Die Einkaufspolitik von Discountern – Dumpingpreise für Textilien – führt zu sinkenden Sozialstandards und zu Löhnen, die nicht ausreichen, um die Grundbedürfnisse der Beschäftigten zu decken: dies ist in vielen asiatischen Ländern der Fall, so die Kampagne Saubere Kleidung.
"Wir fordern von der Konzernleitung eine Veränderung ihrer Einkaufspraxis. KiK muss faire Preise zahlen, damit auch gerechte Löhne für die Näherinnen gezahlt werden können. Aber auch für die Verkäuferinnen und Verkäufer hierzulande müssen faire Arbeitsbedingungen hergestellt werden", unterstreicht Gisela Burckhardt von der Kampagne für Saubere Kleidung. Die Kampagne fordert, dass der Verhaltenskodex des Konzerns nicht nur auf dem Papier steht, sondern in den Herstellerbetrieben auch umgesetzt wird. Dazu sind unabhängige, externe Kontrollen nötig. Christiane Vogt von ver.di reagierte erfreut auf die breite Unterstützung der Übergabeaktion.
Die Expansion des Textildiscounters KiK geschiehe auf dem Rücken tausender Näherinnen in Niedriglohnländern und Beschäftigten in Deutschland. Vermeintliche Schnäppchen für Kundinnen kommen anderen Frauen teuer zu stehen. Neun Cent beträgt der Stundenlohn einer Näherin in Bangladesch. 90 Arbeitsstunden pro Woche sind keine Seltenheit. Überstunden werden nicht regelmäßig und vor allem auf kaum nachvollziehbare Weise bezahlt, Mitarbeiterinnen strengstens kontrolliert. Gewerkschaftliche Tätigkeit in der Fabrik ist in der Regel verboten oder wird zumindest stark behindert, so in Zusammenfassung der Kritikpunkte aus einer Untersuchungen der Kampagne für Saubere Kleidung.
In Deutschland verurteilte das Landesarbeitsgericht Hamm im März des Jahres in zweiter Instanz den Textildiscounter KiK wegen Zahlung sittenwidriger Löhne. Die Zahlung von 5,20 EUR pro Stunde sei Lohnwucher. Auch hier sollen die Bildung von Betriebsräten be- bzw. verhindert und geleistete Überstunden nicht bezahlt worden sein, nach Angaben von der Kampagne Saubere Kleidung.
In einer aktuellen Pressemitteilung führt KiK aus, dass es rund 2 Millionen Euro in CSR investiert habe: "Wir haben in den letzten zwei Jahren mehr als zwei Millionen Euro in den CSR- Bereich investiert und damit bereits viel bewegen können. Auf Schwierigkeiten stoßen wir nach wie vor bei der Sensibilisierung der Fabrikbesitzer in Asien, sich stärker um die Einhaltung sozialer Mindeststandards zu kümmern. Wir übernehmen Verantwortung im Rahmen unserer Möglichkeiten, aber wir können nicht Richter der Sozialgesetze und des Arbeitsrechts in Fernost spielen", so Stefan Heinig, CEO von KiK.
KiK habe weiters nach Eigenangaben alle Lieferanten in Bangladesh auditiert. Der Dialog mit der "Kampagne für saubere Kleidung" sei aber noch recht zäh wie KiK ausführt. Bereits seit März 2008 befindet sich KiK in regelmäßigem Dialog mit der Kampagne für saubere Kleidung. "Da dieser Gesprächsverlauf bislang aber für unsere Verhältnisse noch nicht konstruktiv genug verlaufen ist, sind wir zwischenzeitlich dazu übergegangen und haben zusätzlich den direkten Dialog mit den lokalen NGOs vor Ort aufgenommen. Zuletzt waren im September 2009 die CSR- Verantwortlichen inklusive eines Vertreters der KiK- Geschäftsführung vor Ort, um schneller Verbesserungen für die Arbeitnehmer zu erzielen", so Heinig.





