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SOZIALES

Danone Ecosystem Fonds startet erste Projekte


München/Haar (28.1.10): Im April 2009 wurde von Danone die Gründung des Danone Ecosystem Fund beschlossen und mit 100 Millionen Euro ausgestattet. Ab 2010 geht für einen Zeitraum von fünf Jahren 1% des Jahresnettogewinns von Danone an den Fonds. Er will eine nachhaltige Wirtschaft von unten finanzieren in enger Kooperation mit örtlichen NGOs.
Hauptaktivitäten sollen neben der Unterstützung bei der Gründung und Förderung kleiner Unternehmen, die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie Wiedereingliederungsprogramme für Arbeitslose, formuliert Danone seinen Anspruch. 30 Projekte sind aktuell in der Diskussionsphase und zwei sollen bereits konkret finanziert werden.

"Werbelügen" und Nachhaltigkeit...geht das?

Wobei man sich schwer tun kann mit der allgemeinen Glaubwürdigkeit von Danone oder zumindest ein widersprüchliches Bild konstatieren muss, wenn Danone den Schmähpreis für die dreisteste Werbelüge, den "Goldenen Windbeutel" 2009, von foddwatch via einem online-Publikumsvoting erhält. So schreibt die Verbraucherorganisation foodwatch: "Die Werbung von Danone ist ein großes probiotisches Märchen. Deshalb haben die Verbraucher Actimel zur dreistesten Werbelüge des Jahres gewählt. Aber Danone ist offenbar nicht bereit, die Kritik der Verbraucher ernst zu nehmen." Und die britische Werbeaufsicht ASA hat schließlich TV-Spots untersagt, da das Gesundheitsversprechen nicht wissenschaftlich belegbar sei, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt.

Ein neuer Marketingturn

Zurück zum Ecosystem Fonds von Danone: Er will nach Eigendarstellung drei Kernprobleme adressieren: Erstens, Einsatz von lokalen Rohstoffen, zweitens, Abfallmanagement und schließlich Vertrieb. Im ersten Bereich will Danone auf Rohstoffe lokaler Produktion zurückgreifen und im Fall Abfall die Gründung von Genossenschaften anregen, was lokale Arbeitsplätze schaffen soll. Im Bereich Vertrieb soll gleichfalls die Gründung von lokalen Kleinunternehmen gefördert und unterstützt werden. In Summe gliedert sich der Fonds also völlig in die Wertschöpfungskette (Rohstoff-Vertrieb-Abfall) von Danone ein, der Anpassungs- und Markterschließungsprobleme in strukturell schwache Regionen erleichtern soll. Mit den geschaffenen Arbeitsplätzen werden auch gleich die Konsumenten mit geschaffen.

Man kann dies tatsächlich als eine neue Marketingstrategie erachten, die nicht mehr nur kommunikativ, sondern strukturell in Lebensverhältnisse eingreifen will. Heutzutage läuft dies auch unter den sehr weitem Begriff Social Business. In diesem Zusammenhang sei auch nicht unerwähnt, dass Danone aktuell auch ein Social Business Venture mit Muhammad Yunus in Bangladesh durchführt: Hier geht es um die Produktion von mit Vitaminen angereichertem Joghurt, um die dringendsten Mangelerscheinungen vorzubeugen. Dass diese durchaus für Danone erfolgsversprechende Strategie tendenziell als Weltrettung präsentiert wird, erscheint dann doch etwas übertrieben und auch nicht notwendig. Jedenfalls hat sich eine Diskussion entfacht, wie nun dieses konkrete Social Business Projekt in Bangladesh zu beurteilen sei.

Die ersten konkreten Projekte

Der Danone Ecosystem Fund hat nun zwei Projekte für eine sofortige Finanzierung ausgewählt: In Frankreich unterstützt der Danone Ecosystem Fund das Projekt „Petite Reine“ zur Wiederbeschäftigung Langzeitarbeitsloser. Die Organisation hat sich auf den umweltfreundlichen Warentransport mit Lastenfahrrädern spezialisiert und beliefert lokale Einzelhandelsgeschäfte. Das zweite findet in der Ukraine statt. In Zusammenarbeit mit der der Organisation „Heifer“ sollen kleine Milchproduzenten bei der Weiterentwicklung ihrer landwirtschaftlichen Produktion unterstützt werden. Dies geschieht durch die Gründung von Genossenschaften. Ziel des Projektes ist es, die Lebenssituation von 1.000 bedürftigen Bauern und ihren Familien zu verbessern, so der Anspruch vom Ecosystem Fonds.



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