Der Rat für Nachhaltige Entwicklung wurde im April 2001 von der Bundesregierung berufen. Ihm gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an. Die Aufgaben des Rates sind die Entwicklung von Beiträgen für die Umsetzung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, die Benennung von konkreten Handlungsfeldern und Projekten sowie Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen, so im Eigenverständnis der Rat zu seinen Aufgaben und seiner Agenda.
Nach dem Regierungswechsel wurde das 15-köpfige Gremium neu besetzt. Neuer Vorsitzender, wie auf Glocalist berichtet, wurde Hans-Peter Repnik, zuvor Parlamentarischer Staatssekretär im Entwicklungsministerium.
In dem Beratungsgremium, das alle relevanten gesellschaftlichen Gruppen repräsentieren soll, sitzen ohne Zweifel respektable Persönlichkeiten. Aber die Gruppe, die von Nachhaltigkeit am stärksten betroffen sein wird, was die Zukunft angeht, fehlt: die junge Generation, so die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen. Hinzufügen muss man auch, dass die Mitglieder des Rats auch nicht hinsichtlich Mann-Frau ausgewogen besetzt ist: So sind von den 15 Ratsmitgliedern nur vier Frauen zu finden (s.h. Liste der Ratsmitglieder > www.nachhaltigkeitsrat.de/der-rat/mitglieder-des-rates/ ).
Das jüngste Ratsmitglied ist 45 Jahre alt. Darf die nachrückende Generation nicht mitreden, wenn es um ihre Zukunft geht, fragt die Stiftung kritisch?
Bereits 2003 hatten engagierte Jugendliche, unterstützt auch von der SRzG, sich für die Aufnahme eines Jugendvertreters in den Nachhaltigkeitsrat stark gemacht – und stießen auf taube Ohren. Erst als der damalige Bundeskanzler Schröder höchstpersönlich zusagte er sei für einen Jugendvertreter im Rat, kam mit dem Fernsehmoderator Tobias Schlegl ein junges Gesicht in die Runde, der über seine Erfahrungen im Buch „Zu spät? – So zukunftsfähig sind wir jungen Deutschen“ berichtet.
Doch bei der nächsten Neubesetzung flog auch der einzige Jüngere wieder raus. "Es gibt gute Gründe, warum sich die Jugend oft nicht ernst genommen fühlt, wenn sie selbst bei Fragen der Nachhaltigkeit nicht mitreden darf. Es wird Zeit, die Repräsentationslücke der Jugend zu schließen.", so die Stiftung in ihrer Pressemitteilung.
Die SRzG wird sich anlässlich der nächsten Konferenz des Nachhaltigkeitsrates im September an die Bundeskanzlerin wenden und für die Wiederaufnahme eines Jugendvertreters plädieren.
Die Geschäftsstelle des Rat für Nachhaltigkeit sowie die zuständige Stelle im Bundeskanzleramt wurden von den Glocalist Medien um eine Stellungnahme angefragt.
Die Geschäftsstelle des RNE teilt den Glocalist Medien mit: "Die 15 Mitglieder des Nachhaltigkeitsrates wurden von der Bundesregierung ausgewählt und berufen, nicht von der Geschäftsstelle des Rates. Deshalb bitte ich um Verständnis dafür, dass wir als Geschäftsstelle die Forderungen der Stiftung nicht kommentieren möchten", so der Pressesprecher des RNE, Christian Schaudwet.
Am Montag, den 23.8. erhielten die Glocalist Medien vom Referat "Umwelt; Ernährung, Landwirtschaft u. Verbraucherschutz; nachhaltige Entwicklung", Presse- und Informationsamt der Bundesregierung folgende Stellungnahme: "Dass es nicht vom Alter abhängt, dass ein Gremium gute Arbeit bei den Themen "Generationengerechtigkeit"/"Nachhaltigkeit" leistet, hat der Rat für nachhaltige Entwicklung in den letzten Jahren immer wieder bewiesen. Alle Mitglieder waren und sind Personen, die sich mit hohen Engagement für Zukunftsthemen einsetzen."
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Freitag, 10. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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