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SOZIALES

Südwind-Studie: Billiglohn in China und wie deutsche Unternehmen profitieren

 

Südwind-Studie China: Deutsche Unternehmen und Billiglohn


Siegburg (21.8.10): Bei chinesischen Großhandelsmärkten von Metro und Zulieferern von Aldi und Adidas kommt es zu teilweise gravierenden Arbeitsrechtsverletzungen, so der Befund einer aktuellen Südwind-Studie der Tage.
"Die Situation der Beschäftigten lässt zu wünschen übrig – trotz vollmundiger Ethikprogramme der Unternehmen“, so die Autorin der der Tage veröffentlichten Chinastudie des SÜDWIND- Instituts, Ingeborg Wick.

Als Beispiele führt die Studie an: Beschäftigte eines Aldi Bekleidungslieferanten in der chinesischen Provinz Guangdong leisten bis zu 130 Überstunden im Monat ab. Auch bei zwei Adidas-Schuhlieferanten in der Provinz Fujian sind exzessive Überstunden ein Hauptproblem: Der Spitzenwert von 92 Überstunden/Monat überschreitet die gesetzliche Grenze um 150 %.

Da die Löhne zwar gesetzliche Vorschriften einhalten, aber nicht existenzsichernd sind, sehen sich Beschäftigte zu möglichst vielen Überstunden gezwungen. In den beiden untersuchten Cash & Carry- Märkten von Metro in den Städten Chongqing und Guangzhou hat das externe Personal keinen bezahlten Mutterschaftsurlaub und erfährt weitere soziale Einschränkungen. Ein durchgängiger zentraler Missstand ist zudem die Verletzung der Gewerkschaftsfreiheit in China.

Niederschmetternd: Die zum Teil langjährigen Unternehmensprogramme zur globalen Sozialverantwortung haben an diesen Verstößen kaum etwas geändert. Deshalb richten Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen den Blick nun immer stärker auf politische EntscheidungsträgerInnen, die rechtlich verbindliche Vorgaben für eine globale Sozialverpflichtung von Unternehmen entwickeln sollen.

Im Dezember 2010 soll die Sozialverpflichtung von Unternehmen als Thema deutsch-chinesischer Partnerschaften mit den beteiligten Parteien auf einer Tagung in Düsseldorf, der Partnerstadt von Guangzhou und dem Hauptsitz der Metro, diskutiert werden.

Und kommentarhaft muss man hinzufügen, dass man sich über nämliche Unternehmen schon wundern muss, denn aktuelle Umfragen wie von der Bertelsmann Stiftung zeigen, fast 90% der Deutschen wollen sozial gerecht hergestellte Produkte (s.h. dazu Bericht auf Glocalist > bit.ly/azgCRx ). Ein Umdenken schon im eigenen Interesse ist dringend angezeigt.

Download der Studie > bit.ly/cNCLqE

(Quelle: Südwind-Institut)

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