Haiti wird Zeuge und Ort von großem Elend und Leid wie vorbildcher globaler Hilfsleistungen.
Der IWF Generaldirektor Dominique Strauss-Kahn hat heute erklärt, der IWF werde alle Schulden Haitis, einschließlich seines in der letzten Woche gewährten Nothilfe-Kredits von 100 Mio US-$ in einen verlorenen Zuschuss umwandeln. Zudem werde er auch die anderen Gläubiger Haitis zum Schuldenerlass auffordern.
Haitis war selbst nach der 2009 gewährten Teilentschuldung im Rahmen der Multilateralen HIPC-Initiative bei Regierungen und Internationalen Finanzinstitutionen mit 891 Mio US-$ verschuldet. Davon entfallen auf die Interamerikanische Entwicklungsbank 429 Mio., auf den IWF 165 Mio, auf die Weltbank 38 Mio und die Regierungen von Taiwan und Venezuela 92 bzw. 162 Mio. Das NGO-Bündnis erlassjahr.de begrüßt das Einlenken des IWF gegenüber der Kritik an der IWF-Kreditvergabe von Seiten der globalen Zivilgesellschaft.
Derweil berichtet das UN World Food Programme (WFP) Haiti, dass es mittlerweile 1 Million Nahrungsrationen an über 200.000 Menschen in und um Port-au-Prince verteilt. Seit dem Ausbruch des Erdbebens bringt WFP über Wasser-, Luft- und Landkorridore humanitäre Hilfsgüter nach Haiti. Zwischen Santo Domingo und Port-au-Prince hat WFP eine Luftbrücke aufgebaut, die täglich Helfer aller Organisationen ins Krisengebiet fliegt.
Menschenrechtskrise in Haiti
Amnesty International berichtet, dass mittlerweile das Faustrecht und völlige Gesetzeslosigkeit ausgebrochen sei auf den Strassen Haitis.
Schon vor dem katastrophalen Erdbeben war ein effektiver Schutz der Menschenrechte in dem verarmten Karibikstaat Haiti nicht möglich; besonders Frauen und Kindern konnten vor Gewalt nicht ausreichend geschützt werden. „Die nun herrschende Gesetzlosigkeit ist die perfekte Umgebung, um Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen wie Vergewaltigungen ungestraft zu begehen“, warnt Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty Österreich, vor einer schweren Menschenrechtskrise.
Schon vor der Katastrophe hat Amnesty International ein schockierendes Ausmaß von sexuellen Übergriffen, Missbrauch und moderner Sklaverei in dem Land dokumentiert. An die UNO appellierte die Menschenrechtsorganisation, schnell für den Schutz der Schwächsten zu sorgen. Akut gefährdet sind Kinder, die gerade erst ihre Eltern verloren haben.
„Wir müssen uns dem stellen, was als nächstes kommt“, sind für Javier Zuniga, langjähriger Amnesty-Berater und in den 90er Jahren auch Verantwortlicher für Menschenrechte der gemeinsamen UNO/OAS-Mission in Haiti, die mittelfristigen Folgen des Bebens noch gar nicht absehbar. „Haiti ist eines der ärmsten Länder der Welt, die Menschenrechtslage war schon vor dem Erdbeben inakzeptabel und es hat einfach an allem gemangelt.“ Für denkbar hält er etwa, dass die Überlebenden in ihrer Not in großer Zahl versuchen, das Land zu verlassen.
Kindersklaverei in Haiti > www.amnesty.org/en/library/info/AMR36/004/2009/en
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Donnerstag, 9. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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