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SOZIALES

 

Nachhaltigkeitsindikatoren für Baumwollanbau


Hamburg (1.6.10): Cotton made in Africa, eine Initiative der Aid by Trade Foundation, hat nach drei Jahren Arbeit, Weiterentwicklung und Optimierung die Verifizierungskriterien ihrer Initiative zur nachhaltigen Projektarbeit präsentiert.
Drei Jahre Arbeit wurde in die Verifizierungskriterien investiert. Gemeinsam mit der niederländischen Universität Wageningen, Pricewaterhouse Coopers und den Baumwollgesellschaften vor Ort entwickelt und optimiert, wurde das Verifizierungssystem der Stiftung von den unabhängigen Zertifizierungsunternehmen Ecocert und Africert im Feld angewendet und erfolgreich getestet.

Der Verifizierungskriterienkatalog erhält zum einen Ausschlusskriterien, die über die Aufnahme von Partnern – wie Baumwollgesellschaften und Kleinbauern - in das Cotton made in Africa Programm entscheiden, zum anderen enthält das Verifizierungssystem so genannte Nachhaltigkeitsindikatoren.

Die Ausschlusskriterien orientieren sich unter anderem an den Richtlinien der International Labour Organisation (ILO), den Konventionen zum Pestizideinsatz von Stockholm und Rotterdam sowie an den OECD Wettbewerbsrichtlinien. Sie definieren die Mindestanforderungen an eine Baumwollgesellschaft und die zuliefernden Kleinbauern, um der Initiative Cotton made in Africa beizutreten. Dazu gehören etwa der Ausschluss von Sklaverei und Menschenhandel oder die Beschränkung auf Baumwolle aus Regenfeldanbau.

Weiterentwicklung ist Teil der Strategie

Die Nachhaltigkeitsindikatoren, welche soziale, ökologische und ökonomische Kriterien umfassen, müssen von den Partnern nicht von Beginn an erfüllt sein, sondern sollen sich durch die Teilnahme an der Initiative kontinuierlich verbessern. Die Indikatoren werden sowohl auf Ebene der Farmer als auch auf dem Niveau der Baumwollgesellschaft und der zugehörigen Entkörnungsanlage erhoben und können entsprechend einer Ampel von den Verifizierern als „rot“, „gelb“ oder „grün“ bewertet werden. In Bezug auf die Farmer wird unter anderem überprüft, ob Dreifelderwirtschaft betrieben wird und Pestizide gemäß IPM- und Threshold-Spraying eingesetzt werden, ob Kinder und Erwachsene an Bildungsmaßnahmen teilnehmen und inwiefern ein gültiger Vertrag zwischen Bauer und Baumwollgesellschaft besteht. Auf Ebene der Entkörnungsanlagen, die Cotton made in Africa ebenfalls verifiziert, geht es in erster Linie um den Schutz der Arbeiter. Hierzu zählen etwa ein ordentlicher Arbeitsvertrag, auch für die zahlreichen Saisonarbeiter, und die Einhaltung hinreichender Arbeitsschutzmaßnahmen.

Die Cotton made in Africa Betriebe werden alle zwei Jahre von den unabhängigen Verifizierungsunternehmen Ecocert und Africert überprüft, um zu testen, inwiefern sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Baumwollerzeuger durch die Teilnahme an dem Programm verbessert haben. Im Rahmen dieses Verifizierungsprozesses fungiert die Baumwollgesellschaft als „Management Unit“. Diese trägt zum einen als übergeordnete Einheit besondere Verantwortung hinsichtlich der Wohlfahrtspflege von Bauern und Mitarbeitern, zum anderen sind die einzelnen Bauern über sie leichter zu erreichen. Sie muss hierzu auch spezielle Managementkriterien erfüllen, wozu die Erstellung eines Managementplans gemeinsam mit dem Verifizierer zählt. Dieser Plan legt fest, welche Verbesserungen bis zur nächsten Überprüfung wie erreicht werden müssen und welche Unterstützung Cotton made in Africa etwa in Form von Farmerschulungen in Kooperation mit der Bill and Melinda Gates Foundation und der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung stellt.

Das soziale, ökologische und ökonomische Wertversprechen von Cotton made in Africa wird letztlich durch ein Wirkungsmonitoring erfasst. Dieses misst, wie sich die Veränderungen der Einkommen sowie die sozialen und ökologischen Entwicklungen langfristig auf das Leben der beteiligten Bauernfamilien und ihren Lebensraum auswirken.

(Quelle: Cotton made in Africa)

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