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SOZIALES

43 Millionen Menschen auf der Flucht


Genf/Wien (15.6.10): Die neuen Daten des UNHCR zeigen, dass sich global die sozialen Spannungen verschärfen.
2009 waren weltweit 43,3 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Konflikten und Verfolgung. Das ist die höchste Zahl seit Mitte der 1990er Jahre. Gleichzeitig fiel die Zahl der Flüchtlinge, die freiwillig nach Hause zurückkehrten, auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren. Dies geht aus dem Jahresbericht Global Trends’ hervor, der heute vom UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR vorgestellt wurde.

Der Bericht zeigt, dass sich die Zahl der Flüchtlinge, die außerhalb der Grenzen ihres Heimatlandes leben, mit 15,2 Millionen gegenüber dem Vorjahr kaum geändert hat. Zwei Drittel fallen unter das Mandat von UNHCR, ein Drittel in den Zuständigkeitsbereich des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA). Aufgrund dauerhafter Konflikte leben mehr als die Hälfte der Flüchtlinge unter dem UNHCR-Mandat seit fünf Jahren oder länger im Exil ohne Aussicht auf eine rasche Lösung ihrer Probleme.

"Die großen Konflikte in Afghanistan, Somalia oder der Demokratischen Republik Kongo sind weit davon entfernt, gelöst zu werden", sagte UN-Flüchtlingshochkommissar António Guterres. Krisen, die beendet oder sich zu stabilisieren schienen, wie im Irak oder Sudan, dauern an. Folglich war das vergangene Jahr schlecht für eine freiwillige Rückkehr. Es war hierfür sogar das schlechteste seit 20 Jahren.

Laut dem UNHCR-Bericht kehrten im vergangenen Jahr lediglich 251.000 Flüchtlinge wieder in ihre Heimat zurück. Im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt von einer Million Menschen pro Jahr ist dies der niedrigste Wert seit 1990. Eine Mehrheit der Flüchtlinge – rund 5,5 Millionen – ist seit fünf oder mehr Jahren auf der Flucht. Ihre Zahl wird unvermeidlich steigen, wenn weniger Menschen nach Hause zurückkehren können. Die Zahl der Binnenvertriebenen, die aufgrund von Konflikten innerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht sind, stieg bis Ende des Jahres 2009 um vier Prozent auf 27,1 Millionen. Ausschlaggebend hierfür sind vor allem die andauernden gewalttätigen Konflikte in der Demokratischen Republik Kongo, in Pakistan und Somalia.

Zudem hebt der aktuelle Bericht hervor, dass immer mehr Flüchtlinge in Städten, vor allem der Entwicklungsländer, leben. Die Anzahl der weltweit gestellten Asylerstanträge stieg im vergangenen Jahr auf fast eine Million. Die meisten Asylsuchenden zählte dabei Südafrika (222.000). In Europa waren es insgesamt 286.700, 86 Prozent davon in den Staaten der Europäischen Union.

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