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Überangebot versus Hunger - die Nahrungssituation der Welt


Wien (15.10.09): Während die Industriestaaten mit Nahrung überversorgt sind, leiden die Entwicklungsländer immer stärker an Nahrungsmangel. In Folge der globalen Wirtschaftskrise rechnet die UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) mit einer Zunahme von 105 Millionen an hungernden Menschen. Die Statistik Austria hat das Nahrungsangebot in Kilokalorien (Kcal) pro Kontinent errechnet (Siehe Bild). Frauen sind stärker betroffen, so der Welthungerindex.
Die enormen Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln und Treibstoffen führten u.a. dazu, dass Millionen von Menschen vom Nahrungsmittelmarkt ausgeschlossen sind. Bis Jahresende 2009 werden 1,02 Milliarden Menschen, das ist ein Sechstel der Weltbevölkerung, an Hunger und Unterernährung leiden.

Die Mehrheit der von Hunger betroffenen Menschen leben in Entwicklungsländern; 63% im Asien-Pazifik-Raum, 26% in Afrika südlich der Sahara, 5% in Lateinamerika und der Karibik, 4% im Nahen Osten und in Nordafrika sowie 1% in den Industrieländern.

Statistisch gesehen stehen weltweit jedem Menschen pro Jahr rund 600 kg an Nahrungsmitteln oder täglich 2.800 Kilokalorien (kcal) zur Verfügung. Zwischen den reichen Industriestaaten und den ärmsten Staaten der Welt gibt es jedoch enorme Unterschiede beim Nahrungsangebot und der Energieversorgung ihrer Bevölkerung.

Die Bewohner der Industriestaaten sind mit einem Lebensmittelverbrauch von 850 kg pro Kopf und Jahr und einem täglichen Kalorienverbrauch von 3.500 kcal bereits überversorgt. Den Menschen in den ärmsten Staaten hingegen stehen im Durchschnitt täglich nur 2.100 kcal zur Verfügung. Burundi, Eritrea und die Dem. Rep. Kongo gehören mit 1.600 kcal zu den am stärksten von der Unterversorgung betroffenen Gebieten.

Mit einem Jahresvolumen von 812 kg pro Kopf sind Österreichs Tische reichlich mit Lebensmitteln gedeckt. Die tägliche Versorgung der Österreicher und Österreicherinnen liegt mit 3.340 kcal auf hohem Niveau. 75% des Energiebedarfs stammen aus pflanzlichen und 25% aus tierischen Erzeugnissen.

Die Armut der Frauen – Ergebnis des Welthungerindex 2009

Frauen leiden am meisten unter Hunger und Armut.Gleichzeitig spielen sie eine Schlüsselrolle in der Entwicklung. Darauf hat Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe, bei der Vorstellung des Welthunger-Index 2009 hingewiesen.

Der Welthunger-Index misst in diesem Jahr zum ersten Mal den Zusammenhang zwischen Chancengleichheit für Frauen und Hunger. Wichtigstes Ergebnis: Dort wo Frauen schlechter gestellt sind, ist der Hunger größer. "Stärkung von Frauen ist ein Schlüssel im Kampf gegen Hunger und Armut, der noch zuwenig beachtet wird", sagt Dieckmann.

Rund 70 Prozent der 1,4 Milliarden Armen weltweit sind Frauen und müssen mit weniger als einem Euro pro Tag auskommen. Der Welthunger-Index zeigt: Wo Frauen im Haushalt und auf Gemeindeebene Einfluss haben und anerkannt sind, sind sie selbst besser ernährt und ihre Kinder besser versorgt. Es gilt daher die Frauen zu stärken.

Der Index als Download:
www.welthungerhilfe.de/fileadmin/media/pdf/WHI/Welthunger-Index-2009.pdf

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