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SOZIALES

 

Deutschland: Größte Bildungsinitiative für Nachhaltigkeit


Frankfurt a.M./Düsseldorf (20.3.09): Gestern startete in Hessen "Leuchtpol" als das größte deutsche Projekt zur Förderung von Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in Kindergärten. Im Fokus stehen Energie und Umwelt. Zielgruppe sind ErzieherInnen in Kindergärten. Dem Projekt Leuchtpol liegt eine Kooperation zwischen der ANU und der E.ON zugrunde.
Hinter dem Projekt Leuchtpol steht der Dachverband der Umweltbildungseinrichtungen in Deutschland, die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Bundesverband e.V. (ANU). Die wissenschaftliche Beratung wird vom Institut infis (Leuphana Universität Lüneburg) unter Leitung von Prof. Dr. Ute Stoltenberg übernommen und E.ON finanziert schließlich dieses Projekt. Mit diesem Projekt will die E.ON nach eignem Anspruch eine beispielhafte Kooperation zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft/ NGO etablieren.

Leuchtpol ist als gemeinnützige Gesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main begründet, alleiniger Gesellschafter ist die ANU. Geschäftsführer von Leuchtpol ist Albrecht W. Hoffmann. Er erklärt zum Start dieses Bildungsprojektes die weiteren organisatorischen Schritte: „Nach dem Start in Hessen werden wir noch in diesem Jahr über unsere regionalen Büros ähnliche Fortbildungsangebote für Erzieherinnen und Erzieher aus dem gesamten Bundesgebiet anbieten." Bis Ende 2012 will Leuchtpol mindestens 4.000 Kindergärten die Möglichkeit anbieten, sich zu beteiligen und Bildung für nachhaltige Entwicklung in ihren Kindergärten zu verankern. Das Qualifizierungsangebot folgt dabei den Zielen der UN-Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung" (Webtipp >> www.esd-world-conference-2009.org/en/home.html ).


Mit diesem Fortbildungsansatz will Leuchtpol einen wichtigen Beitrag zur Qualitätsentwicklung der Elementarpädagogik leisten – in diesem Bereich war die Bildung für nachhaltige Entwicklung bisher kaum etabliert. Dies soll nun von Leuchtpol ausgefüllt werden. Dabei setzt man auf ein vierdimensionales Nachhaltigkeitskonzept: "Ökonomische und ökologische, soziale und kulturelle Aspekte müssen zusammenfließen, um eine lebenswerte Welt für die Zukunft zu sichern. Im Sinne dieses Leitbilds ist es eine gesellschaftliche Aufgabe, die natürlichen Lebensgrundlagen für jetzige und folgende Generationen in der einen Welt zu bewahren und einen Beitrag zu sozialer Gerechtigkeit und kultureller Vielfalt zu leisten.", so Leuchtpol zum Thema Nachhaltigkeit.

Dazu bietet Leuchtpol u.a eine "Materialkiste" an: Die Materialkiste umfasst eine Grundausstattung für die Projektumsetzung im Kindergarten. Sie enthält Materialien für Kinder und für ErzieherInnen. So finden sich in der Kiste unter anderem (Bilder-)Bücher, eine Schütteltaschenlampe, mit der selbst Energie erzeugt werden kann, Hintergrundinformationen zu Bildung für nachhaltige Entwicklung, über das Thema Energie, aber auch zu kindlichen Bildungs- und Lernprozessen sowie Bücher mit Praxisbeispielen. In einem Ordner werden Anregungen für die Nutzung der Materialien in der Einrichtung gegeben sowie Bauanleitungen zur Verfügung gestellt.

Bildung, Spaß und frühe Übung zur Verantwortung

Auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschung zu kindlichen Lern- und Bildungsprozessen sollen Erzieherinnen und Erzieher dazu in kostenlosen und berufsbegleitenden Fortbildungen die notwendigen Kompetenzen zur Umsetzung des Bildungskonzeptes in ihren Kindergärten erhalten, so der gesetzte Anspruch. Bis zum Jahr 2012 will man weiters konkrete Vorschläge entwickelt haben, wie das Bildungskonzept von Leuchtpol in den staatlichen Bildungsplänen und den Lehrplänen von Fachschulen für Erzieherinnen und Erzieher verankert werden könne. Dieser Anspruch darf durch die Grußworte vom Hessischen Ministerpräsident Roland Koch wohl als politisch unterlegt gelten.

Die Vorsitzende des ANU-Bundesverbandes, Annette Dieckmann, führt ihr Grundverständnis der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung im Kindergarten aus; sie setzt auf Neugierde und Spaß: „Wir wollen, dass Kinder sich neugierig und mit viel Spaß dem Thema Energie nähern. Begleitet von den Erzieherinnen und Erziehern sollen die Kinder selbst eine Beziehung zwischen ihren eigenen Bedürfnissen, ihrem Handeln und ihrer Umwelt erkennen und diese auch aktiv gestalten können. Damit wird die Basis gelegt für die Kompetenz, Zukunft nachhaltig gestalten zu können."

Christoph Dänzer-Vanotti, im E.ON-Vorstand für Personal und gesellschaftliche Verantwortung verantwortlich, setzt auf die frühe Übung zur Verantwortung, denn es braucht eine neue Umgangsweise mit Energie: „Ein verantwortungsvoller Umgang mit Energie und den natürlichen Ressourcen gehört zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Dies erfordert nicht nur veränderte Energiestrukturen und -systeme, sondern auch veränderte Einstellungen und Verhaltensweisen der Gesellschaft. Mit dem Projekt ‚Leuchtpol’ will E.ON im Rahmen ihrer Initiative ‚Energie für Kinder’ einen konkreten Beitrag leisten, bereits den Jüngsten ein Bewusstsein für Energie und Umwelt zu vermitteln – denn früh übt sich bekanntlich am allerbesten."

Inzwischen haben im hessischen Weilburg die ersten 57 Erzieherinnen und Erzieher ihre Fortbildung in Sachen Nachhaltigkeit abgeschlossen.

Web >> leuchtpol.de

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