Die neueste EU-weite Untersuchung über die Armutssituation zeigt für Österreich beschämend hohe Zahlen. Um alarmierende 94 000 Menschen gestiegen ist die Zahl der von akuter Armut Betroffenen: 492 000 Menschen verfügen über ein Einkommen von 951Euro, rund 300 000 Menschen haben sogar noch weit weniger zur Verfügung.
Der Präsident der Volkshilfe Österreich Univ.-Prof. Dr. Josef Weidenholzer "findet die Situation völlig unerträglich. Für zu viele Menschen stellt sich nicht nur zur Weihnachten, sondern das ganze Jahr über die Frage, wie komme ich zu billigen Lebensmitteln, wo gibt es eine kostenlose Kleiderausgabe, wie komme ich zu Winterschuhen für die Kinder ? Heizen ist zu einem Luxusgut geworden, an das viele gar nicht mehr denken können. In akuter Armut zu leben heißt, einen täglichen Kampf zu führen und täglich schwere Verletzungen der Menschenwürde hinnehmen zu müssen. Das muss auf der politischen Agenda ganz nach oben."
Mehr als eine Million Menschen leben an oder unter der Armutsgefährdungsschwelle, und auch diese Zahl ist für ein reiches Land viel zu hoch. "Armutsgefährdet zu sein heißt, in zentralen Lebensbereichen Einschränkungen hinnehmen zu müssen, kein Geld für die Ausbildung der Kinder zu haben oder sich auch keinerlei Gesundheitsausgaben leisten zu können", so Weidenholzer.
Die Volkshilfe hat mehrfach darauf hingewiesen, dass das soziale Netz engmaschiger werden muss, und zwar nicht mit einem Transferkonto, sondern mit einer tragfähigen Mindestsicherung, die vor den schlimmsten Auswirkungen von akuter Armut bewahrt.
Die Wortmeldungen zur "sozialen Hängematte" wirken angesichts von mehr als 300 000 arbeitssuchenden Menschen nur noch zynisch. Daher fordert die Volkshilfe weiters einen zweiten Arbeitsmarkt, der für dauerhafte Beschäftigung von Menschen sorgt, die keine Chance am regulären Arbeitsmarkt haben. Selbst Arbeit schützt jedoch nicht vor Armutsgefährdung. Mit einem Mindestlohn von 1.000 EUR brutto lebt man nur knapp über der Armutsgrenze, der Mindestlohn muss daher dringend valorisiert werden.
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Donnerstag, 9. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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