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Stiftungen boomen


Berlin (8.2.10): Von wegen Wirtschaftskrise. Geht es nach Stiftungen zeigt sich Deutschland weltmeisterlich und in absoluten Zahlen boomen die Stiftungen: Es sind schon mehr als 17.000 in Deutschland.
Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat gezählt: Im Jahr 2009 sind in Deutschland 914 neue Stiftungen errichtet worden. Das ist die dritthöchste Zahl in der Geschichte der Bundesrepublik. Zum 31. Dezember 2009 gab es damit 17.372 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts in Deutschland.

„Die hohe Zahl an Neuerrichtungen überrascht. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat sich das Stiftungswachstum weiter konsolidiert. Mehr als jede zweite Stiftung ist in den letzten zehn Jahren errichtet worden, 70 Prozent der deutschen Stiftungen stammen aus der Zeit nach der Wiedervereinigung“, kommentiert Dr. Wilhelm Krull, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und Generalsekretär der VolkswagenStiftung, die aktuelle Entwicklung.

Zwischen Rhein und Ruhr sitzen die meisten StiftungenAbsolut betrachtet haben die meisten Stiftungen ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen (3.336). Mit 192 neuen Stiftungen verzeichnet das Land zudem erneut die höchste Zahl an Neugründungen. Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung liegt die Stiftungsdichte mit 19 Stiftungen pro 100.000 Einwohner aber unter dem bundesweiten Durchschnitt von 21 Stiftungen pro 100.000 Einwohner.Gewohnt gute Zahlen kommen aus dem stiftungsaffinen Süden Deutschlands: In Bayern wurden 168 und damit mehr Stiftungen als 2008 gegründet. In Baden-Württemberg übergab die Stiftungsaufsichtsbehörde 148 Stiftungen die Anerkennungsurkunde. Die Stiftungsdichte ist in den Stadtstaaten Hamburg (66/100.000 Einwohner) und Bremen (45/100.000) am höchsten, bei den Flächenländern sind es Hessen (26/100.000), Bayern (25/100.000) und Baden-Württemberg (24/100.000). „Die Entwicklung des deutschen Stiftungswesens ist auch eine gute Nachricht für Deutschland“, sagt Prof. Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. „Immer mehr Menschen erkennen Stiftungen als das beste Instrument, um sich nachhaltig für das Gemeinwohl einzusetzen. Während die Staatsschulden steigen, bauen die Bürger privat Zukunftskapital auf.“

Aufholbedarf gibt es noch immer im Osten Deutschlands. Nur 60 der 914 neuen Stiftungen wurden in den neuen Bundesländern gegründet. Führend dabei ist Sachsen, wo – wie schon 2008 – 27 Stiftungen errichtet wurden. Die wenigsten Stiftungen wurden in Mecklenburg-Vorpommern (4), Sachsen-Anhalt (8) sowie dem Saarland und Thüringen (je 10) errichtet. Das Saarland ist das Bundesland mit den wenigsten Stiftungen (139), gefolgt von Brandenburg (145) und Mecklenburg-Vorpommern (146).

Auch bei den Bürgerstiftungen setzt sich die positive Entwicklung fort. Nach 32 Neugründungen 2008 wurden im letzten Jahr 31 neue Bürgerstiftungen anerkannt.

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