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SOZIALES

Saubere Kleider sieht Handlungsbedarf bei OTTO & Co.


Berlin (27.5.09): Wie vorige Woche auf Glocalist Daily News berichtet, wirft die NGO-Kampagne "Saubere Kleidung" u.a. OTTO, Ikea und Ibena vor, einen türkischen Zulieferbetrieb zu akzeptieren, der die arbeitsrechtlichen Bestimmungen nicht einhalten und die gewerkschaftliche Organisationsfreiheit einschränken solle. Lesen Sie die Reaktion von OTTO.
Zur Vorgeschichte: Vorige Woche hatte die Kampagne "Saubere Kleidung" nämliche Vorwürfe gegen OTTO erhoben. Glocalist berichtete. Auf Anfrage von Glocalist hat OTTO umgehend reagiert und ein direktes Geschäftsverhältnis mit der fraglichen türkischen Fabrik, Menderes Texktil, entschieden abgestritten, aber wohl indirekte Geschäftsbeziehungen über einen Importeur nicht ausgeschlossen (s.h. Bericht auf Glocalist Daily News >> www.glocalist.com/news/kategorie/soziales/titel/otto-weist-alle-behauptungen-von-saubere-kleidung-zurueck/ ) sowie die gewerkschaftliche Organisationsfreiheit neuerlich bekräftigt.

Hier hakt auch die Kampgane "Saubere Kleidung" in ihrer von den Glocalist Medien angefragten aktuellen Stellungnahme ein, denn nach dem Verhaltenskodex von OTTO seien sehr wohl auch indirekte Geschäftsbeziehungen miteinbezogen.


In der Fassung vom Februar 2009 des Verhaltenskodex von OTTO kann man unter dem Punkt 1 "Geltungsbereich" lesen: "Die in diesem Verhaltenskodex festgelegten Grundsätze sollten nicht als Maximalanforderungen betrachtet werden, sondern nach Möglichkeit übertroffen werden. 1. Geltungsbereich Dieser Verhaltenskodex bildet die Grundlage aller Geschäftsbeziehungen in Bezug auf alle nationalen und internationalen Produktionsabläufe und -stätten hinsichtlich der Endverarbeitungsstufe (im Folgenden „Produktionsstätten“) für die von der Otto Group bezogenen Handels- und Nichthandelswaren. Er gilt weltweit sowohl für die Otto Group selbst als auch für die direkten Geschäftspartner der Otto Group, und für die von den direkten Geschäftspartnern eingesetzten sonstigen Beauftragten, die für die Produktion von Waren für die Otto Group eingebunden sind (im Folgenden insgesamt „Geschäftspartner“). Die Geschäftspartner garantieren und stehen dafür ein, dass sie die nach diesem Verhaltenskodex aufgestellten Grundsätze einhalten und/oder gewähren."

Der Verhaltenskodex von OTTO gilt nach eigenen Angaben auch bei indirekten Geschäftsbedingungen, so die Kampagne "Saubere Kleidung", und wie auch der OTTO-Kodex wie oben zitiert ausführt. "Bisher allerdings habe Ottos Importeur nichts gegen die Arbeitrechtverletzungen bei Menderes Tekstil unternommen“, sagt Julia Thimm von der Kampagne.

„Es kann nicht sein, dass die Unternehmen Vereinigungsfreiheit auf dem Papier zusichern, aber vor Ort Gewerkschafter bedroht werden und die Arbeit der Gewerkschaft behindert wird.“, führt Thimm für die Kampagne "Saubere Kleidung" aus.

Die Kampagne für "Saubere Kleidung" und TEKSIF fordern die Menderes Tekstil Geschäftsführung sowie Otto, Ikea und Ibena neuerlich auf, die Gewerkschafter mit angemessenen Entschädigungszahlungen wiedereinzustellen, die aufgrund ihrer Gewerkschaftsaktivitäten entlassen worden waren und bei Gericht Beschwerden eingereicht haben, TEKSIF als Gewerkschaft und als Vertretung ihrer Mitglieder in allen Angelegenheiten der Fabrik anzuerkennen sowie allen Arbeitern das Recht zuzusichern, sich gewerkschaftlich zu organisieren und Tarifverträge auszuhandeln, TEKSIF als Arbeitnehmervertretung in die Umstrukturierungspläne des Unternehmens und bei der Festlegung von Kriterien für betriebsbedingte Kündigungen einzubeziehen, die Gesundheits- und Sicherheitsstandards in den Fabriken sowie Beschwerdeverfahren zu überprüfen.

Die aktuelle Protestaktion in Deutschland gegen OTTO, Ikea und Ibena und international gegen die französische Gruppe Carrefour sowie die amerikanischen Unternehmen Wal-Mart und Kohl´s wird daher von der Kampagne "Saubere Kleidung" fortgesetzt.

In einem Telefonat mit den Glocalist Medien hat OTTO eine genaue Prüfung der Umstände angekündigt sowie eine Fortsetzung der Gespräche zugesichert. OTTO will die Fakten, Daten und Argumente überprüfen. Dazu Andreas Streubig (Otto Group Division Manager · Corporate Responsibility): "Sowohl der Importeur als auch wir sind momentan im Dialog mit der CCC und dem Lieferanten und überprüfen die erhobenen Vorwürfe. Auf Basis der Untersuchungsergebnisse werden der Importeur und wir entscheiden, welche Maßnahmen einzuleiten sind."


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