Anzeige
Donnerstag, 9. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!
SOZIALES

Österreich: Großkundgebung für eine andere Asylpolitik


Wien (28.6.10): In einem Land, in dem ein Verein namens "SS-Kameradschaft IV" legal sein kann und sich der Unterstützung von FPÖ-Politiker freuen darf, kann es nicht wundern, wenn es Kinder, die in Österreich aufgewachsen sind, abschieben möchte. Die Gewerkschaft und zahlreiche NGOs rufen zu einer Großkundgebung am 1. Juli auf.
Deshalb versucht das anständige Österreich, eine Großdemonstration "Für eine menschenwürdige Asylpolitik!", wie es im Aufruf heißt. Anlass ist das jahrelange Tauziehen um das Aufenthaltsrecht der Familie Zogaj, die in Betreuung der österreichischen Sozialhilfsorganisation "Volkshilfe" stand und steht. Die Kinder sind in Österreich aufgewachsen und sollen nun mit Schulschluss der Tage aus Österreich nach den Kosovo endgültig abgeschoben werden: unverzügliche Ausreise wie es im Gerichtsbeschluss heißt. Dem ging ein jahrelanges juristisches Tauziehen, zwischenzeitliche Abschiebung und abgelehnte Gnadenakte durch christlich-soziale Politiker voraus.

Die Familie Zogaj wurde so zum Symbol für das Elend der österreichischen Asyl- und Einwanderungspolitik - und für deren Erbarmungslosigkeit, heißt es im Aufruf, der von zahlreichen Prominenten unterstützt wird: Elfriede Jelinek, Robert Palfrader, Stefan Ruzowitzky, Florian Scheuba, Rudolf Scholten, Barbara Coudenhove-Kalergi, Sigrid Maurer, Freda Meissner-Blau, Robert Menasse, Barbara Blaha, Constantin Wulff, Robert Misik, Isolde Charim, Doron Rabinovici, Franzobel, Karl Merkatz, Michael Köhlmeier, Susanne Scholl, Dwora Stein, Anne Bennent, Otto Lechner und Eva Jantschitsch („Gustav").

Die Zogajs sind kein Einzelfall und seit Jahren schon werden viele andere Familien aus ihrem längst vertrauten Umfeld herausgerissen. Kinder dürfen die Schule nicht fertig machen, Fußballer werden vom Training weg in Schubhaft genommen und Familien bei Nacht und Nebel aus den Betten geholt, damit ihre Nachbarn und Nachbarinnen es nicht rechtzeitig bemerken.

Die Kundgebung will mit ihrem Ankündigungsvideo an die größte Kundgebung der 2. Republik (1993) mit rund 350.000 Menschen am Heldenplatz anschließen. Auch hier ging es um u.a. um eine menschliche Asylpolitik, aber und vor allem gegen das ausländerfeindliche Volksbegehren vom bei Autoraserei verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (FPÖ), der als Ziehvater des Rechtsextremismus (Peter Pilz) in Österreich galt.

„Die Kundgebung für eine menschenwürdige Asylpolitik, zu der für den 1. Juli aufgerufen wird, ist ein wichtiges Signal, dass die Missstände in der österreichischen Asylpolitik vielen ÖsterreicherInnen nicht gleichgültig sind. Zahlreiche Fälle gut integrierter Personen und Familien, die nach jahrelangen Asylverfahren ohne Rücksicht auf ihre ungewisse Zukunft und teilweise lebensbedrohliche Umstände abgeschoben werden, zeigen den Handlungsbedarf ganz klar“, erklären die Bundesgeschäftsführerin der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier), Dwora Stein und der Bundesjugendvorsitzende Rene Pfister. Die GPA-djp ruft daher zur Teilnahme an der Kundgebung „Genug ist genug. Für eine menschenwürdige Asylpolitik“ auf.


Wann & Wo

Donnerstag, 1. Juli 2010, 19 Uhr, Heldenplatz


<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Hungerkatastrophe im Südsudan droht
>foodwatch hat Klage gegen Unilever eingereicht
>Pharma: Transparceny fordert transparente Daten
>Studie: 18.000 neue Jobs in der Offshore-Windenergie
>Solarstrom kann Börsepreis Strom bis zu 10% senken
>Ackermann: Versprechen wird nicht eingehalten
>Public Eye Award: Schmähpreise an VALE und BARCLAYS
>Strompreise steigen
>Hungerkrisen und Verteilungskonflikte
>Pflege und Schlechtreform
>Honorarberatung muss gesetzlich geregelt werden
>Hunger ist ein Umverteilungsproblem
>Deutsche Bank: Nahrungsmittelspekulation und Hunger
>Umfrage: Wer kennt welches Bio-Siegel?
>Jetzt amtlich: Verbraucherpreise gestiegen
>Flucht aus privaten Krankenkassen
>Aus für FLP-Blumenprogramm
>Die Spendenmafia
>Pfändungssschutzkonten: Doppelt kassiert
>Seniorenhaushalte haben real an Einkommen verloren
>UNICEF: Teilhabe der Eltern entscheidend für Kinder
>Wer E-Mobilität bejaht, kauft sich noch lange kein E-Auto
>Ein Jahr nach dem Dioxin Skandal
>Mehrwertsteuer neu in der EU?
>Schluss mit Inkasso-Kriminalität
>Korruptionsindex 2011
>Fortschrittsindex: Hurrah, wir sind vorne!
>Callcenter: Tariflosigkeit
>Umfrage: Deutsche halten Arbeitsmarkt für ungerecht
>Umfrage: 90% der Deutschen für scharfen Klimaschutz
>Riestern: Besser Sparstrumpf oder über 100 werden
>23 Millionen Deutsche arbeiten ehrenamtlich
>Offener Brief an Polizeipräsidentin Wuppertal
>Netzentgelt: Regierung gegen Bürger
>Umfrage: 2/3 der Deutschen lehnen Atommülltransporte ab
>Nutella-Etikett kann in die Irre führen
>Transparency klagt KBV
>Forsa-Umfrage: Mehrheit gegen Spekulation mit Nahrungsmittel
>foodwatch fordert Verkaufsverbot für Becel pro.activ
>Riester-Rente: Wackelt da was?
>2030 werden Alte um 60% mehr sein
>Verlorenes Jahrzehnt für Arbeitnehmer
>Österreich hat massives Rechtsextremismusproblem
>Soziales und Ökologisches zusammenbringen
>Steuer auf Spekulationsgeschäfte soll Armut lindern
>UN-Bericht: Arme werden ärmer
>Lebensmittel und "legale Täuschung"
>Gute Nachricht: Keine Abzocke mehr bei Anruf
>Telekom: Irreführende Werbung
>Provisionsverbot
Anzeige


Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"