19 Uhr vor dem Parlament
Schon einige Zeit vor 19 Uhr finden sich die ersten Teilnehmer ein, um sich einen guten Platz zu sichern. Zu Recht, wie sich herausstellt. Zwar ist das Parlament, bei den Stufen beginnend mit Ständern abgeriegelt, doch der Andrang ist so groß, dass auch dieser Bereich genutzt werden muss, um die Menschentraube aufzunehmen. Noch bevor die Ringstrasse für die Veranstaltung gesperrt wurde, reichte der Platz nicht mehr aus. Die Strassenbahnen kommen nur mehr im Schritttempo am Parlament vorbei.
Das Publikum ist bunt gemischt, alle Altersgruppen haben sich versammelt. Viele wollten dabei sein, um ein Zeichen zu setzen:
FÜR respektvolles Miteinander
FÜR menschenwürdige Behandlung für jede_n
FÜR Freude an Vielfalt statt Abkapseln in Einfalt
FÜR Zivilcourage statt Wegschauen
FÜR ehrliche Diskussionen statt Propagandalügen
Die Initiatorinnen zeigten sich überwältigt über die der Zahl der Menschen, die ihrem Aufruf gefolgt waren und waren zu Beginn der Veranstaltung schier sprachlos. Ihren Begrüßungsworten folgte ein buntes Programm aus Reden und Musikbeiträgen, darunter Doran Rabinovic, Robert Menasse und Kurt Krickler, Beiratsmitglied der Glocalist Medien. Allen Redner und Musikbands war ein Tenor gemeinsam, der Widerstand gegen Rechts und Menschenverachtung. Es ist Platz für Jeden, egal welcher Hautfarbe, egal welchen Geschlechts, egal welcher Religion.
Mit Einbruch der Dämmerung wurden rund 500 Fackeln verteilt, die wie sich herausstellten, viel zu wenige waren. Von einer Trommlergruppe Attacs geleitet, zogen die TeilnehmerInnen um das Parlament.
Die Frage nach dem "Und wie geht es weiter?" beantworteten die Organisatorinnen mit dem Hinweis auf die Eigeninitiative jedes einzelnen, die damit beginnt, nicht wegzusehen.





