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SOZIALES

Supermarkt, Nachhaltigkeit und Einkaufsmacht


Berlin (5.7.10): Heute setzt sich der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in einer öffentlichen Anhörung erstmals mit der Nachfragemacht des Lebensmitteleinzelhandels auseinander.
1999 gab es noch acht große Supermarktketten in Deutschland, die gemeinsam über einen Marktanteil von 70 Prozent verfügten. Heute entfallen auf die sechs größten Supermarktketten - Edeka, Rewe, Aldi, Lidl [einschließlich Kaufland], Metro und Tengelmann - 90 Prozent der Marktanteile.

Oxfams Handelsexpertin Marita Wiggerthale ist als Sachverständige geladen. Wiggerthale ist Mitbegründerin der "Supermarktinitiative", die sich für faire Einkaufspraktiken im Lebensmitteleinzelhandel einsetzt. Die Supermarktinitiative fordert eine umfassende Untersuchung des Missbrauchs der Nachfragemacht im Lebensmitteleinzelhandel, mehr Transparenz für Verbraucher und verbindliche Regeln zur Einhaltung von sozialen und ökologischen Mindeststandards in der gesamten Lieferkette.

"Die Supermarktketten sitzen beim Einkauf am längeren Hebel", sagt Wiggerthale. "Ihre unfairen Einkaufspraktiken erhöhen den Druck auf die Löhne und verschlechtern die Arbeitsbedingungen auf den Plantagen in Entwicklungsländern", so Wiggerthale. Der Bundestag müsse sich in einem ersten Schritt für eine umfassende Untersuchung der Einkaufspraktiken einsetzen. Diese könne dann als Grundlage zur Überprüfung des Wettbewerbsrechts dienen.

"Es vergeht in der Ernährungswirtschaft kaum eine Tarifverhandlung oder eine Verhandlung im Betriebsrat, in der Unternehmensvertreter nicht Forderungen nach niedrigeren Löhnen und geringeren Sozialleistungen mit dem Preisdruck des Handels begründen", erklärt Franz-Josef Möllenberg von der Gewerkschaft Nahrungsmittel, Genuss und Gaststätten, der ebenfalls als Sachverständiger geladen ist.

Die Supermarktinitiative ist ein Bündnis von 24 Organisationen aus den Bereichen Entwicklung, Umwelt und bäuerliche Landwirtschaft sowie Gewerkschaften. Ebenfalls bei der Anhörung sind vertreten: Verbraucherzentrale Hamburg, Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Deutscher Bauernverband, Handelsverband und tegut.


Web > www.supermarktmacht.de

(Quelle: Oxfam)

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