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SOZIALES

WEED stellt Apple Rute ins Fenster


Berlin (31.5.10): WEED protestiert gegen die Arbeitsbedingungen bei dem chinesischen IT-Zulieferunternehmen Foxconn, die zu Massenselbstmorden führen.
Apple führt das neue iPad auf dem deutschen Markt ein. Das iPad wird im südchinesischen Shenzhen von dem Unternehmen Foxconn produziert. Vorige Woche begann bereits der elfte Arbeiter bei Foxconn Selbstmord.

Während Foxconn 2009 über 1,7 Milliarden Dollar Gewinne machte, reißt die Selbstmordserie in dem Unternehmen nicht ab.

Die chinesische Arbeitsrechtsorganisation SACOM (Student and Scholars against Corporate Misbehaviour) verweist auf den Zusammenhang zwischen den Selbstmorden und den drastischen Arbeitsbedingungen bei Foxconn. In ihrem Arbeitsalltag stehen die ca. 420.000 Beschäftigten unter einem enormen Druck. Sie arbeiten in Zwölfstundenschichten, sechs Tage die Woche. Dafür erhalten sie nur den staatlichen Mindestlohn von 105 Euro.

Der Präsident von Foxconn Terry Gou hat bislang jede Verantwortung von sich gewiesen. Apple, das neben Nokia, Hewlett Packard und Dell, ein wichtiger Kunde von Foxconn ist, hat nun in einer Stellungnahme erklärt, dass es die Bedingungen überprüfen wird. Dies hatte Apple bereits 2006 angekündigt, nachdem erstmals massive Vorwürfe über die Arbeitsbedingungen bei Foxconn an die Öffentlichkeit gelangten. Dennoch erhielten unabhängige Arbeitsrechtsorganisationen bislang keinen Zugang zu dem Unternehmen. „Die dramatische Selbstmordserie bei Foxconn ist nur die Spitze eines Eisbergs. Markenkonzerne wie Apple sind verantwortlich für die miserablen Arbeitsbedingungen in der IT-Produktion. Sie müssen jetzt konkrete Maßnahmen durchführen, damit menschenwürdige Arbeitsbedingungen geschaffen werden.“, so Sarah Bormann, Leiterin des Projekts PC Global bei der Organisation WEED – Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung.

WEED setzt sich als Teil der europäischen Kampagne procureITfair für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der IT-Branche ein und unterstützt den Aufruf der chinesischen Arbeitsrechtsorganisation SACOM am 8. Juni den globalen Tag zur Erinnerung an die Opfer von Foxconn auch in Deutschland mit dem Protest vor einem Apple-Store begehen. An diesem Tag wird die vierte Generation der iPhones auf den Markt gebracht.

(Quelle: WEED)

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