Anzeige
Donnerstag, 2. September 2010 - Eine andere Information ist möglich!
SOZIALES

Jobcenter-Reform ist keine Reform


Berlin (7.12.09): Die Pläne der Bundesregierung zur Betreuung von Langzeitarbeitslosen stoßen beim DIW Berlin auf deutliche Kritik. „Zu befürchten sind die alten Nebenwirkungen: Hohe Organisationskosten, doppelte Verwaltungsapparate, Reibungsverluste sowie Konfusion und Verwirrung bei den betroffenen Langzeitarbeitslosen,“ sagte DIW-Präsident Klaus F. Zimmermann.
Auf der Strecke bleiben die Arbeitslosen und es ist völlig unverständlich, dass angesichts der Notwendigkeiten des Klimawandels für die Wirtschaft, man sich überhaupt noch den Luxus von Arbeitslosen leistet: Es müßte um massive Umschulungen sowohl für den technologischen Wandel als auch für den sozialen Umbau gehen, den Politik und Wirtschaft finanzieren sollten, statt die teure Verwaltung von Arbeitslosen weiter auszubauen.

Der aktuelle geplante "Umbau" der Jobcenter ist an alte Dogmen orientiert und nicht an der notwendigen Modernisierung einer Co2-freien Wirtschaft.

So führt Siemens-Chef Peter Löscher im Rahmen der Gründung der Dialogplattform "Klimaschutzdialog Wirtschaft und Politik" aus, dass in den kommenden zehn Jahren eine Millionen neuer Öko-Jobs geschaffen werden (sollen). Bislang kann man aber in der Industrie eher Jobabbau beobachten (Bericht auf Glocalist zur neuen Plattform "Klimaschutzdialog Wirtschaft und Politik" > www.glocalist.com/news/kategorie/politik/titel/roettgen-neue-plattform-will-co2-freie-wirtschaft/ ) und es ist fraglich, wie die Jobcenter mit ihrer Struktur eine Million Arbeitsplätze überhaupt erfolgreich vermitteln wollen.

Aktuelle Pläne der Bundesregierung sehen vor, bei der Betreuung der Langzeitarbeitslosen (Hartz IV-Empfänger) das Modell der getrennten Trägerschaft als zentrale Organisationsform einzuführen. Dabei würden die lokalen Bundesagenturen für Arbeit und die Kommunen mehr oder weniger koordiniert nebeneinander wirken – bildlich gesprochen, so das DIW, gäbe es zwei Tische unter einem Dach, aber nicht unter gemeinsamer Regie.

„Damit würde ein Betriebsunfall zum Regelfall gemacht“, so DIW-Präsident Zimmermann. Bereits erzielte Fortschritte der Arbeitsmarktpolitik würden zunichtegemacht. „Zu befürchten sind die alten Nebenwirkungen: Hohe Organisationskosten, doppelte Verwaltungsapparate, Reibungsverluste, Konfusion und Verwirrung bei den betroffenen Langzeitarbeitslosen.“

Aus Sicht von DIW-Chef Zimmermann könnte eine kluge Reform auch andere Mängel beseitigen helfen: Die Hilfen für die Problemgruppen setzen zu spät an und sie werden bundesweit in einem organisatorischen Wildwuchs neben den 350 Arbeitsgemeinschaften auch durch 23 Kommunen in Konkurrenz zur Agentur oder als eine der 69 Optionskommunen alleine betrieben.

In Deutschland besonders viele Langzeitarbeitslose

Gerade bei Langzeitarbeitslosen wäre eine effektive Betreuung wichtig: Obwohl der Anteil der Langzeitarbeitslosen in den letzten Jahren leicht rückläufig ist, weist Deutschland international weiterhin eine der höchsten Langzeitarbeitslosenquoten auf. Dabei ist klar: Bei potentiell von Langzeitarbeitslosigkeit bedrohten älteren, ungelernten oder ausländischen Menschen macht eine frühzeitige Intervention und Betreuung bereits bei der Entstehung von Arbeitslosigkeit Sinn.

<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Ausbildungsquote Evonik über Branchenschnitt
>Erst studieren, dann zahlen
>DHL unterstützt Flutopfer in Pakistan
>Tag der Verschwunden
>Jugend fordert Sitz im RNE: Reaktion von RNE&Bundesregierung
>Südwind-Studie China: Deutsche Unternehmen und Billiglohn
>BASF spendet 250.000 Euro für Pakistan
>Welttag humanitärer Hilfe und Pakistan
>Arbeitslosigkeit: Schafft grüne Jobs und Glocalist Aktion
>Energieabzocke in Österreich
>Studie: Finanzmarktkrise und Altersversorgung
>Mindestlohn statt Hartz IV
>14 Millionen Menschen von Flutkatastrophe Pakistan betroffen
>Verbraucherpreise steigen: +1,2%
>Marktcheck: Alles was Flügel hat, kompensiert CO2
>US-Milliadärsspende: BDS findet dies gut
>Geld verlängert das Leben, auch bei Frauen
>Fleisch und Frische: Außen hui, innen pfui
>Arbeitsklimaindex Tourismus: Sozial nicht nachhaltig
>Amnesty Report: Griechenland und Migranten
>Jeder 2.te verzweifelt an Verpackungsangaben
>Mehr Frauen in Betriebsräten
>Gel minimiert HIV-Risiko
>Goldrush in Guatemala und Menschen sterben dafür
>Menschenrechtsmarsch
>Umfrage: Deutsche halten Schulsystem für ungerecht
>Erfolg für Homosexuelle in Bayern
>Attac will eine Bank mitgründen
>Outdoor Mode: Nix sozial gerecht
>Jugendliche üben grünes Unternehmertum
>Altersversorgung für CEOs von DAX-Unternehmen
>42.000 Unterschriften gegen soziale Kälte
>Europäischer Handel stellt Kodex für Nachhaltigkeit vor
>Supermarkt, Nachhaltigkeit und Einkaufsmacht
>Berlin: Mehr Informationsfreiheit
>Verbraucherrecht: EU begrenzt Kosten für Daten-Roaming
>Erstmals "Marktplatz der guten Geschäfte" in Salzburg
>Kostenlawine für NGOs
>Österreich: Großkundgebung für eine andere Asylpolitik
>Regulierung des Finanzmarktes zügig angehen
>Kinder Opfer der Finanzkrise
>Transparente Zivilgesellschaft
>Verbraucher: Aktionswoche gegen unseriöse Kreditvermittler
>Europakampagne für Grundeinkommen
>Gute Idee: Dienstwagen-Besteuerung statt Sozialabbau
>Studie: Fairer Welthandel
>Tchibo engagiert sich in Afrika
>70% finden wirtschaftliche Verhältnisse nicht gerecht
>Studie: Klima-Wirtschaftswunder schafft Jobs
>Gute Idee: Staat soll nicht mehr Kinderarbeit einkaufen
Anzeige

Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"