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SOZIALES

Studie: Armut verschärft Klimawandel


Bonn (10.6.10): Vielleicht sollte die Bundesregierung über ihre Sparpläne noch einmal nachdenken: Denn Armut wirkt sich negativ für das Klima aus, wie eine internationale Studie von CARE zeigt.
Eine Fallstudie aus Indonesien unterstützt neuerlich die Hypothese, dass der Klimawandel die Armut verschärft.

Arme Menschen sind vom Klimawandel besonders betroffen und für seine Folgen extrem anfällig. Dies hat eine gemeinsame Studie von CARE Deutschland-Luxemburg und dem Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn (ZEF) wissenschaftlich bestätigt. Die Studie „Warten bis das Wasser kommt? Armutsbekämpfung in Zeiten des Klimawandels" untersucht die Zusammenhänge zwischen Armutsbekämpfung und Klimawandel.

"Der Klimawandel macht viele Teilerfolge der Entwicklungshilfe bei der Armutsbekämpfung zunichte. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass der Klimawandel immer mehr Menschen in den Entwicklungsländern Armut und Hunger bringt", sagt Heribert Scharrenbroich, Vorsitzender von CARE Deutschland-Luxemburg.

Die Feldforschung für die Studie zeige deutlich, so Scharrenbroich, dass es vom Lebensstandard abhänge, wie gut Menschen auf Klimawandelfolgen reagieren können. Gleichzeitig verstärke sich durch den Klimawandel das Gefälle von Arm und Reich, innerhalb von Dorfgemeinschaften ebenso wie zwischen Regionen, Ländern und Kontinenten.

Die Studie gibt acht Handlungsempfehlungen für Hilfsorganisationen wie CARE, die zur Bekämpfung der Armut unter den erschwerten Bedingungen eines sich verändernden Klimas angewendet werden sollten. Dabei werden unter anderem die Nutzung lokaler Anpassungsstrategien, die Integration der Bevölkerung bei der Planung und Durchführung von Anpassungsmaßnahmen und die Förderung und Nutzung von lokalem Wissen genannt.

Und schon 2008 hat eine UN-Studie bewiesen, dass Klimawandel Armut verschärft und umgekehrt. Ergebnis der Untersuchung aus 2008: Vor allem besonders verwundbare Bevölkerungsgruppen spüren die Folgen des Klimawandels. Hierzu zählen Menschen, die in Armut leben, Frauen, Minderheiten sowie Kinder und Jugendliche. So vergrößert der Klimawandel bestehende Risiken für Kinder, etwa Unterernährung und Kindersterblichkeit. Auch die Bildung gerät in Gefahr: Zum Beispiel können Kinder die Schule nicht mehr besuchen, wenn sich die Lebensbedingungen der Familien verschlechtern. Besonders Mädchen sind betroffen. Sie müssen mehr Zeit aufwenden, um Feuerholz und Wasser zu besorgen, wenn die Ressourcen durch den Klimawandel knapp werden. Die Sterblichkeitsrate von Frauen und Kindern ist bei wetterbedingten Katastrophenereignissen wie Überschwemmungen besonders hoch.

Und schließlich belegt auch eine Studie von Oxfam vom Jänner des Jahres diesen Zusammenhang am Beispiel von Kleinbauern: Der Klimawandel gefährdet die Lebensgrundlagen von 1,7 Mrd. Kleinbauern. Das geht aus der Oxfam-Studie 'People-Centred Resilience' hervor. Die betroffenen Kleinbauern - davon 837 Millionen in Asien und 228 Millionen in Afrika - leben in ertragsschwachen und benachteiligten Gebieten, teils mit geringen Niederschlägen.

In Summe: Der Zusammenhang Armut und Klimawandel ist wohl mehr als nur eine Hypothese.

Download Studie > bit.ly/aweEXC

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