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SOZIALES

70% finden wirtschaftliche Verhältnisse nicht gerecht


Gütersloh (16.6.10): Die Bevölkerung sieht gravierende Mängel bei der sozialen Gerechtigkeit in Deutschland aus. Das zeigt eine aktuelle Meinungsumfrage der Bertelsmann Stiftung und der Heinz Nixdorf Stiftung, die vom Institut für Demoskopie in Allensbach durchgeführt wurde.
70 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland kaum oder gar nicht gerecht sind. 60 Prozent finden, dass die Bundesrepublik den hier lebenden Menschen sehr unterschiedliche Chancen bietet. 59 Prozent kritisieren, dass es kaum oder keine Generationengerechtigkeit gibt.

"....Wenn Sparanstrengungen aber erfolgreich sein sollen, müssen sie von den Menschen akzeptiert werden - ohne soziale Gerechtigkeit wird es keine Zustimmung geben", wertet der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, Dr. Gunter Thielen, die Umfrageergebnisse:

Bei den Befragten, die bei der Wahl zwischen Sparen und Einnahmeverbesserung auf höhere Staatseinnahmen setzen, liegen die Anhebung des Spitzensteuersatzes oder die Wiedereinführung der Vermögensabgabe weit vorn. Auf die Frage, wofür der Staat mögliche Steuermehreinnahmen verwenden solle, rangieren höhere Bildungsausgaben mit 63 Prozent an erster Stelle, so die Bertelsmann-Stiftung zusammenfassend

62 Prozent der Bürger votieren bei dieser Fragestellung für den Schuldenabbau, 47 Prozent für eine Senkung der Sozialabgaben, 36 Prozent für eine Senkung der Lohn- und Einkommenssteuer und 31 Prozent für eine stärkere Unterstützung sozial schwacher Bevölkerungsgruppen.

Die repräsentative Umfrage wurde zwischen dem 8. und 20. Mai 2010 im Auftrag der Bertelsmann Stiftung und der Heinz Nixdorf Stiftung vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt. Insgesamt 1.767 Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren wurden mündlich-persönlich befragt.

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