Seit ihrer Gründung im Jahre 1975 versorgt sie Mikrofinanzinstitutionen, Genossenschaften und kleine und mittlere Unternehmen in Entwicklungsländern mit Krediten.
„Im Gegensatz zu anderen Kreditgebern investiert Oikocredit dort, wo der Bedarf am größten ist. Auf diese Weise ermöglichen wir es den Menschen in Entwicklungsländern, nicht mehr von Almosen abhängig zu sein, sondern sich aus eigener Kraft aus der Armutsfalle zu befreien“, erläutert Brigitta Herrmann, Geschäftsführerin von Oikocredit in Deutschland, das Grundprinzip der ökumenischen Entwicklungsgenossenschaft.
In der alltäglichen Praxis bedeutet dies, dass beispielsweise Kredite an Mikrofinanzorganisationen gehen. Diese unterstützen mit dem Geld wiederum Projekte, vor allem in ländlichen Regionen, wo die Armut oft besonders groß ist.
Projekte, wie beispielsweise das in dem kleinen indischen Dorf Kasigudem, in dem die Dorfbewohner einen Kredit für ein paar Kühe aufgenommen haben. Vorher war die Not hier groß. Die Menschen arbeiteten als Tagelöhner und in dem nahegelegenen Steinbruch. Weil die Dorfbewohner Kredite – wenn überhaupt, dann nur zu Wucherzinsen bekamen - konnten sie sich auch keine Existenzgrundlage aufbauen. Stattdessen mussten bereits die Kinder zum Lebensunterhalt beitragen, statt in die Schule zu gehen. Und ohne Bildung ist auch für die Kinder der Weg in die Armut vorgezeichnet. In diesem indischen Dorf sollte es jedoch anders kommen. Denn dank der Unterstützung von Oikocredit konnte die Mikrofinanzorganisation Pragathi Kleinkredite an die Familien vergeben.
Mit diesem Geld konnte beispielsweise die Mutter eines kleinen Mädchens eine Kuh anschaffen. Diese versorgt mit ihrer Milch nun nicht nur die Familie, sondern die überschüssige Milch verkauft die Mutter gewinnbringend auf dem Markt. „Mit dem Geld kann ich meine Tochter gut ernähren und bald auch zur Schule schicken, so dass sie später einmal einen richtigen Beruf erlernen kann“, berichtet die Mutter stolz.
„Traditionelle Finanzinstitutionen hätten ein solches Projekt gar nicht erst unterstützt, da ihnen das Risiko zu groß erschienen wäre“, betont Brigitta Herrmann. Dabei – so ihre Erfahrung – fördern gerade solche Kleinkredite die Eigeninitiative, schaffen Arbeitsplätze und tragen so entscheidend zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung eines Landes bei. Wer also sein Geld bei Oikocredit anlegt, oder eine solche Geldanlage verschenkt, der verschenkt eine echte Perspektive für viele Menschen.
Darüber hinaus trägt jeder Anleger und jede Anlegerin dazu bei, die Welt ein kleines bisschen gerechter zu machen. Die Mindestanlage bei Oikocredit beträgt 200 Euro, die Jahresdividende, die an die AnlegerInnen ausgezahlt wird, beträgt zwei Prozent. „Allein 2009 haben rund 17,5 Millionen Menschen und ihre Familien über unsere Projektpartner von diesem Geld profitiert“, fasst Brigitta Herrmann die Erfolgsbilanz zusammen. Ein gutes Argument also für alle, die mit ihrer Geldanlage etwas Gutes bewirken wollen.
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