Im Vorfeld des Millenniumsgipfels in New York bringt eine Konferenz von UNICEF Deutschland, Friedrich-Ebert-Stiftung und der Globalen Bildungskampagne am 8. September 2010 in Berlin rund 150 internationale und deutsche Experten zusammen.
Unter dem Titel „Versprochen und gebrochen – Scheitert das UN-Millenniumsziel „Grundbildung für alle“ an der Finanzierung?“ geht es um den besonderen Stellenwert des zweiten Millenniumsziels und den deutschen Beitrag zur Erreichung des Ziels. Der voliegende Bericht stellt das inhaltliche Unterfutter dar. Und die Bilanz ist nicht ermutigend, wie auch schon der Konferenztitel andeutet.
Millionen Kinder könnten nach Einschätzung von UNICEF gerettet werden, wenn die internationale Entwicklungshilfe sich gezielt auf die am stärksten benachteiligten Familien konzentrieren würde. Dies ist Ergebnis des aktuellen Berichts „Fortschritt für Kinder“. Zehn Jahre nach Verabschiedung der Millenniums-Entwicklungsziele zieht UNICEF damit eine gemischte Bilanz.
Danach haben weltweit seit 1990 zwar deutlich mehr Kinder Zugang zu sauberem Wasser, Schulbildung oder Impfschutz bekommen und die Kindersterblichkeit ist gesunken. Doch diese Fortschritte sind sehr ungleich verteilt und erreichen viele Kinder nicht, die sie am dringendsten benötigen.
So haben Kinder aus den ärmsten Bevölkerungsgruppen ein doppelt so hohes Risiko, vor ihrem fünften Geburtstag zu sterben, als ihre wohlhabenden Altersgenossen. Jeden Tag sterben weiterhin rund 24.000 Kinder – vor allem an vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten.
Heute gehen zwar mehr Kinder zur Schule als jemals zuvor. Doch immer noch haben über 100 Millionen Kinder keine Schulbildung – auch hier sind Kinder aus benachteiligten Familien und Mädchen besonders häufig ausgeschlossen. Im südlichen Afrika besuchen nur 65 Prozent der Kinder im Grundschulalter überhaupt eine Schule.
Der UNICEF-Bericht zeigt eine große Kluft beim Zugang zu einer sozialen und medizinischen Grundversorgung für Kinder: zwischen den Industrieländern und den Entwicklungsländern, zwischen den ärmsten und den wohlhabendsten Bevölkerungsgruppen innerhalb der Länder, zwischen städtischen und ländlichen Gebieten sowie zwischen Jungen und Mädchen.
Untergewicht und chronische Unterernährung sind zum Beispiel vor allem bei den ärmsten Kindern im südlichen Afrika und in Südasien verbreitet. Kinder auf dem Land sind fast doppelt so gefährdet, hierdurch in ihrer gesamten Entwicklung geschädigt zu werden, als Kinder aus der Stadt.
Obwohl die Geschlechterkluft bei der Bildung sich langsam schließt, sind Mädchen in den Entwicklungsländern beim Schulbesuch weiter stark benachteiligt – insbesondere beim Zugang zu weiterführenden Schulen. Und trotz Fortschritten bei der Aids-Aufklärung ist das Infektionsrisiko bei Mädchen vor allem im südlichen Afrika deutlich höher als bei Jungen. Von den weltweit 884 Millionen Menschen, die kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung haben, leben 84 Prozent auf dem Land.
Milleniumsziele gefährdet: Ursachen
Gleichzeitig warnt UNICEF davor, dass die Umsetzung der Millenniumsziele durch verschiedene globale Entwicklungen gefährdet ist:
- Die globale Finanzkrise sowie anhaltend hohe Nahrungsmittelpreise treffen gerade die ärmsten Familien am härtesten.
- Die fortschreitende Verstädterung entwurzelt viele Menschen und schafft enorme Versorgungsprobleme in den Slums der Metropolen.
- Die Folgen des Klimawandels bedrohen vor allem Menschen in den ärmsten Ländern, die sich am wenigsten davor schützen können.
- Die wachsende Zahl von Naturkatastrophen sowie bewaffnete Konflikte bedeuten Obdachlosigkeit, Flucht und Armut für Millionen Kinder.
Download UNICEF-Bericht (Kurzversion) > www.unicef.de/fileadmin/content_media/Millennium/Info_0__Milleniumziele.pdf
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Samstag, 4. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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