Die Studie hat ohne Zweifel Sprengkraft, denn es steht das durch und durch verfehlte System von Hartz IV auf den Prüfstand. Die Antworten zur Lösung dieser gravierenden Menschenrechtsverletzung - denn nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hat jeder Mensch ein Recht auf Arbeit - sind recht unterschiedlich: Der DGB, wie auf Glocalist berichtet, fordert ein Mindesteinkommen, und auf der anderen Seite der Skala der Lösungsansätze steht der Vorschlag des Grundeinkommens wie beispielsweise von dm-Gründer Götz Werner vertreten.
Sicher ist: Wer arbeitslos wird, erlebt dies meist als schwere Belastung, die weit über finanzielle Einschränkungen hinausgeht: Wissenschaftliche Studien belegen ein größeres Krankheitsrisiko bei Arbeitslosen. Die psychischen Belastungen wirken sich auch auf die Gesundheit aus. Arbeitslose sind wesentlich häufiger krank als Erwerbstätige. Eine Studie der Abteilung Arbeitsmarktpolitik.
Arbeitslos zu werden, ist für viele Menschen ein Schicksalsschlag. Und je länger die Arbeitslosigkeit dauert und je geringer die Perspektiven auf einen Wiedereinstieg sind, desto belastender wird die Situation für die Betroffenen und ihre Familien.
Eine aktuelle Studie des BA eigenen Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)19 liefert Hinweise, dass sogar 35% der Arbeitslosengeld II-Empfänger (ALG-II) manifeste gesundheitliche
Einschränkungen haben. Mehr als 500.000 Arbeitslose
mit vermittlungsrelevanten gesundheitlichen Einschränkungen.
Befragt man die Betroffenen selbst zu ihrer Arbeitsfähigkeit, so eröffnet dies Rückschlüsse auf die Schwere der gesundheitlichen Beeinträchtigung. In der Selbsteinschätzung sind deutlich mehr Hilfeempfänger gesundheitlich angeschlagen, als in der Arbeitslosenstatistik ausgewiesen: Subjektiv erleben sogar 45 % der arbeitslosen ALG II-Empfänger ihre Gesundheit als eingeschränkt. Dies unterlegt auch die Krankenstandsquote: Für Erwerbstätige liegt diese bei rund 4,4%, Hartz IV Bezieherinnen bei rund 11%.
Arbeitslosigkeit stellt sich als ein Gesundheitsrisiko dar und hinterlässt Spuren körperlicher wie seelischer Natur. Arbeitslose tragen sogar eine größere Krankheitsbelastung als Erwerbstätige.
DGB: Durch Weiterbildung berufliche Perspektiven schaffen
Prävention und gesundheitliche Stabilisierung von betroffenen Arbeitslosen stehen an erster Stelle und sind unerlässlich. Aber der Weg aus der Krankheit kann für viele Betroffene nur dann beschritten werden, wenn ihnen eine berufliche Perspektive aufgezeigt wird, die sie wieder in Beschäftigung führt. Sie brauchen eine gute berufliche Rehabilitation und Weiterbildungsmaßnahmen, die ihnen genau dies bieten: Eine Chance auf nachhaltige Integrationen in den Arbeitsmarkt.
Auch wenn die Frage der Kausalitätsbeziehungen zwischen Erkrankungen und Arbeitslosigkeit noch nicht hinreichend geklärt sei, gilt auch in Deutschland mit zunehmender Arbeitslosigkeit ein ansteigendes Sterblichkeitsrisiko als belegt: „Arbeitslose sterben demnach früher.“, summiert die Studie die Erkenntnis.
Grüne Jobmaschine als Antwort?
"Menschen ohne Erwerbstätigkeit dürfen durch die Gesellschaft nicht stigmatisiert werden. In Zeiten von jahrzehntelanger Massenarbeitslosigkeit darf Arbeitslosigkeit nicht länger als individuell verschuldet wahrgenommen werden - es fehlen einfach Arbeitsplätze.", sagt der DGB.
Grundsätzlich sind so die DGB Forderungen richtig; mehr aber noch wichtiger, kann durch ein konsequentes Fördern von Nachhaltigkeit grüne Jobs geschaffen werden. Aktuell erweisen sich eben die nachhaltig orientierten Branchen und Unternehmen als Jobmotoren und man spricht auch schon von der "grünen" Jobmaschine wie auf Glocalist berichtet (s.h. Bericht auf Glocalist > bit.ly/9J3Yky ).
Glocalist Aktion
Ein gefühltes Phänomen greift um sich: Hochqualifizierte Frauen ab 40+ finden keine Jobs. Als Begründung: Zu qualifiziert. Glocalist Medien starten daher eine Aktion, wonach Unternehmen, die hochqualifizierte Frauen anstellen, vor den Vorhang geholt werden.
Den Glocalist Medien liegen mehr und mehr Leserinnenbriefe und persönliche Berichte vor, wonach hochqualifizierte Frauen mit 40+ keine Jobs finden. Als Begründung wird meist sogar schriftlich von den Unternehmen und Interessensverbänden ausgeführt, man sei zu qualifiziert. Eigentlich ein Demissionsgrund für das Management, denn es sollte im Sinne des betrieblichen Erfolges immer die Bestqualifiziertete wählen.
Bei Universitätsabsolvent/innen stieg die absolute Arbeitslosenzahl mit Juni 2010 um 8,4 Prozent gegenüber dem Juni 2009 an. Ähnlich bei Fachhochschulabsolvent/innen: Hier hat man einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um rund 7% zu verzeichnen.
Stattdessen werden diese Frauen im Notstand (Österreich) oder Hartz IV (Deutschland) abgeschoben, wo es kaum ein Raus gibt: Arbeitsmarktämter sind überfordert und Unternehmen zieren sich. Der Ruf nach mehr qualifizierte Arbeitnehmerinnen stehlt sich als ein hohler heraus.
Fazit: Es werden Vermögen und Chancen vernichtet. Unternehmen, die Frauen ab 40+ anstellen, weil sie hochqualifiziert sind, werden auf den Glocalist Medien als gute Beispiele vorgestellt. Bewerbungen der Unternehmen dazu an: office@glocalist.com
Download der Studie > www.dgb.de/themen/++co++625f4954-a925-11df-6fd9-00188b4dc422
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Sonntag, 12. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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