Anleger stehen während der Laufzeit auch keine Ansprüche auf den Basiswert zu. Ansprüche aus den Aktien bestehen nicht. Der Preisabschlag gegenüber dem Basiswert wirkt bei fallendem Kurs des Basiswerts zunächst als Risikopuffer. Notiert die Aktie am Bewertungstag auf oder über dem Höchstbetrag, erhält der Anleger den Höchstbetrag ausbezahlt. Liegt der Kurs des Basiswertes unterhalb des Höchstbetrages, erhält der Anleger Aktien im festgelegten Verhältnis.“ Wow, kann man da nur sagen. Transparente, konsumentengerechte Information sieht wohl anders aus.
"Die Finanzaufsicht hat derzeit keinen gesetzlichen Auftrag, den Markt aus Verbrauchersicht unter die Lupe zu nehmen. Deshalb landet der Finanzschrott bei den Verbrauchern", so Billen.
Um dies in Zukunft zu verhindern, brauche es eine verbraucherorientierte Reform der Finanzaufsicht und strengere Regeln für Banken und Finanzvermittler. Opposition und Regierung hatten sich im Bundestag zuletzt für mehr Verbraucherschutz im Finanzmarkt ausgesprochen. Die Forderungen des vzbv im Detail:
1. Aufsichtslücken schließen
2. Der gesamte Finanzmarkt, auch der Graue Kapitalmarkt, ist der Aufsicht zu unterstellen.
3. Beschwerderecht: Bei besonders gravierenden Missständen müssen Verbraucherorganisationen die Finanzaufsicht zum Handeln bewegen können.
4. Kontrolle des Verkaufs: Die Finanzaufsicht muss kontrollieren, ob Verkäufer von Finanzprodukten mit ihren Kunden fair umgehen.
5. Verkaufsverbot: Die Finanzaufsicht muss gefährliche Finanzprodukte vom Publikumsverkauf ausschließen können.
Webaktion: Verbraucherinnen und Verbraucher können diese Forderungen mit einer E-Mail an Finanzminister Dr. Wolfgang Schäuble unterstützen. Das Online-Formular dazu findet sich auf der Webseite des vzbv unter > www.vzbv.de/finanzmail
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Freitag, 10. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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